2, 4, 6, 8 we appreciate ... milk & bone

Milk & Bone ist das sympathische Duo aus Montreal, das mit ihrem melancholischen Pop bald die ganze Welt erobern wird. Ihre erste LP ist vor Kurzem erschienen und mit uns sprechen sie über Lana del Rey, ihre Angst vor Treppen und verraten uns die...

von Alexandra Bondi de Antoni
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30 März 2015, 8:00am

Milk & Bone singen über die Kleinigkeiten im Leben, die das Leben oftmals schöner, aber auch schwieriger machen. Sie wundern sich in ihren Songs, ob ihr Crush sie irgendwann mal wahrnehmen wird, über verlorene und gefundene Liebe, singen von den Auf und Abs in einer Freundschaft und das Ganze auf eine unprätentiöse Weise. Ihre Musik ist roh und echt, ihre Stimmen oft nur vom Klavier begleitet, ohne viel Schnick-Schnack. Ihr Album Little Mourning ist vor ein paar Wochen erschienen und nach ihrem großartigen Auftritt beim SXSW Festival sind wir uns sicher, dass wir noch viel von den beiden hören werden. Wir haben Laurence und Camille getroffen und mit ihnen über ihre Ängste, Einflüsse und über die Vorteile davon, wenn Freunde einen unterschiedlichen Männegeschmack haben, gesprochen. 

2 Dinge, vor denen Milk & Bone Angst haben

Laurence - Achterbahnen & Kriege

Camille - Treppen & Sonne

4 Orte in Montreal, an denen man Laurence und Camille treffen kann 

Laurence

1. Drawn & Quartely Library - Sie haben eine große Auswahl an Büchern von einheimischen Schriftstellern und Comicbüchern, die ich liebe.

2. Le Mal nécessaire -  Diese Bar ist perfekt. Nicht zu groß, nicht zu klein und fantastische Drinks. Du kannst chinesisches Essen vom Restaurant nebenan bestellen, wir sind ja immerhin in Chinatown.

Camille

3. ibiki - Das erste Mal, als ich in den Laden kam, wusste ich, dass ich in ernsten Schwierigkeiten stecke. Die Klamotten, die du kaufen kannst, sind schwarz oder weiß (meine Farben!), aber sie haben auch großartige Bücher und Magazine. Außerdem Kerzen und Uhren. Ich gehe eigentlich nur da einkaufen. 

4. Café Falco - In Montreal gibt es eine Gegend, in der die meisten künstlerischen Aktivitäten der Stadt stattfinden. Es gibt Künstlerlofts und Studios, Plattenfirmen, Produktionsfirmen und so weiter. Café Falco befindet sich im Erdgeschoss in einem dieser Gebäude. Das ist ein toller Ort, um nachzudenken, zu lesen, Bekannte und Unbekannte zu treffen. Aber das Beste: Es gibt japanisches Essen, das super lecker ist. Onigiri, japanisches Curry und kleine Miso-Suppen. So gut!

6 Musiker, die Milk & Bone respektieren 

Laurence

1. Beach House -  Mit ihrer Musik verbinde ich so viele Erinnerungen. Ich respektiere ihre Arbeit, Talent und Integrität. Ihr Album Bloom ist wahrscheinlich das Album, das ich in meinem Leben am meisten gehört habe. Ein Song ist schöner als der andere. Ich träume davon, mit Victoria Legrand und ihren langen, dunklen Haaren trinken zu gehen. Fun Fact: Bevor ich wusste, dass es sich dabei um eine Frau handelt, dachte ich, dass es ein Typ ist, weil ihre Stimme so tief ist. Als ich dann wusste, dass es sich tatsächlich aber um eine Frau handelt, mochte ich sie noch mehr.

2. Lana del Rey - Ich respektiere sie dafür, dass sie stark geblieben ist, als sie am Anfang ihrer Karriere kritisiert wurde. Sie hat nie aufgehört, Musik zu machen, auch wenn es hart gewesen sein muss, die ganzen Kommentare zu ertragen. Sie besitzt großes Talent und hat einige der besten Songs des Jahrzehnts geschrieben. Ihr Talent ist echt und unverbraucht. Go Lana! Bei ihren Songs fühle ich mich wieder wie ein Teenager!

