olafur eliasson: „kunst ist real.“

Der dänisch-isländische Künstler hat eine neue Monografie „Unspoken Spaces“ über Projekte der letzten 20 Jahre herausgebracht. Wir haben ihn zum Gespräch getroffen.

|
Mai 6 2016, 2:55pm

Olafur Eliasson ist einer dieser selten gewordenen Künstler, der mit so ziemlich jedem Medium gearbeitet hat, das es gibt, abgesehen vielleicht von den klassischen Medien, die jeder benützt. Er hat Pavillons, Wasserfälle, Eisskulpturen, Brücken und Konzerthallen gebaut, er hat Sonnen und Regenbogen geschaffen, er hat Flüsse, Felder und Gletscher in seinen Werken integriert. Für die Stores von Louis Vuitton hat er Lampen kreiert, genauso sehr wie er durch Solarenergie angetriebene Lampen für Entwicklungsländer entworfen hat. Er hat so viele Architekturpreise gewonnen, wie ihm Anerkennung in der Kunstwelt sicher ist. Er ist ein Künstler, der sozial engagiert ist und das auf eine Art und Weise, die über bloße Plattitüden und Gesten hinausgeht. Was vielleicht noch seltener in diesem zynischen 21. Jahrhundert geworden ist: Er glaubt daran, dass die Welt durch Kunst ein besserer Ort werden kann.

Als wir ihn das letzte Mal getroffen haben, hatte er gerade 100 Tonnen Eis vor der Küste Grönlands eingesammelt und sie ins Zentrum von Kopenhagen schaffen lassen. Teils als Protest gegen Klimawandel und teils als Experiment, wie die Menschen auf das Eis reagieren. Aus der abstrakten Idee Klimawandel machte er etwas Konkretes. 100 Tonnen Eis schmelzen jede Sekunde dahin. Das Projekt steht exemplarisch für seinen künstlerischen Ansatz: Mit seiner Kunst findet er immer wieder Wege und Mittel, das Raumgefühl und die Wahrnehmung so zu verändern, dass die Reaktionen von Menschen auf eine Situation, bei der Grenzen verändert werden, selbst Teil der Kunst werden.

Eigentlicher Anlass für unser Gespräch ist sein neues Buch Unspoken Spaces, was vor Kurzem erschienen ist. Gerade ist er wieder von Wien nach Kopenhagen zurückgekommen. Dort arbeitete er am Projekt Green Light, bei denen durch Sprachkurse und Workshops Flüchtlinge in die Gesellschaft integriert werden sollen.

Olafur Eliasson, Your Rainbow Panorama, 2006-11. Foto: Thilo Frank / Studio Olafur Eliasson. ARoS Aarhus Kunstmuseum, Dänemark © 2006 Olafur Eliasson

In Wien war bis Anfang März die Ausstellung Baroque, Baroque mit eher herkömmlicheren Arbeiten des Künstlers zusehen. Sie wurden den barocken Kunstwerken aus dem Winterpalais selbst gegenübergestellt wurden. Oberflächlich betrachtet eine faszinierende Verschmelzung zweier gegensätzlicher Ästhetiken. Doch wenn man genauer hinschaut, wurde deutlich, wie sehr Eliasson in seinen Kunstwerken zwischen Modi und Formen changiert, von der Retrospektive der traditionellen Kunstwelt zu Aktivismus. Gleichlautend zeigt uns dieser zeitgenössischste aller zeitgenössischen Künstler damit, dass er mehr im Einklang mit älteren künstlerischen Traditionen steht, als man denken würde. Doch das Besondere an diesem Künstler ist, dass er so glücklich darüber ist, außerhalb der Kunstwelt zu existieren.

