diese isländischen musik-acts solltest du jetzt kennen

Wir waren auf dem Sónar Reykjavik und stellen euch die neue Generation von isländischen Rappern und Popmusikern vor, von denen einige sogar Björks Segen haben.

von Frankie Dunn
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01 März 2017, 11:15am

Wusstest du, dass das Sónar einen Ableger in Island hat? Das Festival ist den meisten wohl im Juni in Barcelona bekannt. Doch es gibt Ableger in Istanbul (März), in Hongkong (April) und letztes Wochenende in Reykjavik. Sónar Reykjavik ist sehr intim, die lokalen und internationalen Musiker treten alle im Harpa, der eindrucksvollen Konzerthalle im Hafen der isländischen Hauptstadt auf. Nachdem wir euch bereits 2016 in unserer Videoreihe i-D Meets die isländische HipHop-Szene vorgestellt haben, dachten wir uns nun, dass es wieder an der Zeit ist, neue musikalische Talente aus dem hohen Norden zu präsentieren.

CYBER

Johanna und Salka sind Mitglieder des feministischen Rapkollektivs Reykjavikurdaetur. Das ist ihr zweites Projekt CYBER, benannt nach der Farbe des Lippenstifts, den sie beide getragen haben, als sie 16 waren. Mit CYBER haben die beiden bereits zwei großartige EPs veröffentlicht und uns mit ihrem Set auf Sonar schwer beeindruckt. 

Alvia Islandia

Alvia macht vom Mond inspirierten minimalistischen Trap und hat ihr Debütalbum Bubblegum Bitch im letzten Jahr veröffentlicht. Mit einem Look, der zwischen Gwen Stefani in den 90ern und Cyberdog schwankt, ging sie auf die Bühne und hat Hubba Bubba zu ihrem Gum Gum Clan ins Publikum geschmissen.

Aron Can

Der Teenie-Rapper Aron Can hat mit seinem Hit Eginn Morall aka No Shame die Szene 2016 im Sturm erobert. Umgeben von einem violetten Nebel läuft er durch die Stadt, die Visuals sind Low-Fi und wie ein YouTuber treffend dazu kommentiert hat: „Ich weiß nicht, was er sagt, aber es klingt großartig. Lol".

Samaris

Die Band dürfte wohl schon eher danach klingen, was man sich landläufig unter isländischer Musik vorstellt. „Ich bin seit Jahren von der Band Samaris besessen", sage Björk dem Guardian über die junge Frontfrau Jofriður Akadottir. Diese ist auch bekannt für die Band Pascal Pinon, die sie mit ihrer Zwillingsschwester im Alter von 14 Jahren ins Leben gerufen hat, sowie die mysteriöse Elektrogruppe GANGLY und ihr neues Soloprojekt JFDR. Jofriður ist, um es kurz zu machen, ein echtes Talent.

HRNNR & Smjorvi

Diese isländischen Kinds sind große Fans ihres Landsmannes GKR. Ihr Sound? Lo-fi Visuals und Autotune-Vocals. Sie haben eine Energie, wie sie nur 16-Jährige mit einer Mission haben können. Ihr Sonar-Set war eine wilde Trap-Party. Zum Schluss sind Menschen auf die Bühne gestürmt, haben mit Lichtschwertern gekämpft und sind auf Bobby Cars hin und her gefahren. Was das Ganze noch toppt? Sie haben dabei Seidenkimonos getragen. 

Glowie

Vintage-Kleidung, Eis und Badeanzüge mit grafischen Prints: ein Mix, den man nur gut finden kann. Die isländische Pop-Prinzessin hat viel mit den Pop-Prinzessinnen überall sonst auf der Welt gemein. Das Musikvideo ihres aktuell erfolgreichsten Track „No Lie" ist ein verträumtes und glückliches Spektakel. Als wir sie Freitagnacht zum ersten Mal live gesehen haben, hat uns ihre Musik sofort in den Bann gezogen. Aber nun gut, sie hat in einen rosafarbenen Trainingsanzug in einem rosafarbenen XXL-Stuhl vor einem rosafarbenen Schriftzug ihres Namens performt. Was gibt es dazu mehr zu sagen? 

Auður

Auðurs Visual Album Alone wurde in einem leerstehenden Kraftwerk in Außenbezirken von Reykjavik gedreht und das iin einer einzigen Einstellung. Projektionen, die ihre Farben ändern, tanzen um den jungen Isländer herum, der vorher nur in Hardcore-Bands gespielt hat und erst vor ein paar Jahren zum R 'n' B kam, nachdem er James Blake auf dem Sónar gesehen hat. Man muss ihm eines lassen: der Junge weiß, wie man sich bewegt. 

Shades of Reykjavik

Auch wenn es sich sehr danach anhört, als ob sie „ass to fake" musikalisch zum besten geben, sollen die Boys von Shades of Reykjavik anscheinend darüber singen, wie es ist, viel Geld zu haben. Das Kollektiv gibt es seit 2011. Die Leute scheinen sie aber trotzdem zu lieben, auch wenn sich ein Kollege ziemlich komisch beim Rappen anhört.

SiGRÚN

SiGRÚN hat auf Björks Volta-Tour gespielt, da ging sie noch zur Schule. Danach kam eine Tour mit Sigur Rós. Dann kam Florence and the Machine. Irgendwann hatte sie auch noch Zeit, Komposition zu studieren. Heute macht sie experimentelle Industrial Music mit abstrakten Harmonien und hat mit Hringsja und Tog bereits zwei EPs auf dem Mark. Ihr Auftritt auf dem Sonar war erst ihr vierter Auftritt. Und sie war so gut. Weiter so SiGRÚN.

Credits


Text: Frankie Dunn
Foto: CYBER auf dem Sónar Reykjavik

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