das sind die newcomer, auf die wir uns bei der berlin fashion week freuen

Bereits bekannte Namen und recht erfolgreiche Designer verschwinden immer weiter aus dem Schauenplan der Berliner Modewoche. Meist zieht es diese Etablierten nach London oder New York, oft nach Paris. Das gute daran: Damit ist Platz für die...

von Lisa Riehl
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15 Januar 2016, 2:00pm

Louise Friedlaender

Kann Berlin für einen modischen Paradigmenwechsel stehen? Für das zuverlässige und präzise Handwerk, das Deutschland international stets nachgesagt wird? Einige Nachwuchsdesigner jedenfalls scheinen sich bewusst aufzulehnen gegen nur-sechs-Monate-lang-angesagte Wegwerfmode. Louise Friedlaender ist eine von ihnen. Ihre Kollektionen, die sie nun in ihrer zweiten Saison während der Berlin Fashion Week präsentieren wird, bezeichnet das Talent als „Heritage Contemporary" - eine Verknüpfung von der Vergangenheit und der Gegenwart, die sich modisch wie handwerklich zeigt. Bevor die gebürtige Kölnerin nach Berlin zog, um an der Esmod Modedesign zu studieren, bereiste sie die Welt und entdeckte unterschiedliche Kulturen. Und doch tragen ihre Kollektionen heute den Beisatz „Made in Germany". Louise Friedlaenders Muse ist übrigens ihre Großmutter. Und für die die dürften Fast Fashion und Wegwerfmode wohl ebenfalls ziemlich absurde Konzepte sein.

Sample-CM

Die Designerin von Sample-CM ist eine Französin mit eigenem Studio in Berlin. Margot Charbonnier hat in Paris und in London Mode und Soziologie studiert. Ihr modischer Ansatz ist interdisziplinär, eine Vermengung von Mode, Kunst und eben von Soziologie. Bei jedem ihrer Street- und Sportswearlastigen Kleidungsstücke stehen die Herstellung und Verarbeitung als Prozess im Fokus; praktische Aufgaben, die die Kleidungsstücke mitbringen, geben bewusst Raum für Interaktion. Darum sind die Kollektionen dieser Nachwuchsdesignerin auch nicht nur auf dem Laufsteg gut aufgehoben sondern ebenso in einer Kunstgalerie, wie zuletzt in Prag. Ihre Ready-to-wear-Kollektion für die Saison Herbst/Winter 2016/17 wird Charbonnier während der Berliner Modewoche präsentieren. Ob es aber eine reguläre Show oder vielmehr Installation und Kunst-Performance wird, bleibt mit Vorfreude abzuwarten.

William Fan

Der Designer mit chinesischen Wurzeln - aufgewachsen in Hannover, jetzt ansässig in Berlin - studierte erst Modedesign an der Kunsthochschule ArtEZ in Arnhem, um anschließend seinen Masterabschluss an der Weißensee in Berlin zu machen. Zweimal hat William Fan bereits seine Kollektionen während der Fashion Week in Berlin gezeigt. Seine Mode ist nicht nur ästhetisch wertvoll mit einer punktgenauen Mixtur aus Reminiszenzen an chinesische Tradition und zeitgenössischer Berlin-Lässigkeit, sondern auch so hochqualitativ, wie man es nur selten bei einem jungen Designer sieht. 

Xavi Reyes

Berlin ist eine Multinationen-Stadt. Und damit das auch die hiesige Modewoche immer schön deutlich macht, lädt ihr Sponsor Mercedes-Benz jede Saison ein internationales Talent auf den Laufsteg im Zelt ein. Das ging bisher noch nie schief, die Nachwuchsdesigner waren stets vielversprechend. So ist das auch in dieser Saison mit dem spanischen Jungdesigner Xavi Reyes, der einer der drei besten Talente seines Landes ist - so behauptet es zumindest der renommierte Modewettbewerb „Who is on next". Seine Kollektionen sind inspiriert Jugend, Zukunft, Melancholie, Street Culture und einer Unisex-Welt, was bei Xavi mal Spitze an Sportshorts und Rüschen an Jeans für Männer bedeuten kann aber auch Mäntel, Shirts und Jumpsuits in Extralarge für Frauen.

Mehr zur Fashion Week in Berlin findest du hier. 

Credits


Text: Lisa Riehl 
Bilder über die Designer