triff den supreme-designer, der die new yorker menswear aufwirbelt

Wir sprachen mit dem Anführer der Proper Gang – Max Vanderwoude Gross – über seinen neuen Job bei Supreme.

von Emily Manning
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01 September 2015, 10:05am

Im Februar stellten wir dir die zehn Design-Newcomer aus New York vor, die du dir merken solltest. Einer dieser Designer war Max Vanderwoude Gross, der 28-Jährige hinter dem Label Proper Gang. Seit 2012 hat Max kontinuierlich an seiner Handschrift gearbeitet: er interpretiert Menswear-Klassiker neu und ergänzt sie um eine frische, junge Perspektive (Pikee-Polos mit transparenten Maschenmustern oder eckige, maßgeschneiderte Cropped-Hosen. Die Kleidung von Proper Gang ist clean und casual, aber niemals einfallslos. Als wir dann erfuhren, dass Max still und leise zum neuesten Designer bei Supreme berufen wurde, waren nicht sonderlich überrascht. Laute Töne vermeiden beide Labels und kommunizieren durch ihre Kleidung. Wir trafen Max und sprachen mit ihm über seinen neuen Job bei Supreme.

Erzähle uns mehr über die neueste Kollektion von Proper Gang. Was ist die Richtung der oder die Grundstimmung?
Unser Ansatz verändert sich nicht dramatisch von Saison zu Saison. Wir achten darauf, dass wir in unserem Glaubenssystem bleiben und gleichzeitig aber auch die Dinge vorantreiben, die unsere Welt ausmachen.

Silhouette spielt bei der Marken-DNA von Proper Gang eine entscheidende Rolle. Als die Marke lanciert wurde, waren die Schnitte gerade und leicht abgeschnitten. Wie hat sich die Silhouette weiterentwickelt?
Während die Cropped-Hose zu unserem Markenzeichen wurde, soll unsere Kleidung gut passen. Dasselbe gilt für unseren Stoffansatz: Wir nehmen das, was sich für jeden einzelnen Style richtig anfühlt. Einige Teile sollen nicht so passen, also entwerfen wir einen Style, der luftiger ist. Unsere Kleidungsstücke sollen sich authentisch, relevant und interessant anfühlen, ohne dabei allzu sehr designt zu wirken.

Proper Gang wurde vor drei Jahren lanciert. Wie hat sich zeitgenössische Menswear seither entwickelt?
Es mag wie ein Klischee klingen, aber Proper Gang entstand teilweise deswegen, weil wir Kleidung tragen wollten, die wir nirgendwo finden konnten. Der Menswear-Markt hat insgesamt ein höheres Level an Sättigung erreicht, was für Kunden eine gute Sache ist, weil sie so mehr Auswahl haben. Ich könnte mich darüber kritisch äußern, aber das werde ich nicht.

Du hast keinen Design-Hintergrund. Wie hat das deine Herangehensweise beeinflusst?
Ich habe keinen Modedesign-Hintergrund aber ich habe andere Designbereiche studiert. Ich war schon immer ein Beobachter und auf eine gewisse Art und Weise ein Außenseiter. Und da ich auch kein großer Techniker in einem speziellen Handwerk bin, musste ich im Lauf der Zeit ein Auge dafür entwickeln, was gut ist und was nicht. Daraus hat sich ein Instinkt entwickelt. Woran ich gerade arbeite, hat sich auf organische Weise entwickelt. Es fühlt sich sehr natürlich und zwanglos an, so gehe ich an die Designs heran.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Supreme?
Ein früher Unterstützer von Proper Gang fädelte das ein.

Unterscheiden sich deine Verantwortlichkeiten bei Supreme groß von denen bei Proper Gang?
Meine Verantwortlichkeiten unterscheiden sich nicht allzu sehr, aber bei Supreme kann ich mich fokussieren, während ich bei Proper Gang viele Funktionen ausübe.

Grafiken spielen in den Designs von Proper Gang keine große Rolle, bei Supreme sind sie jedoch wichtig. Hast du schon darüber nachgedacht, wie du zukünftig mit Grafiken umgehen wirst?
Schon sehr früh haben wir uns entschieden, kaum Grafiken einzusetzen, hauptsächlich als Gegenreaktion darauf, dass wir zu viel zu schlecht gemachte davon gesehen haben. Seitdem haben sich Grafiken aber so weiterentwickelt, dass wir sie als authentisch empfinden. Wenn du unsere Arbeit verfolgst, wird unser Grafikansatz deutlich werden.

Kollaborationen sind einer wichtiger Aspekt bei Supreme. Wenn du mit irgendjemanden zusammenarbeiten könntest, wer wäre das?
Träume werden wahr, deshalb kein Kommentar.

Zwar sind in den Designs von Proper Gang europäische Elemente unverkennbar, trotzdem fühlt sich das Label und Supreme ausgesprochen nach New York an. Was inspiriert dich an der Stadt?
Ich lebe in New York, meine Familie kommt hierher, bis zurück ins späte 19. Jahrhundert, als sie über Ellis Island in die USA eingewandert sind. Die Geschichte der Stadt ist Teil meiner Geschichte. Die Künstler, die Penner, die Jugend, die Aufsässigen, die Ränder, das Getümmel, die Kultur, die Sommer, die Winter und die Charaktere, die die Stadt ihr Zuhause nennen. Es gibt eine reiche Vergangenheit und momentan passieren viele neue Dinge in der Stadt. Ich könnte darüber einen Essay schreiben. Im Endeffekt aber spürt man es oder nicht - und das mag ich.

Was sind deine Hoffnungen für die Zukunft?
Ich hoffe, dass ich bald Urlaub machen kann.

propergang.com

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Credits


Text: Emily Manning
Foto: Jerome Corpuz
Grooming: Dana Boyer

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