viktor & rolf kehren der prêt-à-porter den rücken zu

Das niederländische Duo wird eine letzte Prêt-à-porter-Kollektion produzieren, hat seine Show bei der Pariser Fashion Week im März jedoch abgesagt.

von Adam Fletcher
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05 Februar 2015, 9:45am

Anfang der Woche wurde bekannt, dass das niederländische Label Viktor & Rolf nach seiner Autumn / Winter 15 Saison ihr Ready-to-Wear-Kollektion auflassen wird, um sich auf die Haute Couture und Parfüme zu konzentrieren. Ein Sprecher des Designduos sagte zu WWD, dass das Label eine finale Prêt-à-porter-Kollektion für Frauen präsentieren und verkaufen wird, aber nicht mehr auf der Pariser Fashion Week im März dabei sein wird.

Nachdem sich Viktor Horsting und Rolf Snoeren auf der Arnhem Academy of Art und Design kennengelernt hatten, starteten sie 1993 ihr Label und zeigten fünf Jahre später ihre erste Haute-Couture-Kollektion in Paris. Kurz darauf folgte ihre Prêt-à-porter-Linie, sie kollaborierten 2006 sogar mit H&M und feierten mit dem Flowerbomb-Parfüm einen Überraschungserfolg. 2008 erwarb die OTB-Gruppe, Eigentümer der Marken Martin Margiela, Marni und Diesel, die Mehrheit am Label.

„Wir wollen uns auf unsere künstlerischen Wurzeln zurückbesinnen. Wir haben Mode immer zum Kommunizieren genutzt, es ist unser künstlerisches Ausdrucksmittel", sagte Horsting WWD. Weiter sagte er, dass Prêt-à-porter anfing, künstlerische Grenzen zu setzen. Indem wir uns davon verabschieden, erhalten wir mehr Zeit und Freiheit."

Die Ankündigung kommt nach ähnlichen Entscheidungen von Jean Paul Gaultier und Meadham Kirchhoff, sich von der Prêt-à-porter abzuwenden. Diese Ereignisse werfen wichtige Fragen über immer schnellere Produktzyklen und ihren Preis auf.

Ob sie nun Maggie Rizer in unzählige Stofflagen für ihre „Russian Doll"-Kollektion 1999 gesteckt haben oder Patty und Selma Bouvier für das Harper's Bazaar legendäre Simpsons-Feature einkleideten, Viktor & Rolf gehören zu den kreativsten Köpfen der Modebranche. Wir freuen uns darauf, was ihre neue Freiheit für ihre einzigartigen Couture-Kreationen bedeutet, sind aber gleichzeitig auch enttäuscht, dass das zermürbende Tempo der Modezyklen ein weiteres Opfer gefordert hat.

Credits


Text: Emily Manning
Foto: Anuschka Blommers und Niels Schumm

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