Foto: Screenshot von YouTube

2018 ist das Jahr der verstörenden Tanz-Filme

Von Gasper Noés "Climax" bis "Suspiria".

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Aug. 31 2018, 10:34am

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Tanz gilt eigentlich als Genre, in dem Menschen feiern und fröhlich sind, siehe Soul Train Line oder jede Solo-Darstellung zu Britney Spears' "Toxic" in der eigenen Wohnung. Im Film ähneln Tanzszenen dieses Jahr eher an einen Exorzismus, unterlegt mit Synth-Klängen. 2018 ist damit offiziell das Jahr der Horror-Tanzfilmen.

Gaspar Noé bringt mit Climax eine Mischung aus Paris brennt und The Shining in die Kinos. Luca Guadagnino liefert mit seinem Remake von Dario Argentos Horrorklassiker Suspiria seinen Nachfolger zu Call Me By Your Name und Jennifer Lawrence gibt eine russische Spionin, die als Ballerina die Köpfe ihrer Opfer verdreht. Wenn dir Black Swan zu harmlos war, empfehlen wir dir folgende Filme:

Climax

In Climax von Gaspar Noé spielen viele junge Pariser aus der Underground-Voguing-Szene mit. Nachdem sie in einer leeren Schule bei einer LSD-angereicherten Sangria Bowle zugeschlagen haben, zeigen sie ihre besten Moves. Im Zentrum der Truppe steht die französisch-algerische Schauspielerin Sofia Boutella. Obwohl sie für ihre Rollen in großen Actionfilmen bekannt ist, sind ihre Tanzmoves beeindruckend. Climax überzeugt auch mit seinem Soundtrack, zu dem Thomas Bangalter von Daft Punk den Song "Sangria" beigesteuert hat.

Madeline's Madeline

Newcomerin Helena Howard spielt in diesem spektakulären Coming-of-Age-Film ein jugendliches Wunderkind. Die Handlung dreht sich um eine Probe in einer experimentellen Theaterproduktion und eine bipolare Störung. Madeline's Madeline endet mit einer der erschreckendsten Tanzszenen der jüngsten Kinogeschichte und erinnert mit ihren Schweinmasken an einen Exorzismus. Ihre eindringliche Darstellung blieb auch Helena Howards Freunden nicht verborgen: "Als ich mit Leuten während des Drehs unterwegs war, haben sie mich mehrmals gefragt, ob es mir gut geht", sagt die Schauspielerin.

Red Sparrow

Sechs Jahre nach Silver Linings verwandelt sich Jennifer Lawrence für Francis Lawrence in Red Sparrow in eine Bolschoi-Balletttänzerin. Zwar beendet eine Verletzung vorzeitig die Ballettkarriere ihrer Figur, doch Tanz bleibt der integrale Bestandteil ihres Lebens. Als sexy Ballerina und Spionin verdreht die US-Schauspielerin ihren Opfern den Kopf. Für ihre Darstellung hat sie vier Stunden am Tag, fünf Tage die Woche mit dem Choreografen Kurt Froman zu Hause geübt. Chapeau!

Suspiria

Im Gegensatz zu Call Me By Your Name spielt der neue Film von Regisseur Luca Guadagnino nicht in der Idylle einer italienischen Villa, sondern in Berlin. In dem Remake von Dario Argentos Horror-Klassiker Suspiria aus dem Jahr 1977 folgen wir der jungen Tänzerin Suzy (Dakota Johnson) nach Berlin, die durch grausame, übernatürliche Ereignisse in einer Ballettschule landet. Die Dreharbeiten für Suspiria waren die Schauspielerin so traumatisierend, dass sie anschließend zum Therapeuten gehen musste.

Anna and the Apocalypse

Anna and the Apocalypse ist ein Horror-Musical in Form einer Zombieapoklypse: Jugendliche in einer schottischen Kleinstadt müssen um ihr Überleben singen und tanzen. Der Film bietet überragende Tanzroutinen und süchtig machende Popballaden, einschließlich einer sexy Interpretation von Eartha Kitts Hit "Santa Baby" aus dem Jahr 1953. Sarah Swire ist nicht nur die Frau, die sich die dynamischen Choreografien ausgedacht hat, sondern spielt auch als lesbische Freundin von Anna im Film mit.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.