"Frauen haben ein Recht darauf, stolz auf ihre Körper zu sein"

Die junge Fotografin Lana Prins im Gespräch über ihre wunderschönen Freunde, die ihr als Motiv dienen.

von Channa Brunt; Fotos von Lana Prins
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04 November 2015, 1:00pm

Lana Prins ist vom weiblichen Körper besessen, seitdem sie 15 Jahre alt war. Sie weiß, wie man ihn auf die schönste Art und Weise in Szene setzt. Inspiriert wird sie zu den romantischen und frechen Bildern durch ihre Freunde, durch ihre Schwester und nicht zuletzt durch ihren eigenen Körper. Denn in einer von Männern dominierten Welt ist es OK, stolz auf deinen Körper und deine Sexualität zu sein. Wir trafen die Fotografin und sprachen mit ihr über ihre schönen Freundinnen, die im Mittelpunkt ihrer intimen Fotografie stehen.


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Was war zuerst da, die Fotografie oder deine Freunde?
Meine wunderbaren Freunde! Ich hatte das Glück, dass ich von so wunderschönen Frauen umgeben war, als ich mit 15 Jahren mit dem Fotografieren anfing. Ich wollte experimentieren und die Grenzen austesten.

Deinen Arbeiten zeigen Frauen, Romantik und exotische Orte. Erzähl uns mehr darüber.
Ich möchte die Welt um mich herum romantisieren. Meine Arbeiten bilden nur einen Ausschnitt aus den spannenden Geschichten, die in meinem Kopf ablaufen, ab. Ich möchte, dass die Betrachter diese Geschichte erleben können, indem ich Teile davon dokumentiere. Meine Neugier auf den weiblichen Körper als kleines Mädchen hat sich als Frau zu einer Besessenheit entwickelt. Die Sinnlichkeit ist nicht nur eine Realisierung meiner Vorstellungen, sondern auch der Sinnlichkeit, die jeder Frau eigen ist. Als ich die Fotografie entdeckte, entdeckte ich gleichzeitig auch meine eigene Sexualität. Es half mir dabei, sie zu entwickeln, und ich glaube, dass man das in meinen Bildern ansieht. Ich möchte dieses Gefühl von Freiheit darstellen, was ich empfinde, wenn ich meine Persönlichkeit ausdrücke. Ich hatte nie das Gefühl, dass mich etwas zurückhält und ich möchte andere dazu ermutigen, dass sie dasselbe empfinden.

Was antwortest du jemanden, der dir vorwirft, dass du den weiblichen Körper objektivierst?
Falls irgendjemand der Meinung ist, dass meine Fotos nichts weiter als oberflächliche, sexualisierte Aufnahmen sind, dann sagt das mehr über diese Person aus, als über meine Arbeiten. Das Foto von einer nackten Frau muss nicht notwendigerweise den weiblichen Körper objektivieren. In meinen Arbeiten geht es um die Leidenschaft für den weiblichen Körper, eine Neugier auf die weibliche Sexualität und Sinnlichkeit. Es geht nicht darum, den Leuten zu gefallen. Frauen haben ein Recht darauf, stolz auf ihre Körper zu sein. Ich hoffe, dass das meine Models auch so sehen.

Wieso fotografierst du ausschließlich Frauen? Wirst du das auch weiterhin tun?
Eine Frau kann als Symbol für Unschuld und als als Sexsymbol gesehen werden. Mit diesen beiden Elementen jongliere ich in meinen Bildern. Das finde ich unglaublich interessant. Ich glaube nicht, dass ich Männer jemals auf dieselbe Art und Weise betrachten oder fotografieren könnte.

Wie wählst du deine Models aus?
Ich habe das Glück, die schönsten Frauen auf der Welt zu kennen: meine Freunde und meine Schwester. Ich arbeite einfach lieber mit Leuten zusammen, die ich kenne, dadurch entsteht eine intimere Verbindung. Das führt zu ernsteren und realistischeren Bildern, weil sich meine Models in meiner Gegenwart wohl fühlen.

Du stehst auch oft selbst als Motiv vor der Kamera. Worin liegt für dich der Unterschied zwischen Selbstporträt und Selfie?
Meine Selbstporträts sind der Ausdruck eines bestimmten Gefühls. Es klingt vielleicht ein bisschen komisch, aber dadurch, dass ich mich selbst zum Motiv des Fotos mache, habe ich einen intimen Moment mit mir selbst. Ich nehme mir gerne Zeit dafür. Bei einem Selfie gibt es nicht viel von meiner Persönlichkeit oder von einem Gefühl zu sehen.

@lana_prins

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