die zukunft ist retro bei opening ceremony

Für Herbst/Winter 16 haben sich Carol Lim und Humberto Leon vom bekannten Science-Ficton-Designer Syd Mead inspirieren lassen.

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Feb. 16 2016, 9:25am

Kalifornien scheint ein fruchtbares Pflaster für schicke Futuristen zu sein. Die Modeschule in Berkeley hat einige Absolventen hervorgebracht, die diese Ästhetik zu ihrer Handschrift gemacht haben. Dazu zählen zum Beispiel Patrik Ervell, dessen spezifische Menswear-Designs von einem technologischen, aber dennoch romantischen Modernismus geprägt sind. Die Chefdesignerinnen von Rodarte, Kate und Laura Mulleavy, sind ebenfalls Absolventen. Die beiden haben uns mit ihren magischen und femininen Entwürfen einer neuen Welt begeistert (Sie haben auch eine Star Wars-Kollektion herausgebracht). Diese Woche präsentierten Carol Lim und Humberto Leon im Rahmen der New York Fashion Week in der neuesten Kollektion für Opening Ceremony ihre Version von Science-Fiction: Retro-Futurismus. 

„Wir haben über die ganzen Science-Fiction-Filme gesprochen, mit denen wir aufgewachsen sind und die wir als Kinder geliebt haben. Dann haben wir uns entschieden, Syd Mead direkt zu fragen, der viel für Blade Runner, Tron und Alien gezeichnet hat", sagte Co-Designer Humberto Leon. Um die Geschichte für ihre Kollektion entwickelten zu können, interviewten sie den Künstler. Die Mode in seinen Illustrationen stammte aber alles andere als aus einer fernen Galaxie. Syd Mead hat nicht nur für die Kultfilme gezeichnet, sondern entwarf auch städtische Zukunftsvisionen. „Er sagte uns: ‚Wenn ich Menschen und Kleidung zeichne, orientiere ich mich dabei an der Realität; daran was meine Freunde tragen. Wenn ich ein Set zeichne, dann geht es dabei um die Zukunft.'" Das hat unsere Herangehensweise an diese Kollektion nachhaltig beeinflusst", so Humberto Leon. „Ja, wir haben die Idee Zukunft ausgelotet, aber die Kleidung sollte auch realistisch sein."

Der Einfluss von Syd Mead spiegelt sich nicht nur in seine Zeichnungen auf den Kleidern und Sweatshirts wider, sondern in der ganzen Sichtweise, dass die Zukunft in Teilen dem Betrachter vertraut vorkommen sollte. Das ist keine konzeptionelle Kollektion der beiden OC-Designer, das sind Silhouetten, die gerade überall zu sehen sind. Strick-Oberteile, markante und gerade Schnitte und, ja, Denim. Denn anscheinend werden wir 2100 immer noch Jeans tragen. Außerdem Overknee-Stiefel. Diese Saison legten Carol und Humberto ein besonderes Augenmerk auf das Material: glänzender, gestrickter Jacquardstoff. „Wir wollten, dass sich eine starke, feminine Frau emanzipiert mit der Kollektion fühlen kann", so Humberto Leon über die OC-Frau. „So wollen sich die Leute um uns herum fühlen."

Mehr zur New Yorker Fashion Week auf i-D findest du hier.

Credits


Text: Emily Manning
Foto: Jason Lloyd Evans