der ultimative guide zum du selbst sein von i-D original mum tricia jones

„In den sieben Jahren, in denen ich mit Tricia Jones zusammengearbeitet habe, habe ich sie immer als Verfechterin von natürlicher Schönheit erlebt. Tricias Einstellung und ihre „Fühl-dich-wohl-in-deiner-Haut“-Haltung waren ungewöhnlich in einer Branche...

von i-D Team
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27 Dezember 2014, 8:00am

Ich habe schon immer daran geglaubt, dass gute Gesundheit das größte Geschenk ist, das wir haben, und ich habe gelernt, dafür sehr dankbar zu sein.

Ich versuche, so gesund wie möglich zu essen: keine chemischen Zusätze, kein Fast Food. Die Hinweise auf der Verpackung lesen. So informiert wie möglich sein.

Ich habe Medikamente auf ein Minimum reduziert und benutze Naturkosmetik und natürliche Haarprodukte, wo es nur geht. Sie kennen mich gut in meinem Biomarkt.

Anstatt mir Gedanken über das Altern zu machen, versuche ich das Mehr an Weisheit wertzuschätzen.

Ich mache den Sport, der mir Spaß macht, und versuche, mich so fit wie möglich zu halten. Wenn es dir keinen Spaß macht, dann wirst du damit auch nicht weitermachen. Seit sieben Jahren mache ich jeden Tag Yoga und versuche so oft wie es das Wetter und mein Terminkalender erlauben, ungefähr eine Stunde, fünf- bis sechsmal die Woche im Park spazieren zu gehen oder auch ma llängere Spaziergänge durch die Natur zu unternehmen.

Ich widerstehe dem Versprechen der Schönheitschirurgen vom perfekten Älterwerden. Ich sollte nicht so aussehen wie meine Töchter und ich trage die Label „Mutter" und „Großmutter" mit Stolz.

Ich habe im Lauf der Zeit herausgefunden, dass es hilfreich ist, ältere Vorbilder zu haben. Frauen, von denen ich dachte, dass sie es richtig machen. Sie haben mich darin bestärkt, weil ich mir dachte, wenn die das können, dann kann ich das hoffentlich auch.

Und zum Schluss: Ich bin mit meinem Alter, ich bin 67, im Reinen und muss mich nicht jünger machen oder es als Ausrede dafür benutzen, etwas nicht zu tun. Ich denke, dass wir uns hohes Alter auch einreden können. Das ist genauso, wie wir uns manchmal zu sehr über schlechte Gesundheit sorgen und Krankheit erst dadurch heraufbeschwören.

Terry [Jones, ihr Ehemann und i-D-Gründer] möchte hervorheben, dass ich morgens meistens nur 10 Minuten für das Make-up brauche - während ich im Auto sitze. Weil der Tag einfach zu wenige Stunden hat, schminke ich mich im Auto. So war das schon immer: Als Teenager habe ich an der Endhaltestelle der Bakerloo-Linie gewohnt und mein fahrbarer Untersatz war die U-Bahn. Das stand beziehungsweise steht immer noch im Gegensatz zu den Gewohnheiten meiner geliebten Mutter, die nicht eher zum Frühstück erschienen ist, ohne dass sie sich ihr Gesicht aufgesetzt hatte.

Mein Vater hatte mir freudig prophezeit, dass ich mit 30 keine Haare mehr haben würde, weil ich sie damals jeden Tag gewaschen habe. Glücklicherweise lag er falsch, aber seit Jahren wasche ich meine Haare nur noch einmal die Woche. Nur Spülung benutze ich jeden Tag.

Auf einem unserer Fotoshootings vor vielen Jahren hat mir ein Make-up-Artist davon abgeraten, Produkte mit Alkohol für mein Gesicht zu verwenden. Er sagte, dass das so wäre, als ob ich mir Abbeizmittel ins Gesicht reiben würde. Ich habe ihm zugehört und verwende seitdem nur natürliches Rosenwasser oder einen Mix aus Rosenwasser und Witch Hazel, um Make-up zu entfernen. Seine Worte haben einfach Sinn ergeben.

Vor sieben Jahren hat mich Alexandra Shulman [Chefredakteurin der britischen Vogue] gefragt, ich ein Teil von Vogue's jährlicher Age Issue sein möchte. Anfangs habe ich abgelehnt, obwohl ich mich geehrt gefühlt hatte, aber auch verlegen. Alex meinte zu mir, dass ich es mir nochmal überlegen soll. Als ich erfahren habe, dass es nach meinen Bedingungen laufen wird, wurde es für mich ein interessantes Projekt. Die Leute von Vogue haben Haare, Make-up und professionelle Fotografen gestellt, ich konnte aber Terry als Fotografen wählen. Die Haare und das Make-up habe ich selber gemacht und so wurde das Foto geschossen. Was für mich aber am wichtigsten war: Es sollte keine Bildnachbearbeitung geben.

Es ist eine Sache zwischen einem guten Foto und einem peinlichen Sieht-schrecklich-aus-Foto zu wählen, und ich bin nicht schüchtern, wenn es darum geht, sich für das richtige zu entscheiden. Aber das Foto einer 60-jährigen nachzubearbeiten, die doch gerade verkörpern sollte, dass man mit 60 noch gut aussehen kann, ist wirklich unnötig. Freundlicherweise ließ mir Vogue meinen Willen und winkte das Bild so durch, wie wir es abgeliefert hatten. Sogar unser Sohn Matt sagte danach zu mir: „Das ist ein gutes Foto von dir, Mama! Es sieht so aus wie du." Es war das beste Kompliment, das ich mir selber machen konnte.

Credits


Foto: Terry Jones