3. Kendrick Lamar - Er macht aus den richtigen Gründen Musik. Ich respektiere ihn dafür, dass er in seinen Songs die Wahrheit auf poetische und ungeschminkte Art und Weise sagt. Kendrick, eines Tages werden wir zusammen einen Song aufnehmen, du weißt es nur noch nicht. Ich. Liebe. Dich.

Camille 

4. Father John Misty - J Tillman erstaunt mich immer wieder. Ich habe ihn dreimal live in Montreal gesehen. Von Mal zu Mal hat er sich weiterentwickelt. Seine Texte sind die schönsten und wahrsten, die ich jemals gehört habe. Außerdem sind seine Konzerte nie langweilig und seine Band (beziehungsweise das Nicht-Vorhandensein selbiger) ist immer auf den Punkt. Für mich ist Father John Misty ein Künstler, der seine wahre künstlerische Identität gefunden hat. Ich finde das wundervoll.

5. Bahamas - Ich habe Bahamas auf den ungewöhnlichsten Weg entdeckt. Ich habe in einem Plattenladen in der Jazz- und Klassikabteilung gearbeitet (Ich wollte da arbeiten und ich war wahrscheinlich die einzige, die das jemals wollte). Wie es der Zufall wollte, wurden auch die Folk- und Countryalben in der Jazzabteilung bearbeitet, was ich sehr komisch fand, weil Taylor Swift zu dieser Zeit Country gemacht hat. Pink Strat von Bahamas stand also einfach da im Regal und ich war sehr angetan. Erstens des Bandnamens wegen und zweitens des Covers wegen. Wochenlang bin ich daran vorbeigelaufen und habe es in meinen Händen gehalten. Und ich habe es geliebt. Seitdem renne ich rum und versuche ihre Vinyls zu kaufen, aber keiner führt sie und das frustriert mich. Afie Jurvanen inspiriert mich, weil er ein geiler Typ zu sein scheint. Seine Songs haben für mich irgendwas, was traurig macht. Gewöhnlich macht mich Schönheit traurig. Ich hoffe, dass ich ihn eines Tages treffe und wir zusammen singen. 

6. ARCA - Arca ist meine neueste Entdeckung. Ich habe mich zuerst in die Musik von FKA Twigs verliebt, deren EP teilweise von Arca produziert wurde. Dann habe ich seine Soundcloud gefunden und stolperte über seinen 25-minütigen Track „&&&&&". Es gibt für mich ein Leben vor und nach „&&&&&". Noch nie zuvor hatte ein Song so einen Einfluss auf mich. Ich habe nur geheult. Seine Arbeiten inspirieren mich dazu, bei der Kreation ganz neue Wege zu gehen; Pfade abseits vom dem, was mir beigebracht wurde, die sich aber mit dem decken, was in meinem Kopf abgeht. Ich arbeite noch daran, wie man sicherlich merkt. Es dauert lange bis du die Struktur eines traditionellen Popsongs vergessen hast. 

Ich lag neulich nachts im Bett und dachte mir, wenn ich nur für einen Tag das Hirn mit einem anderen tauschen könnte, dann wäre er das. Ich liebe dich, Arca.

8 Dinge, die du über sie wissen musst

1. Laurence ist total tollpatschig.

2. Camille kriegt schlechte Laune, wenn sie Hunger hat.

3. Sie sind beide klassisch ausgebildete Jazzmusikerinnen.

4. „Wir nehmen mit unseren Handy Ideen zu Songs auf und gehen damit dann ins Studio."

5. „Wir haben sehr unterschiedlichen Männergeschmack, was wunderbar ist."

6. Sind sind BFFs.

7. Camille mag es, sich einfach hinzulegen und zu schlafen, egal wo sie gerade ist.

8. „Wir sind besessen von Ramen. Aber bitte nicht die billige Instant-Variante aus dem Supermarkt, sondern das Original. Obwohl die eigentlich auch nicht so schlecht ist."

@milk&bone

Hier geht's zu den anderen Interviews aus unserer Rubrik „2, 4, 6, 8 We Appreciate".

Credits


Text: Alexandra Bondi de Antoni
Fotos: LePigeon

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