marc jacobs entschuldigt sich wieder einmal nach vorwürfen der kulturellen aneignung

Nach dem Shitstorm, der auf seine Show im Herbst 2016 folgte, entschuldigt sich der Designer jetzt ein zweites Mal: “Vielleicht war ich unsensibel.“

von i-D Staff
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09 August 2017, 1:34pm

Screenshots von Instagram @themarcjacobs und @taylor_hill

Monate nach den ersten Vorwürfen der kulturellen Aneignung entschuldigt sich Mark Jacobs jetzt erneut. Für seine Frühjahrskollektion 2017 schickte er während der New York Fashion Week Models mit pastellfarbenen Dreadlocks auf den Laufsteg und sorgte für Aufregung.

Auf die Empörungswelle reagierte der Designer zunächst mit dem unüberlegten Argument, dass niemand WOC dafür kritisiere, dass sie ihre Haare glätten. "Ich respektiere und bin inspiriert von Leuten und ihrem Aussehen. Ich sehe keine Farbe oder Rasse — ich sehe Menschen", kommentierte er auf Instagram.


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Darauf folgte ein Post, in dem er sich für die Kaltschnäuzigkeit seiner knappen Bemerkung entschuldigte und verkündete, dass er niemanden beleidigen wollte und an "Meinungsfreiheit glaube", sowie an die "Freiheit, sich durch Kunst, Kleidung, Worte, Haare, Musik … EVERYTHING" ausdrücken zu können. Er teilte sogar einen Washington Post Artikel, der die ganze Diskussion als "albern" betitelte und erklärte, dass sich die Looks auf Streetstyle, Punk, Regisseurin Lana Wachowski und Sänger Boy George beziehen würden.

Was Marc Jacobs dabei außer Acht ließ: Seine Kritiker hätten sich vor allem gewünscht, dass er Models gecastet hätte, die auch tatsächlich den Hintergrund haben, von dem er sich inspirieren ließ: schwarze Models.

In einem Interview mit InStyle gab er nun abermals zu, in der Angelegenheit vielleicht etwas unsensibel gewesen zu sein. Die September-Ausgabe des Magazins beinhaltet außerdem Bilder des Designers mit ikonischen Figuren aus der HipHop-Szene, die seine aktuelle Herbstkollektion Respect tragen: Biz Markie, Kurtis Blow, LL Cool J und Salt-N-Peppa.

Aus der ganzen Sache gelernt habe er, dass er "vielleicht keine Sprache dafür habe". Außerdem gestand der Designer: "Vielleicht war ich unsensibel, weil ich in meiner kleinen Fashion-Blase agiere" und bewies mit seiner Selbsterkenntnis am Ende des Eklats doch Souveränität.

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