das ist die kostümdesignerin hinter den legendären outfits aus „die nanny“

Wir haben uns mit dem Mastermind aus der beliebten 90er-Sitcom getroffen, die den Style von Fran Fine erfunden hat. Und verraten dir die Fran-Fine-Formel.

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Apr. 28 2017, 8:00am

Bevor uns Carrie Bradshaw gezeigt hat, dass man mit einem normalen Gehalt eine Highfashion-Garderobe zusammenstellen kann, gab es Fran Fine. Sie hat uns gesagt, dass man auch mit einem Nanny-Gehalt Moschino tragen kann. Sie war die Schnäppchen-Königin, die nie den vollen Preis bezahlt hat, und sie hatte eine Geheimwaffe: Brenda Cooper. Die Emmy-prämierte Kostümdesignerin steckt hinter Hunderten berühmter Looks, die uns auf Instagram ständig begegnen.

Cooper hat Fran Drescher bei den Arbeiten zu einer anderen Fernsehserie kennengelernt. Die beiden haben sich auf Anhieb verstanden und Miss Fine hat versprochen, dass sie, falls sie je in einer Hit-Sitcom mitspielen würde, die junge Stylistin mitnehmen würde. Ein Jahr später wurde Die Nanny geboren und Fran Drescher hat ihr Versprechen gehalten. Im Verlauf von über sechs Staffeln haben die beiden einen Stil geprägt, der der Serie auch heute noch neue Fans verschafft. Die Nanny hat als bunte Zeitkapsel in die besten Modetrends der 90er überlebt, mit Statement Pieces von Marc Jacobs, Azzedine Alaïa, Todd Oldham, Anna Sui und Dolce & Gabbana. Wir haben der Stylistin ein paar Fragen über ihre Lieblings-Looks gestellt und verraten dir ihre Fran-Fine-Formel.

Die Grenze zwischen Fran Fine und Fran Drescher war mit Absicht unscharf. Beruhte der Look auf Fran Dreschers Style?
Nein, gar nicht. Meinen ersten Job als Designerin hatte ich mit Fran, wir haben uns gut verstanden und sie hat mich alles machen lassen — was sehr ungewöhnlich war. Sie hat es in meine Hände gelegt und ich wusste gleich von Beginn an, dass ich mit dem Style ein Statement setzen wollte. Das habe ich getan.

Ja, das stimmt. Was waren die Referenzen?
Ich arbeite sehr organisch und intuitiv. Ich liebe Fashion, Fran liebt Fashion, wir beiden lieben guten Style. Das hat sich so ergeben, ohne das wir groß darüber nachdenken mussten. Ich hatte ein Kleidungsstück, das ich von der Arbeit an einer Serie, an der ich davor beteiligt war, mitgebracht hatte, eine Moschino-Weste. Ich habe sie mir angesehen und wusste, dass ich damit arbeiten wollte. Ich liebe kräftige Farben und Muster. Die Weste war die Inspiration für die ganze Serie: sie war sexy, sie war frech. Ich wollte über das normal hinausgehen, aber es sollte stylisch bleiben.

„Das war die Kopie eines sehr teuren Kleids von Hervé Léger. Das muss um die 10.000 Dollar gekostet haben, wenn ich mich richtig daran erinnere. Erst durfte ich es ausleihen, dann brauchte ich es ein paar Monate um etwas anderes zu drehen und sie haben es mir nicht gegeben. Ich musste es kopieren. Das war die Kopie. Ich habe mit Neopren gearbeitet, das damals noch nicht so weit verbreitet war, um die Elastizität des Kleides zu imitieren", erklärt Brenda Cooper. 

