bei den mtv vmas wird es keine geschlechterkategorien mehr geben

Vorbei sind die Zeiten von Kategorien wie “Bester männlicher Act“ und “Bester weiblicher Act“.

von André-Naquian Wheeler
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27 Juli 2017, 9:10am

Dieser Artikel erschien zuerst auf i-D US.

Das Konzept, männliche und weibliche Künstler in unterschiedliche Kategorien zu packen, verstärkt nur die Vorstellung, dass Männer und Frauen nach verschiedenen Standards beurteilt werden sollten. Ein Beispiel gefällig? Mal darüber zu diskutieren, ob Nicki Minaj ein besserer Rapper als Kendrick Lamar ist, wäre eine willkommene Abwechslung gegenüber des Endlosstreits zwischen Remy Ma und Nicki Minaj, der die Medien diesen Sommer belustigt hat. Deshalb schafft MTV die Kategorien "Bester männlicher Act" und "Bester weiblicher Act" ab und führt sie in die Kategorie "Bester Act" zusammen — ein Schritt in die richtige Richtung.

Die 2017 MTV VMAs, die am 27. August stattfinden, wird die erste Award-Show in der 33-jährigen Geschichte des musikalischen Spektakels sein, in dem es keine Geschlechterkategorien mehr gibt. Kendrick Lamar dominiert dieses Jahr die VMAs mit acht Nominierungen, dahinter Katy Perry und The Weeknd mit fünf.

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Die Einteilung in männliche und weibliche Künstler wird auch bei anderen Preisen aufgegeben. Die Grammys haben 2011 ihre Kategorien schon von Geschlechterbezeichnungen befreit, allerdings ging es der Academy eher darum, die Anzahl der Preise zu reduzieren und nicht darum, ein Zeichen gegen Sexismus zu setzen. Die Recording Academy hat über 31 Kategorien eingestampft, um das Prestige des Awards zu sichern. So wurden Kategorien mit einer geringen Anzahl an Einsendungen wie "Beste männliche R&B Performance" und "Beste weibliche R&B Performance" einfach zu "Beste R&B Performance" zusammengelegt.

MTV hat bereits die Geschlechterkategorien bei seinen Movie Awards abgeschafft. Im Mai gewann Emma Watson den Preis in der Kategorie "Bester Schauspieler" für ihre Rolle in Die Schöne und das Biest; Milly Bobby Brown räumte in der Kategorie "Bester Schauspieler in einer Fernsehshow"für ihre Darstellung von Eleven in Stranger Things ab. "Das Publikum sieht tatsächlich keine Grenzen zwischen den Geschlechtern", sagte Chris McCarthy, Head of MTV. "Also haben wir diese Grenzen eingerissen."

Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Wann wird es das in Deutschland auch geben?

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Text: André-Naquian Wheeler
Foto: Screenshot via Twitter