nacktschwimmen mit den meerjungfrauen von hawaii

Hungrig nach Sonne und der Ferne? Dann tauch ein in die Bilder der Fotografin Yana Toyber.

von Tish Weinstock
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27 Mai 2016, 3:05pm

Schon als Kind war die in New York lebende Fotografin Yana Tobyber von der Magie Hawaiis fasziniert. Von der üppigen Vegetation über Vulkane bis zu exotischen Stränden und dem blauen Wasser: Für Yana gibt es keinen Ort wie diesen. In ihren Arbeiten geht es um die Verbindung zwischen Frauen und Wasser. Für ihre neueste Fotoreihe Sacred hat sie sich von der Natur auf der Insel und ihren Bewohnerinnen inspirieren lassen und hat Frauen nackt in den verwunschenen Wasserstellen, den sogenannten Rockpools, fotografiert. Wir haben der Fotografin ein paar Fragen über die Liebe, das Leben und den Wert von Nacktheit gestellt.

Erzähl uns mehr über dich und wo du herkommst.
Ich komme aus New York und bin dort auch aufgewachsen. Auf der Highschool habe ich meine Leidenschaft zur Fotografie entdeckt und ich bin auf eine Ballettschule gegangen, The School of American Ballet, wo ich viel über Disziplin, harte Arbeit und Schmerzen gelernt habe.

Wie bist du zur Fotografie gekommen und was inspiriert dich so daran?
Ich wurde von vielen aus dem Fotografiekurs auf der Schule gefragt, ob ich für sie modeln würde. Dadurch habe ich überhaupt erst von dem Kurs erfahren. Ich bin hingegangen, habe in Büchern geblättert, unser Lehrer hat über verschiedene Fotografen und ihre Arbeiten gesprochen—und ich war sofort begeistert. Ich musste darum betteln, dass sie mich aufnehmen. Nach einigen Schwierigkeiten wurde ich aufgenommen und der Rest ist Geschichte.

Wie würdest du deine Ästhetik beschreiben?
Darüber habe ich noch nicht so viel nachgedacht. Die hat sich so entwickelt und seitdem ich mit dem Fotografieren angefangen habe, auch sehr verändert. Ein roter Faden aber, der sich durch meine Fotos durchzieht, scheint die Art und Weise zu sein, wie ich Frauen fotografiere. Thematisch bin ich sehr auf Frauen fokussiert. Ich habe in der Vergangenheit Sexarbeiterinnen, Surferinnen, Fotografinnen, Models und Bräute in intimen Situationen fotografiert.

Wer oder was inspiriert dich? Und warum?
Die Natur und die Liebe inspirieren mich. Wenn ich draußen in der Natur bin, habe ich einen klaren Kopf, besonders am Meer. Mein Kopf ist dann so frei wie eine leere Leinwand. Und Liebe ist die treibende Kraft hinter allem.

Was steckt hinter Sacred?
Sacred ist ein Projekt, was ich vor einem Jahr auf Hawaii angefangen habe. Die Idee kam mir gleich, als mich eine Freundin mit zu einem Rockpool genommen hat. Wir mussten lange wandern, um einen zu finden, es war nicht einfach. Als wir dann aber endlich einen gefunden hatten, war ich sprachlos. Rockpools sind Frischwasserstellen, die vom Meer umgeben sind.

Warum sind die Frauen nackt?
Nacktheit ist der natürlichste Zustand der Frau und steht für eine Verbindung zwischen der Frau und dem Wasser—zwischen dem weiblichen Körper und der Natur.

Welche Verbindung möchtest du zwischen dem nackten Frauenkörper und den Wasserstellen herstellen?
Ich zeige anderen die Schönheit, die in dieser Kombination liegt. Auf Hawaii gibt es das Queen's Bath, also Königinnenbad. Als ich es entdeckt habe, wusste ich sofort, dass ich Frauen darin beim Baden fotografieren muss. 

In deinen Arbeiten geht es oft um die weibliche Form. Woher kommt dieses Interesse?
Wahrscheinlich daher, dass ich gerne das fotografiere, was ich kenne. Ich bin selbst eine Frau und kenne mich mit der weiblichen Form aus.

Wie unterscheiden sich die Bilder von deinen früheren Bildern?
Meine Arbeiten davor unterscheiden sich in gewisser Weise sehr davon, gleichzeitig sind sie aber der neuen Fotoreihe sehr ähnlich. Ich fotografiere mit Sofortbildkameras. Es gab viele Bilder, die im oder am Wasser, aber nicht unter Wasser entstanden sind. In meinem letzten Projekt ging es um Menschen—Männer wie Frauen—und Landschaften, es gab eine Verbindung zur Natur. Sacred ist anders, weil ich nur Frauen fotografiert habe und es mir um die direkte Verbindung zwischen Frauen und der Natur ging.

Was ist die Hauptaussage, die sich in den Bildern wiederfindet? Was möchtest du dem Betrachter über die Menschheit und die Natur sagen?
In all meinen Arbeiten gibt es eine starke Verbindung zwischen den Menschen und der Natur, weil diese Kombination für mich wunderschön ist und sich natürlich anfühlt. Mir ist schon bewusst, dass nicht jeder so stark darüber empfindet. Und genau diese Menschen möchte ich mit meinen Fotos gerne daran erinnern.

Woran arbeitest du im Moment sonst noch?
Ich arbeite mit Paper Works NYC gerade an Bücher- und Zine-Veröffentlichungen, außerdem soll es Ausstellungen und Kampagnen geben. Ich arbeite gerne sowohl an kommerziellen als auch an persönlichen Projekten. Durch kommerzielle Projekte erreicht meine Vision ein großes Publikum und ich freue mich immer über Kollaborationen auf unterschiedlichen Leveln und auf unterschiedlichen Plattformen.

yanatoyber.com

Credits


Text: Tish Weinstock
Fotos: Yana Toyber

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