die besten momente in der haute-couture-geschichte

In Paris ist Haute Couture-Woche und wir werfen einen Blick zurück auf die fünf extravagantesten Momente der Haute-Couture-Geschichte. Von Yves Saint Laurents revolutionären russischen Ballerinas bis zu Muglers Mega-Mutanten aus den Neunzigern, unser...

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08 Juli 2015, 8:30am

YSLs Ballets Russes
Yves Saint Laurent war zweifelsfrei der originale Rebell der Haute Couture. Im zarten Alter von 21 Jahren übernahm er von Monsieur Dior höchstpersönlich die Leitung des Hauses Christian Dior und Yves schüttelte die verstaubte Institution Haute Couture ordentlich durch, indem er sie von ihrem ultra-exklusiven Mehltau befreite. 1957 schockierte er das Couture-Publikum mit einer Dosis Gegenkultur. Yves vielfältige und dynamische Couture-Kollektionen ließen ihn zum Experten von kultureller Aneignung werden, er holte afrikanische Brustlatze und marokkanische Suq-Märkte in die High Fashion. Inspiriert von Léon Baksts Kostümen für die Ballets Russes Anfang des 20. Jahrhunderts, wurde seine Russian Collection von 1976 zu einer der bekanntesten Kollektion der Modegeschichte, Ornamente und Opulenz zelebriert - also praktisch alles, was Haute Couture zu Haute Couture macht. 

Karl-Wald bei Chanel
Obwohl Chanels Couture-Kollektionen an sich nicht besonders ausladend sind, die Sets sind es alle Mal. Man muss nicht weiter als Spring/Summer 13 gehen, wo Karl Lagerfeld buchstäblich einen Wald geschaffen hat. Des Kaisers Gewänder sollen Assoziationen mit der deutschen Romantik des 19. Jahrhunderts wecken und haben das auch auf vielleicht viszeralste Weise getan: ein gesamter Wald wurde ins Grand Palais verpflanzt, Baum für Baum.

Thierry Muglers Mutanten
Die Vorliebe des Franzosen für übertriebene Schultern und extreme Wespentaillen definierten die Mode der 80er als hypersexuelles Machtspiel. Ob inspiriert von Schmetterlingen oder Bionik, Muglers Frauen wurden auf den immer fantasievolleren Laufstegen zum Leben erweckt, seine Theatralik ebnete den Couture-Herrschern John Galliano und Alexander McQueen den Weg. „Ich glaube nicht an natürliche Mode", sagte er. „Lasst es uns machen. Das Korsett. Den Push-up-BH. Alles! Wenn wir es machen, dann so richtig." Muglers Autumn-/Winter-97-Couture-Kollektikon hat dieses Versprechen eingelöst. 

Die böse Königin im Wunderland für Christian Dior
Wenn Yves Saint Laurents subversiver Geist Dior durch die Trauerzeit nach dem Tod von Christian geführt hat und Marc Bohan und Gianfranco Ferre das Haus durch das turbulente 20. Jahrhundert gebracht haben, dann hat John Galliano es ins neue Jahrtausend katapultiert. Nach seinem Zwischenstopp bei Givenchy - seine Berufung bedeutete, dass zum ersten Mal überhaupt ein britischer Designer ein französisches Haute-Couture-Haus angeführt hat, nahm der gebürtige Gibraltarer seine Theatralik mit zu Dior. Gallianos Autumn-/Winter-06-Kollektion war eine Mischung aus böser Königin im Wunderland und eine Gartenparty mit der Lautstärke mit zum Anschlag -Renaissance-Chic trifft auf Punkrock im Grünen. Man war sich nicht sicher, ob seine Girls Jeanne d'Arc, die Herzkönigin oder Siouxsie Sioux oder nicht doch eine Mischung aus allem war. 

Alexander McQueens Debüt für Givenchy
„Gebt mir Zeit", sagte Alexander McQueen, „und ich werde euch eine Revolution geben." Es scheint so, dass der Visionär nicht viel davon brauchte, um sich einen Namen in der Couture-Welt zu machen. Obwohl der Designer seine allererste Givenchy-Kollektion als „Müll" bezeichnet hat oder nicht (vielleicht glaubte er das wirklich, oder heizte damit nur die Kontroverse an, die letztlich zu seiner Kündigung bei dem französischen Haus nach nur fünf Jahren führen würde), eines ist sicher: sie änderte die Richtung von Givenchy auf dramatische Weise. Als Nachfolger von Galliano verpasste der 27-jährige McQueen dem Haus seine dunkle, verdrehte Fantasie als Gegenentwurf zur Opulenz und schuf so einige der markantesten Momente in der Geschichte von Givenchy. Er schickte Naomi Campbell in einem goldenen Kleid mit Widderhörnern auf den Laufsteg und präsentierte weitere Cherub-Looks.

Credits


Text: Emily Manning
Bild via YouTube