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versace träumt von einer besseren welt

Versace huldigt in der Herbst-/Winterkollektion 2015 der Selbstdarstellung im Internet.

von Anders Christian Madsen
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03 März 2015, 8:50am

Madonna kam nicht zur Show. Die Gerüchte um ihre Anwesenheit sorgten aber dafür, dass eine Horde von Paparazzi zur Stelle war, die die Gäste beim Verlassen der Show aus Frust beschimpften. Ihre Kommentare richteten sich, wie sollte es auch anders sein, gegen das Aussehen der Modejournalisten: unsere Kleidung, unsere Haare, unsere Körper. Während wir Modeleute uns an ein gewisses Maß an Angestarrt-Werden und Fingerzeigen gewöhnt haben, überschritt das die Grenzen. Draußen herrschte Chaos, doch drinnen passierte das komplette Gegenteil. Donatella freute sich auf eine neue, weitreichende, globale und digitale Welt von Selbstdarstellung, Emanzipation und Toleranz.

„Ich möchte das Heute und das Morgen definieren", sagte die Doyenne der italienischen Mode backstage, selbst häufig Zielscheibe von öffentlichen Beleidigungen aufgrund ihres Aussehens. Sie entwarf eine Kollektion über das Internet für das Internet, weihte das ganze mit dem Hashtag #Greek und überzog es mit dem Versace-Logo. „Keine Erinnerungen", sagte Donatella. „Ich möchte nicht mehr ins Archiv schauen. Ich möchte nicht mehr ans Archiv denken. Deshalb habe ich diese Absteppungen kreiert, die sich auch in den Prints und auf den Handtaschen wiederfinden. Es handelt sich um ein griechisches Symbol, ein Versace-Symbol." Es ist ein digitales Symbol für die unnachgiebige Coolness von Versace. Ein Look, der nicht nur fabelhaft aussieht, sondern auch ein bisschen Glitzer in die Welt tragen soll.

Strenge Schnitte und eine Steifheit bei der Linienführung ziehen sich durch die gesamte Kollektion und das scharfkantige Greek-Muster findet sich in den verschiedensten Farben auf den Kleidern wieder. „Es geht um uns Frauen", sagte Donatella. „Frauen haben heutzutage Macht. Wir arbeiten in Führungspositionen und haben so viele Ideen. Nicht nur in der Mode, sondern auch in der Politik. Wir sind emanzipiert. Ich fühle mich emanzipiert." Ihre Kollektion war so mutig und optimistisch wie die Designerin selbst. 

Credits


Text: Anders Christian Madsen
Fotos: Mitchell Sams