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Klebe-Tattoos, bei denen du dir wünschst, sie wären für immer

Weder Peace-Zeichen, noch Schmetterlings-Motive aus der Kindheit, sondern temporäre Designs für wenig Geld. Wir stellen dir drei Künstler vor, die dir jeden Tattoo-Wunsch erfüllen.

Helen Schulte

Foto: Screenshot von Instagram

Das Relikt aus den 90ern ist wieder zurück! Ja, wirklich. Seitdem Klebe-Tattoos von internationalen Grafikern und Tattoo Artists überarbeitet wurde, flutet der neue Trend unseren Instagram-Feed. Statt den beliebten 90er Symbolen wie Peace-Zeichen, Schmetterlinge oder Tribals sind die temporären Begleiter auf der Haut die exakte Abbildung dessen, was du auch im echten Tattoo-Shop bekommst. Vorteile bringt diese Option nicht nur Neulingen auf diesem Gebiet. Denn die Tätowierten unter uns kennen es: Der Entschluss für ein neues Tattoo ist gefasst, der Tattoo Artist unseres Vertrauens auf Instagram entdeckt und dann die ernüchternde Nachricht – der Künstler ist bis auf Weiteres ausgebucht.


Auch auf i-D: Wir waren für euch in Südkorea unterwegs und haben uns gefragt, was Tattoos heutzutage noch bedeuten können.


Statt deprimiert zu einem anderen Künstler zu laufen, kannst du dir die Designs schon vorab zusenden lassen. Passt der Stil überhaupt zu mir und welche Stelle ist für das Motiv am Besten geeignet? Die Antworten darauf bekommt man so nicht erst, wenn die Farbe schon in der Haut verewigt ist. Wir stellen dir drei Tattoo-Künstler vor, die beweisen: Die neue Generation Tattoos kann viel mehr, als nur Nostalgie erwecken.


Lazy Duo


Die Gründerin von Lazy Duo, Man-yee Wong, bringt mit ihrem Onlinestore Tattoo-Kunst nach China. Die Idee dazu kam ihr in ihrer Zeit in Amerika. Nachdem sie acht Jahre in Kalifornien gelebt und gelernt hat, dass hier Tattoos als normal gelten, traf sie zurück in Hong Kong der große Kulturschock: "In China sah ich den großen Unterschied zwischen der amerikanischen und chinesischen Wahrnehmung von Tätowierungen." Dass Tattoos in China noch immer als Symbole von Gangstern und schlechten Menschen gelten, konnte sie nicht länger akzeptieren. Ihr Ziel ist politisch: Die Akzeptanz von Tattoo-Artists und Tätowierten in der chinesischen Gesellschaft zu steigern und Menschen zu vermitteln, dass Anderssein völlig in Ordnung ist.

Tattooniedesign

Der spanische Illustrator Conrad Roset wird für seine Zeichnungen des weiblichen Körpers gefeiert. Den ersten großen Erfolg landete der 29-Jährige für Zara. Seitdem arbeitet er als Freelancer und stellt seine Werke regelmäßig in Galerien und Museen aus. Dass seine Arbeiten nicht nur an Wände, sondern auch auf den menschlichen Körper gehören, entschied nun der Onlinestore Tattooniedesign. Es sind seine feinen Linien und sanften Farben, die nicht nur den weiblichen Körper darstellen, sondern sich auch hervorragend auf echten Frauen (und Männern) machen.

Sol Tattoo

Von der Netzgemeinde wird Kim Da Sol schon seit einigen Jahren für seine Kunst angebetet, denn er tätowiert auf der menschlichen Haut so präzise, als wäre sie ein Blatt Papier. Wegen extremer Nachfrage wurde er von Seoul nach Hamburg geholt, doch die Arbeit in Deutschland entsprach so gar nicht seinem Alltag: schließlich werden Tattoo-Artists in Südkorea für die Ausübung ihrer Kunst noch immer kriminalisiert. Viele Menschen trauen sich nicht in seinen Store – aus Angst vor der Polizei und der Verurteilung durch die Gesellschaft. Temporäre Tattoos sind ein Mittel, um das Erlebnis von Kunst auf die Haut zu projizieren, ohne dabei in die Kriminalität zu fallen. "Ich hoffe, dass Menschen diese Sticker nutzen, um das Gefühl meiner Tattoos zu erleben, sei es auch nur für einen kurzen Moment", erklärt Kim.