Diese Designerin macht Schmuck für deine Nase

Und kritisiert damit die obsessive Suche nach makelloser Schönheit

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Okt. 23 2018, 2:00pm

Unsere Gesellschaft ist unumstritten von Schönheit besessen. Der Launch eines neuen Lippenstifts lässt uns das Wasser im Munde zusammenlaufen, die Aussicht auf ein tolles Contouring-Set macht uns Gänsehaut – und sobald eins dieser Dinge dann auch noch mit Rihanna zu tun hat, implodiert das Internet. Aber wenn es darum geht die Vorzüge unseres Gesicht hervorzuheben, warum sollten wir eigentlich beim Make-Up aufhören?!

Eine Designerin, die weit außerhalb der standardisierten Beauty-Box denkt, ist Joanne T. Die junge Absolventin der renommierten Universität Central Saint Martins kreiert Schmuck für deine Nase. Ja, richtig gehört! Allerdings entwirft sie nicht die typischen Stecker oder Septumpiercings. Ihre Designs sind Skulpturen aus Gold, Diamanten und Perlen, die deine Nase in den Fokus rücken. Schließlich würdest du doch auch keinen Van Gogh ohne Rahmen an die Wand hängen – warum sollte deinem auffälligsten Gesichtsmerkmal also eine andere Behandlung zukommen?

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"Schönheit setzt sich aus verschiedenen Einflüssen zusammen und kann so erst eine Einheit bilden", erklärt Joanne. "Unsere Umgebung spielt dabei eine wichtige Rolle, da das Wissen, das Bewusstsein über diese Thematik nicht schon seit der Geburt vorhanden ist, sondern sich erst im Laufe unseres Lebens entwickelt. Die Art, wie wir Schönheit wahrnehmen, entsteht aus unserer Prägung durch verschiedene Kulturen, Gesellschaften und den Massenmedien. Statt einfach ein generelles Statement zum Thema Schönheit abzugeben, möchte ich es schaffen, dass Menschen reflektieren und auch in Frage stellen, was dieses Wort überhaupt bedeutet."


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Ihre multikulturelle Erziehung in Klang, Malaysia, hat definitiv ihre Spuren in Joannes Designprozess hinterlassen. Besonders interessiert sich die Designerin nämlich für die immer weiter wachsende Industrie für plastische und kosmetische Operationen, die sich in ihrem Heimatland großer Popularität erfreut. "Anstatt mich auf Nasen zu fokussieren, hätte ich auch die reichhaltige Kultur von Stammes-Verzierungen beleuchten können. Doch ich schaute lieber, wie Schönheits-Operationen ablaufen, wie das Ganze funktioniert", sagt sie. "Ich hoffe, so die Wahrnehmung von Schönheit, aber auch der eigenen Identität verändern zu können. Warum sollte man eine OP in Anspruch nehmen, um seine Makel zu verstecken, wenn man sie auch akzeptieren und durch Schmuck bereichern kann?"

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Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.