von ginsberg bis kerouac: eine reise in das new york der jungen beatniks

Ein neuer Bildband feiert den verstorbenen Fotografen Dave Heath, der im bekannten New Yorker Washington Square Park die Rebellen, die Poeten und die Folkmusiker dokumentiert hat.

von Alice Newell-Hanson
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05 Dezember 2016, 11:38am

Der Washington Square Park gehört zu den bekanntesten Orten in New York. Seit über einem Jahrhundert finden hier Lesungen und Versammlungen statt, er ist einer der ersten Anlaufpunkt für Jugendliche, die von zu Hause weglaufen, und auch bei den Studenten der nahegelegenen New York University ist er ein beliebter Treffpunkt zwischen Vorlesungen. In den späten 50ern, als der Fotograf Dave Heath nach New York kam, war der Ort als Drogenumschlagsplatz verschrien. Simone de Beauvoir beschreibt den Washington Square in ihrem Reisetagebuch als „einen kosmopolitischen Chor aus Touristen, Intellektuellen, Studenten und dubiosen Beatniks, Hippies und Künstlern, die sich dort versammeln, während in den schlecht ausgeleuchteten Nachtclubs und Cafes Blues- und Folksänger auftreten."


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Heath hat mit seinen Schwarz-weiß-Fotografien diese Stimmung eingefangen. Eine junge Frau, die einen Jean-Seberg-Pullover trägt, hält in ihren Armen eine Katze und wird in einem Moment der Überraschung mit einem offenen Mund festgehalten. Jugendliche mit dicken Hornbrillen, die sich umarmen. Ein jungen Musiker mit einem Porkpie-Hut und einer beknifft dreinschauenden Freundin-sie alle hatte Heath vor seiner Kamera. Zusätzlich war er viel in den berühmten Cafes in der Gegen um den Park unterwegs. Im der 7 Arts Coffee Gallery hat er zum Beispiel Allen Ginsberg, Gregpry Corso und Jack Kerouac bei Lesungen fotografiert. Alle drei sind im Bildband zu sehen, für den das berühmte Gedicht Howl als Einleitung zu den Fotos dient.

„Auch wenn Daves Fotografie vom Washington Square Park als Straßenfotografie gelten können, haben ihn doch mehr die persönlichen Nuancen der menschlichen Existenz fasziniert, die er in seinen Subjekten gesehen hat", so Galerist Stephen Bulger. „Seine Fotos nutzen die Menschen, die er in der Öffentlichkeit gefunden hat, um mehrere Aspekte seiner selbst zu zeigen."

Dave Heath ist an seinem 85. Geburtstag im Juni dieses Jahres gestorben, kurz vor der Fertigstellung des Buch. „Seine Bilder sind so schön und gefühlvoll, dass es kaum in Worte zu fassen ist", so seine Verlegerin Rachel Stanley zu i-D.

Washington Square

von Dave Heath erscheint bei Stanley/Barker, in Kollaboration mit Howard Greenberg Gallery und Stephen Bulger Gallery.

stanleybarker.co.uk

Credits


Text: Alice Newell-Hanson
Fotos: Dave Heath, Courtesy Stanley/Barker

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