tante vivian kritisiert jada pinkett smiths aufruf zum oscar-boykott

Laut Janet Hubert, die in den 90ern neben Will Smith in der Fernsehserie „Der Prinz von Bel-Air“ mitgespielt hat, gebe es wichtigere Themen, über die man sich Sorgen machen sollte, als Schauspieler und die Oscars.

von Nick Levine
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20 Januar 2016, 9:55am

Der Prinz von Bel-Air-Schauspielerin Janet Hubert hat ihren früheren Co-Star Will Smith und dessen Ehefrau Jada Pinkett Smith kritisiert, nachdem diese einen Boykott der Oscar-Verleihung durch schwarze Schauspieler vorgeschlagen haben. In allen 20 Schauspielerkategorien der Academy Awards wurden dieses Jahr nur Weiße nominiert. Unter den Schauspielern, die leer bei den Nominierungen ausging, war Will Smith, der für seine Rolle im Sportdrama Concussion für einen Golden Globe nominiert war. In dem vierminütigen Video, das die amerikanische Schauspielerin, die in den 90ern Tante Vivian in der Kultserie Der Prinz von Bel-Air spielte, auf Facebook postete, erklärt sie ihre Sicht der Dinge auf die unter dem Hashtag #OscarsSoWhite geführte Debatte. „Zuerst, Miss Thing, hat dein Mann keinen eigenen Mund, mit dem er sprechen kann?"

Janet Hubert wirft Jada Pinkett Smith vor, dass sie gegen ein relativ triviales Problem vorgeht: „Auf der Welt passiert gerade so viel Scheiß, was keiner von euch mitzubekommen scheint. Es sterben Leute. Unsere Jungs werden erschossen. Leute hungern. Leute versuchen, ihre Rechnungen zu bezahlen. Und du redest über gottverdammte Schauspieler und die Oscars. Es ist einfach nicht besonders tief."

Noch deutlicher wird sie über Will Smiths schauspielerische Leistung in Concussion. Seine Performance sei einfach nicht gut genug gewesen: „Ich glaube nicht, dass du mit diesem Akzent eine Golden-Globe-Nominierung verdient hast". Außerdem wirft sie Will Smith vor, dass er seine Schauspielkollegen am Set von Der Prinz von Bel-Air nicht unterstützt habe, als sie in den 90ern eine Erhöhung ihrer Gagen durchsetzen wollten. Jada Pinkett Smith hat bisher jeden Kommentar zu den Vorwürfen abgelehnt. Mittlerweile hat sich die Vorsitzende der Academy of Motion Picture Arts and Science (AMPAS), die die Oscars ausrichtet, Cheryl Boone Isaacs zur #OscarsSoWhite-Debatte geäußert. Ihr „blute das Herz und sie sei frustriert", dass es dieses Jahr so einen Mangel an Vielfalt bei den Nominierungen gibt und sie verpflichtete sich, Maßnahmen zu ergreifen, damit es zukünftig nicht wieder vorkommt. 

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