Foto: Brock Elbank

Das Model Bashir Aziz erzählt von seinem leben mit Vitiligo

Der Diversity-Aktivist hat uns erzählt, was es bedeutet, anders zu sein – und wie er gelernt hat, seine Flecken zu lieben.

von Bashir Aziz
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23 Juni 2017, 7:40am

Foto: Brock Elbank

"Mit Vitiligo aufzuwachsen, war eine Herausforderung. Ich war mir als Kind schon immer sehr darüber bewusst, was ich tue, auch wenn es normale Dinge waren. Das lag einfach daran, dass mich die anderen immer angestarrt haben. Ich habe oft ein Cap getragen, weil meine Haare einfach immer aufgefallen sind. Und sogar beim Schwimmen habe ich ein T-Shirt getragen. All' das hat schon sehr früh mein Selbstbewusstsein beschädigt.

Am schwierigsten war es mit engstirnigen Leuten zu tun zu haben, die zum Beispiel den Unterschied zwischen einer Verbrennung und einem Geburtsmal nicht kannten. Dem konnte ich nur entgehen, indem ich gelernt habe, mich selbst zu akzeptieren. Über die Jahre habe ich gelernt, meine Flecken lieben zu lernen. Ich habe begriffen, dass mir etwas geschenkt wurde. Natürlich starren mich die Leute an. Aber man weiß nie, ob sie sich denken "Was ist das?" oder "Ich liebe es".


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Dass ich Teil von Brock Elbanks Fotoserie #Vitiligo sein durfte, war so befreiend und eine wundervolle Erfahrung. In der Porträtserie wird die einzigartige Schönheit von Menschen mit Vitiligo dokumentiert. Die Leute, die er bereits fotografiert hat, sind unglaublich. Es hat mich so glücklich gemacht, dass er mich gefragt hat. Das hat eine ganz neue Welt für mich geöffnet. Ich sehe mich zwar nicht wirklich als Model, aber es hat mich einfach gefreut, dass ich daran mitwirken konnte, anderen zu zeigen, wie schön jeder einzelne Mensch ist.

Es ist wichtig, dass wir hinterfragen, was als schön und normal angesehen wird. Seit wann hat die Gesellschaft das Recht, darüber zu bestimmen, was schön ist? Akzeptiert euch so, wie ihr seid, und schert euch einen Dreck darum, was andere Menschen drüber denken. Diversität sollte zelebriert werden. Das immer gleiche Zeug ist doch auch langweilig. Schaut euch um und ihr werdet überrascht sein, was ihr findet.

Die Leute sind immer auf der Suche nach Neuem: nach neuen Gesichtern und nach neuer Mode. Sie interessieren sich für Diversität, sind offen und akzeptieren, dass jede Person auf ihre jeweils eigene Art und Weise einzigartig ist. Das ist doch toll!

Die Menschen sind offensichtlich unterschiedlich, sie haben andere Haare oder vielleicht sogar Narben. Es muss nicht immer so etwas Sichtbares wie Vitiligo sein. Schönheit ist ein Mix aus den Eigenschaften, die uns einzigartig machen – die inneren wie die äußeren Werte müssen stimmen.

Dass die Gesellschaft heutzutage verständnisvoller geworden ist, hat dazu geführt, dass ich mich mehr lieben kann, dass ich selbstbewusster bin. Es gibt nichts, wovor man Angst haben muss. Die Welt wirkt auf einmal viel offener und heller, sobald man sich nichts vorschreiben lässt und lernt, sich selbst zu lieben."

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

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