das ist auf der i-D bühne beim iceland airwaves-festival alles passiert

Björk hat zwar „Vulnicura“ in seiner ganzen Länge gespielt, aber mit Warpaint, Santigold, Reykjavikurdaetur und Dream Wife war die i-D Stage dann doch der Ort, von dem wir nicht genug bekommen konnten.

von i-D Staff
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09 November 2016, 3:05pm

Reykjavíkurdætur

Kaum hat es begonnen, sitzen wir auch schon wieder im Büro. Das isländische Musikfestival Airwaves kam und war dann auch schon fast genauso schnell wieder vorbei. Was wir mitgenommen haben: viele neue Lieblingsbands, Ohrwürmer, die uns nicht mehr aus dem Kopf gehen und viele schöne Erinnerungen an diesen magischen Ort. Schon das Line-up hat uns am Mittwoch mit GKR, Sturla Atlas, Emmsje Gauti und Dizzee Rascal in die richtige Stimmung gebracht. Das Konzert von Lord Pusswhip hat am Donnerstag die Spannung ansteigen lassen, die sich Freitagnacht entladen hat: i-D war Host der Bühne im neuen Konzerthaus Harpa in der isländischen Hauptstadt.

Die i-D Stage stand in einem der größten Räumen im beeindruckenden Konzerthaus im Hafen von Reykjavik, an diesem Ort, der 2011 auch Schauplatz von Björks Biophillia war. Das Publikum strömte schon in Scharen in die Halle, nachdem sich die Türen geöffnet hatten und der Abend durch farbige i-D Visuals eingeläutet wurde. Die isländische Band aYia war der erste Act und haben alte und neue Fans mit ihren Soundlandschaften gleichermaßen begeistert. Danach folgte die großartigen Dream Wife. Die Band ist so halb aus Island, Sängerin Rakel ist vor Kurzem zum Studieren nach Großbritannien gezogen, doch anstatt zu studieren, hat sie im UK ihre Bandkollegen gefunden. „Musik ist großartig" rief die Frontfrau der Kunstprojekts Schrägstrich der Band ins Publikum, und fing mit dem Set an, dessen Höhepunkt „F. U. U." war. Vidgis von Reykjavikurdaetur schaute für einen Gastauftritt vorbei.

Dream Wife

Reykjavikurdaetur, was auf Deutsch so viel wie die Töchter Reykjaviks heißt, stürmten in unterschiedlichen Farben auf die Bühne und haben vor riesigen Stinkefingern, kopulierenden Figuren und Zeichnungen von sich selbst performt. Ihre Choreografie war lässig und der powervolle Refrain verwandelte sich in einen aggressiv verspielten Streit, der zu ihrer Slutwalk-Hymne und ihrer Version von Jay-Z Part in dem Beyoncé-Song „Drunk in Love" mündete: Tina „Anna Mae" Turner solle nicht den Kuchen essen, wie es ihr brutaler Ehemann verlange. „Es wäre schön, wenn sich die Leute genauso für Politik wie für Musik interessieren würden", schrien viele der Bandmitglieder ins Publikum. Weiter im Programm: Warpaint, die uns die Ohren mit ihrem neuen Album Heads Up verwöhnt haben. Schon lange sei es ihr Traum gewesen, Island zu besuchen. Das Publikum—und wir—konnten nicht anders und mussten einfach zu ihren Beats tanzen. Und als „Disco/Very" ihren Gig beendete, konnten selbst die ruhigsten Besucher nicht still dastehen.

Das isländische Elektro-Duo Kiasmos brillierte mit ihrem Set, bevor Santigold, gerade erst gelandet, das Publikum in Ekstase brachte. Die Dancemoves, mehrere Kostümwechsel und zum Schluss holte sie viele Leute auf die Bühne: Besser kann ein Konzert kaum sein. Als wir uns unseren Weg aus der Masse nach draußen gebahnt haben, konnten wir einen Satz nicht vergessen: „Das war bisher das beste Line-up". Dem haben wir nichts hinzuzufügen, außer: Auf bald, Island! Es war uns ein Volksfest.

Warpaint

Kiasmos

Santigold

Credits


Fotos: Matthew Martin

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