2, 4, 6, 8 we appreciate ... sandra kolstad

Die in Berlin lebende Sängerin Sandra Kolstad erklärt euch, was es bedeutet, eine Feministin zu sein, und wie sich Berlin und Oslo voneinander unterscheiden. Zusätzlich präsentieren wir euch ihren Song „Roots“, den ihr exklusiv auf i-D Germany hören...

von Alexandra Bondi de Antoni
|
26 Februar 2015, 9:30am

Die Musik von Sandra Kolstad ist experimenteller Elektro-Pop. Mit ihrem markanten Gesicht, ihrer zarten und doch etwas verzogenen Stimme (Hört es euch an, dann wisst ihr, wovon wir reden) und den extravaganten Outfits umgibt die gebürtige Norwegerin eine Aura von Mystik, Einzigartigkeit und Unnahbarkeit. Ihre Performances und Videos sind dramatisch und farbenfroh, wirken dabei aber nie aufgesetzt. Man nimmt es Sandra ab, dass sie einfach so ist und sich nicht verstellt, was ein Blick auf ihre Facebook-Seite, auf der sie oftmals private Schnappschüsse postet, nur noch mehr bestätigt. Es kann auch vorkommen, dass sie sich splitterfasernackt in ihren Musikvideos präsentiert, weil warum eigentlich nicht. Wir haben die Wahl-Berlinerin gebeten, uns ein paar Fragen zu beantworten, und haben uns von ihr erklären lassen, was es heißt, eine Feministin zu sein.

2 Musik-Videos, die Sandra verrückt spielen lassen:
1. Flying Lotus feat. Kendrick Lamar „Never Catch Me". 

2. „Ich habe vor Kurzem erst ein Video von dem Norweger Thor Brenne für „Låt Alla Gamla Drömmer Dö" von Æ gesehen. Die Farben sind so schön und die Geschichte wirklich einzigartig."

4 Unterschiede zwischen Oslo und Berlin:
Oslo ist immer vier Mal so teuer wie Berlin, oder so.

6 Leute, die Sandras Ästhetik beeinflusst haben:
1. Ihre Mutter. Sie ist Designerin und hat sie dazu gebracht, künstlerisch zu denken.

2. Ihr Co-Producer und Lebenspartner Petter Eldh, weil „er wahnsinnig gut darin ist, was er macht. Er schafft es, mich immer und immer wieder herauszufordern und meinen Zugang zur Musik und zum Leben zu hinterfragen."

3. Jeder Mensch, den sie in der Vergangenheit kennengelernt hat.

4. Jeder Mensch, den sie kennt.

5. Jeder Mensch, den sie noch kennenlernen wird. „Was sie sagen werden, wie sie aussehen werden, wie sie sich bewegen werden."

6. „Ich glaube, jeder Mensch in der Zukunft zählt auch als Nummer 6. Es werden hoffentlich noch viel mehr als nur sechs Menschen sein."

8 Dinge, die du über Sandra wissen musst:
1. Sandra ist Feministin und glaubt an die Gleichberechtigung von Mann und Frau. „Für mich bedeutet Feminismus, dass jede Person das Recht hat, so zu sein, wie sie es für richtig hält. Jeder soll den Begriff Geschlecht für sich selbst definieren. Es geht darum, alle Menschen ohne Gendergrenzen so leben zu lassen, wie er oder sie es will."

2. Wenn sie eine Idee für eine Melodie oder eine rhythmische Abfolge hat, nimmt sie die mit ihrem iPhone auf. Am häufigsten passiert das in der U-Bahn.

3. Musikalisch sieht sie sich im ständigen Kampf zwischen akustischer Musik und Elektro, aber „irgendwie ist dieses Kampffeld sehr beruhigend".

4. Sie ist Sozialistin.

5. Gerade liest Sandra zum tausendsten Mal ihr Lieblingsbuch The Rest Is Noise von Alex Ross. Das Buch, das den Untertitel Das 20. Jahrhundert hören trägt, empfiehlt sie jedem, der sich „auch nur im Geringsten für Musik und Musikgeschichte interessiert".

6. Manchmal ist sie so aufgeregt, dass sie glaubt zu schweben. Daher auch der Name ihres Albums: Zero Gravity State Of Mind.

7. Ihr Lieblingsessen ist Hirse.

8. Sie glaubt daran, dass jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung hat und sein soll, wer auch immer er oder sie sein mag. Abseits jeglicher gesellschaftlicher Norm.

Zero Gravity State Of Mind ist bei Red Eye Transit Records erschienen.

Hier geht's zu den anderen Interviews aus unserer Rubrik „2, 4, 6, 8 We Appreciate".

Credits


Text: Alexandra Bondi de Antoni
Fotos via Nordic by Nature 

Tagged:
Berlin
Musik
2468
2 4 6 8
musik interview
sandra kostad