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das waren die besten, nicht-katastrophalen momente der oscars 2017

Dieses Jahr hat uns die positiven Vibes gebracht, die wir vermisst haben.

von Wendy Syfret
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27 Februar 2017, 10:10am

Image via Twitter

Was für Zeremonie. Auch ohne Warren Beatty und die Panne war es eine großartige Nacht. Der Schauspieler hat erst fälschlicherweise La La Land als Gewinner in der Kategorie Bester Film bekannt gegeben, nur um Sekunden später den wahren Gewinner zu küren: Moonlight. Trotz der größten Verwechslung in der Geschichte der Academy Awards haben die Goldjungen dieses Jahr wieder heller geglänzt und Schritte unternommen, um aus dem Schatten von #oscarssowhite zu kommen. In der diesjährigen Zeremonie war man sichtlich bemüht, auf die gegenwärtige politische und gesellschaftliche Großwetterlage einzugehen.

Und, ja, zugegeben, es war nicht alles perfekt. Diversity muss hinter der Kamera genauso wie vor der Kamera zelebriert werden, aber ein Anfang ist gemacht. Wir haben für euch die Highlights der letzten Nacht zusammengestellt.

Alles auf Moonlight
Ein Drama über schwule Schwarze gewinnt in einer der Königsdisziplinen. Die Einordnung dieser Entscheidung überlassen wir vorerst Twitter und wenden uns einen anderem Award für diesen bahnbrechenden Film zu: Barry Jenkins und Alvin McCraney gewinnen den Award für Bestes adaptiertes Drehbuch und widmen diesen Preis in ihrer Dankesrede den People of Color sowie denjenigen, die sich nicht der Zweigeschlechtlichkeit unterwerfen wollen — ein wirklich großer Moment.

Mahershala Ali schreibt Geschichte
Dank seiner Omnipräsenz in Film und Fernsehen im letzten Jahr hatte man das Gefühl, dass Mahersala Ali an jedem gehypten Release des Jahres 2016 beteiligt war. Aber sein Porträt des Juan in Moonlight hat ihm seinen ersten Oscar eingebracht. Damit ist er der erste muslimische Schauspieler, der diesen Preis erhalten hat. Er wurde christlich erzogen, aber ist dann im Erwachsenenalter nach einem Moscheebesuch mit seiner Ehefrau und seiner Mutter zum Islam konvertiert. Er hatte an diesem Abend gleich doppelten Grund zu Freude: seine Frau Amatus Sami-Karim hat vor Kurzem ihr erstes gemeinsames Kind zur Welt gebraucht.

Der erste Iraner im All hat den Preis für Asghar Farhadi entgegengenommen
Der iranische Regisseur Asghar Farhadi hat Anfang des Monats verkündet, dass er die Verleihung boykottieren wird, um „auf die ungerechte Behandlung von Einwanderern und Reisenden aus mehreren Ländern in die USA aufmerksam zu machen." Nachdem er bereits vor fünf Jahren für A Separation den Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film erhalten hat, durfte er sich dieses Jahr wieder für The Salesman darüber freuen.

Den Preis hat für ihn stellvertretend der erste Iraner im Weltall, Anousheh Ansair, entgegengenommen und seine starke Dankesrede vorgelesen: „Meine Abwesenheit geschieht aus Respekt vor meinen Landsleuten und den Menschen aus den sechs Nationen, die durch das unmenschliche Gesetz, das ihnen die Einreise in die USA verwehrt."

Er war aber nicht der einzige Gewinner, der aufgrund der aktuellen Einwandererdebatte nicht im Kodak Theater anwesend war. Cinematographer Khaled Khatib hat den Award für den Besten Dokumentar-Kurzfilm für The White Helmets gewonnen. Doch er durfte erst gar nicht in die USA einreisen. Das Heimatschutzministerium behauptet, nachteilige Informationen über ihn zu haben. Khatib ist Mitglied der syrischen Zivilverteidigung, die er im Film darstellt.

Regisseurin Ava DuVernay hat über Twitter ihre eigene Protestform gefunden und hat geschrieben, dass sie ein Kleid von einem Designer aus einem überwiegend muslimisch geprägten Land trägt, als kleines Zeichen der Solidarität.

Kleine Schleifen des Protests
Scharfe Beobachter haben bei mehreren Stars kleine blauen Schleifen auf den Kleidern und Anzügen gesehen. Ruth Negga, Lin-Manuel Miranda und Karlie Kloss, neben anderen, haben damit ihre Unterstützung für die „Stand with ACLU"-Kampagne bekundet. Die American Civil Liberties Union (ACLU) „arbeitet vor Gerichten, währen der Gesetzgebung und in den Communitys dafür, die individuellen Reche und Freiheiten, die jedem durch die Verfassung und Gesetze der USA garantiert werden, zu verteidigen und zu beschützen." Die Organisation hat mit ihrem lautstarken Protest gegen Präsident Donald Trumps Entscheidungen in letzter Zeit von sich reden gemacht.

Damien Chazelle hat die Millenials würdig vertreten
Zwar bekam La La Land gegen Ende der Zeremonie die Puste bei dem Preisreigen aus, aber den 32-Jährigen Damien Chazelle dabei zu sehen, wie er den Oscar für die Beste Regie mitnimmt, war herzallerliebst. Er ist jetzt ganz offiziell die jüngste Person in der Geschichte der Oscar-Academy, die diesen Preis erhalten hat. Die Erfolgslatte für über 30-Jährige liegt jetzt noch mal ein Stück höher.

Dev Patel hat seine Mutter mitgebracht
OK, zugegeben, das ist weniger politisch als die anderen Aspekte, aber es ist einfach niedlich und süß.

Credits


Text: Wendy Syfret
Foto: via Twitter