Ich erinnere mich noch sehr gut daran. Es gibt jetzt so viele Bilder mit Fran neben einer Aufnahme von Kate Moss oder Linda Evangelista, die die gleichen Looks tragen. Wie viel hattest du mit der Fashion-Community in den 90ern zu tun?
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich damals keine Vorbilder hatte. Ich wusste einfach, was ich mag und was nicht. Wir haben in Beverly Hills gearbeitet und ich hatte ein Budget. Ich bin shoppen gegangen und habe unterwegs unglaubliche Pieces gesehen. Ich hatte aber keine Vorbilder, um diesen Style zu kreieren. Meiner Meinung nach wurden Mode und Style damals nicht entsprechend ihrer Bedeutung behandelt. Ich dachte mir, ich habe diesen Job und ich werde ein Statement setzen. Ich werde zeigen, dass Mode und Style wichtig sind und dass sie einen großen Einfluss haben können

Es gibt große Namen, die immer wieder vorkommen: Dolce & Gabbana, Moschino und Anna Sui. Hast du direkt mit den Designern gearbeitet?
Es gab einen Designer, Todd Oldham, den ich geliebt habe. Todd war eine Inspiration und ich habe eng mit ihm zusammengearbeitet und er hat uns viele Sachen geliehen. Aber meistens war es so, dass ich nach Beverly Hills gefahren bin und die Sachen gekauft habe. Damals funktionierte es anders: Fernsehen war so schnell, dass ich die Sachen sofort brauchte. Ich habe pro Woche 70 Outfits zusammengestellt. Ich habe Frans Looks verantwortet, war aber auch für alle anderen zuständig. Ich hatte gar nicht die Zeit, die Designer groß zu kontaktieren. Ich bin in die Kaufhäuser gegangen und habe mich von der Stange bedient. Damals hatte Dolce & Gabbana so viel Persönlichkeit; die Kleidung mit den Früchten, es gab viel Farben und die Mode hat Spaß gemacht. Deren Sachen waren mutige, freche und stylische Statements, mit einem Sinn für Humor und einem gewissen Witz.

Hier stellen wir dir den Instagram-Account vor, der Frans Style für eine neue Generation aufbereitet.

Das klingt nach einem Traumjob. Du hast einen Emmy für deine Arbeit gewonnen. Man hat aber das Gefühl, dass die Serie durch das Internet diese Fanscharen gewonnen hat. Wie findest du dieses neue Interesse an der Der Nanny?
Ich liebe es! Als ich daran mitgewirkt habe, wollte ich, dass die Serie die Zeiten übersteht. Aber das Leben geht weiter. Ich hatte meine Karriere und habe Kinder bekommen. Der Serie habe ich keine weitere Beachtung mehr geschenkt. Ich brenne für Mode. Ich liebe es, Statement-Looks mit Style und einem Sinn für Humor zu kreieren. Die jungen Mädchen und die Teenager, die die Serie lieben, sind großartig. Meine Freunde kommen immer noch zu mir und wollen, dass ich sie wie in Die Nanny einkleide. Das ist sehr berührend und ernstgemeint. Ich habe viele Online-Kommentare gesehen, in denen die Menschen davon erzählen, wie sehr ihnen die Serie und die Looks durch schwere Zeiten geholfen haben. Das ist für mich der Wahnsinn. Einige sagen, dass ein Bild oberflächlich sei, aber für mich steckt darin auch so viel Kraft. Bilder beeinflussen die Art und Weise, wie wir uns fühlen, wie wir uns verhalten und wie wir wahrgenommen werden.

Gibt es einen Look, der für dich die Essenz von Fran Fine darstellt?
Ja, es gibt eine Formel, die Fran-Fine-Formel. Ein schwarzer Stiftrock, ein blauer Rollkragenpullover, schwarze Kunstleder-Highheels und dazu eine Weste. Westen sind immer noch ein großes Thema, ich habe noch viele hier. Fran und ich waren ein Team, das der Himmel geschickt hat. Wir hatten jeden Mittwochnachmittag einen Fittingtermin. Ich hatte Ständer mit Sachen, die sie anprobieren sollte. Ich habe die Sachen auseinandergerissen, einen Ärmel von hier mit einem Ärmel von da genommen und die Sachen kombiniert. Kein Stück von der Stange ist direkt in der Serie gelandet, ohne das wir es verändert oder es ergänzt hätten. Das war eine Teamarbeit, sie hat mir vertraut. Die Zusammenarbeit war einfach, unangestrengt und der lustigste Job aller Zeiten.

@brendacooperstyle

Credits


Text: Wendy Syfret
Backstage-Polaroids: Courtesy of Brenda Cooper