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londoner designer schreiben einen offenen brief an central st. martins gegen den gebrauch von pelz

Gemeinsam mit PETA fordern sie die Studenten auf, kein Pelz mehr für ihre Kreationen zu nutzen. Wir viel kann eine solch öffentliche Aufforderung bewirken?

von Lisa Leinen
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25 Oktober 2016, 1:16pm

Pelz, das wohl umstrittenste Material der Modeindustrie, läuft derzeit wieder über die Straßen. Allerdings nicht auf dem Rücken und Pfoten der Tiere, wo er eigentlich hingehört, sondern als Mantel, Schuhsohle oder Kragen. Während jegliche Fellarten in früheren Jahrhunderten als absolutes Luxusgut galten, die nur bestimmten Personengruppen und Ständen vorbehalten waren, ist Pelz heutzutage der wohl modischste Zündstoff aller Diskussionen.

Seit Jahren kämpft PETA unerbittlich gegen die damit einhergehende Tierquälerei und Tötung für modische Zwecke. In den 90ern waren es auffällige Kampagnen mit prominenten Pelz-Gegnern wie Pamela Anderson oder Cindy Crawford, jetzt unterstützt die Tierschutz-Organisation eine Gruppe junger britischer Designer, die sich vehement gegen die tierische Faser ausspricht. In einem offenen Brief fordern u.a. Designer wie Hannah Weiland, die Shrimps-Gründerin, die für ihr Label ausschließlich Kunstpelz verwendet und damit berühmt geworden ist, und die Modemacher Molly Goddard, Faustine Steinmetz, Marta Jakubowski die Designstudenten der Modeschule Central Saint Martins in London dazu auf, zukünftig auf Pelz zu verzichten. 

Darin heißt es unter anderem: „Als zukünftige Modedesigner habt ihr, als Studenten der Central Saint Martins, die Möglichkeit, die nächste Generation an Konsumenten nachhaltig zu beeinflussen. Viele Käufer weigern sich bereits, Pelz an ihrer Kleidung zu tragen, die Industrie schrumpft, und genau deshalb versucht sie, junge und aufstrebende Designer zu überzeugen, indem sie Felle günstig an sie abgibt. Wir fordern euch dazu auf, diese Bestechungsgeschenke nicht anzunehmen und den Anreiz zu ignorieren."

Kann ein offener Brief den Druck erhöhen und tatsächlich etwas bewirken? Bis dato gibt es noch keine Antwort auf die Aufforderung. So oder so: Ein wirkliche Antwort kann man sowieso erst bei der nächsten Kollektion-Präsentation erwarten. Denn dann zeigt sich, welches der jungen Talente sich gegen die immer noch millionenschwere Industrie der Modebranche gestellt hat oder stellen wird. 

Credits


Text: Lisa Leinen
Foto: Shrimps, Brief über Peta