diese bilder geben dir einen seltenen einblick in die wilde underground-raveszene von kiew

Fotograf Lescha Berezowsky hat die wilden Nächte der ukrainischen Underground-Raveszene für uns festgehalten.

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02 Juni 2016, 11:10am

Cxema ist wild, hart und hypnotisierend. Alles hat damals begonnen, als 1000 Kids zu harten Technobeats in verlassenen Fabrikhallen am Rand Kiews abtanzten—und die Welt um sie herum einstürzte. Die Revolution 2014 brachte das Kiewer Nachtleben zum Stillstand. Proteste verwandelten sich in Aufstände und Sicherheitskräfte eröffneten nicht nur einmal das Feuer auf die Demonstranten—das Land taumelte in die Krise. Der Präsident wurde aus dem Amt gejagt und eine neue Regierung übernahm die Macht. Russland überfiel die Krim und annektierte die Insel, Separatisten formierten sich überall im Land. Während das Land litt, entschied sich die Jugend dafür, einfach drauf los zu tanzen. 

Slawa Lepscheew verlor durch die vom Krieg ausgelöste Finanzkrise seinen Job und hatte genug davon, dass er nicht ausgehen konnte, also rief er Cxema ins Leben—ein Technorave, den er immer dann veranstaltet, wenn er genug Geld hat. Die Partys finden an illegalen und semi-legalen Orten statt—überall da, wo er sein Soundsystem aufbauen kann: in Skateparks, Fabrikhallen, unter Brücken, auf verlassenen Insel am Rand der Stadt. Schnell wurde aus Cxema mehr als nur eine Party—es wurde zu einem Ort der Einheit für die ukrainische Jugend. Aus dem ganzen Land kommen die Leute nach Kiew, um das Wochenende durchzuraven. Manche nehmen sogar 23-stündige Busfahrten von der Krim auf sich, um dabei zu sein.

Der Cxema-Dancefloor ist eine eigene kleine Welt: Eine Welt, die frei ist, eine Welt, in der die Leute die Auswirkungen des politischen Chaos vergessen können. Cxema wurde schnell zu einer Chiffre für Protest. Aus dem Wunsch nach Normalität und nach einem Zufluchtsort entstanden diese Partys, bei denen man das Gefühl des Verlassenworden-Seins in einem Land, in dem die Zukunft nicht rosig aussieht, einfach mal verdrängen kann. Das brennende Verlangen der ukrainischen Jugend, Dinge zu verändern, ist eine wahre Inspiration. Es ist nicht leicht, in der Ukraine einen Rave zu veranstalten, ein Modelabel zu etablieren oder überhaupt irgendetwas Kreatives zu tun und damit Geld zu verdienen. Viele suchen aber trotzdem das Abenteuer und arbeiten an etwas so Schönem wie Cxema zusammen. Cxema ist der lebendige Beweis dafür, dass aus einer Krise auch Möglichkeiten erwachsen, wenn man es nur wirklich will. 

Credits


Text: Kate Villevoye
Fotos: Lescha Berezowsky