Das merkt man auch im liebevoll zusammengestellten Buch Unspoken Spaces, das Projekte aus 20 Jahren, die außerhalb von Galerien existieren, versammelt und dokumentiert. Zum ersten Mal überhaupt werden Projekte so präsentiert. Außerdem markiert die Veröffentlichung auch ein Jubiläum. Vor über 20 Jahren kam Eliasson aus Kopenhagen nach Berlin, um hier sein Studio zu gründen. Es wurde zu einem Ort für Künstler, Aktivisten und Architekten. Das Buch ist ihnen und dem Studio Olafur Eliasson gewidmet und nicht nur der Person Eliasson und ist ein tolles Dokument seiner Arbeit, aber gleichzeitig—und was vielleicht am interessantesten ist—gewährt es einen Einblick in die Gedankenwelt und seine unterschiedlichen Interessen. Eliasson hat selbst zu vielen Projekte die Begleittexte geschrieben.

Deutlich wird, wie gerne er zwischen Formen wechselt. Wir haben mit ihm gesprochen, als er auf dem Weg zum Flughafen Kopenhagen war, um nach Berlin zurückzufliegen. Dabei ging es von der Flüchtlingskrise, über die positive Rolle, die Kultur in der Welt spielen kann, über die Gentrifizierung Berlins bis zu Brücken in Kopenhagen, englischen Gärten und österreichischen Palais.

Olafur Eliasson, La Situazione Antispettiva, 2003. Installation view at Danish Pavilion, 50th Biennale di Venezia, 2003. Collection of 21st Century Museum of Contemporary Art, Kanazawa, Japan

Ich möchte am Anfang über das Wiener Green Light-Projekt sprechen.
Das Green Light-Projekt fing an mit, nun wo soll ich anfangen? Ich wollte mir den Kulturbereich vornehmen und sehen, ob aus einem Kunstprojekt eine Strategie hervorgehen kann, die für die ausreichende Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft sorgt.

Green Light ist ein Kunstprojekt mit vielen sozialwissenschaftlichen Komponenten. Es ist teils Workshop, teils Sprachkurs. Noch wichtiger ist, dass es ein Versuch ist, von dem traditionellen, hierarchischen System von Gast und Gastgeber wegzukommen. Die Idee dahinter war, dass die Protagonisten, in diesem Fall die Flüchtlinge, das Event mitveranstalten und mitentwerfen. Ihnen wird Autorschaft über die Narrative gegeben.

Es schwingt dabei immer die Annahme mit, dass Europa stillsteht und passiv ist und dass es die Flüchtlinge sind, die auf Achse sind und ankommen. Physisch gesprochen trifft das auch zu, aber die Wahrheit ist, dass die Europäer auch auf der Reise sind; dass sie sich auch bewegen. Eine Bewegung in Richtung Populismus und Nationalismus, aber genauso sehr auch eine Bewegung des Mitgefühls und der Anteilnahme. Wir müssen begreifen, dass nicht nur die Flüchtlinge traumatisiert sind, sondern das Europa zu einem gewissen Grad auch traumatisiert ist.

Die Transformation von Raum und Gesellschaft und wie Kunst und Kultur auf positive Art und Weise dazu beitragen können, findet sich in vielen Ihrer Kunstwerke wieder.
Dieses Projekt geht über ein traditionelles Kunstprojekt oder Kunstobjekt hinaus. Wir haben wirklich versucht, daraus etwas Wissenschaftliches zu machen und aktuelle pädagogische Konzepte zu entwickeln.

Das war kurz nach einem anderen Projekt in Wien, die Retrospektive Baroque, Baroque im Winterpalais. Es ist doch interessant, wie einfach ihre Arbeit zwischen diesen sehr unterschiedlichen Kontexten, Kunst und Aktivismus, in sehr kurzer Zeit, sogar in ein- und derselben Stadt, wechseln können.
Sie liegen dichter beieinander, als wir denken. Als erstes haben die Organisatoren die Flüchtlinge in meine Ausstellung mitgenommen und mit ihnen einen Tag lang darüber gesprochen, was Kunst ist. Ich hoffe, dass sie die Ausstellung gemocht haben. Wissen Sie, Flüchtlingen sind diese Kontexte nicht fremd, auch wenn wir das naiverweise annehmen. Das sind gebildete Leute, die sich mit europäischer Geschichte, österreichischer Geschichte auskennen. Die Geschichte ist eng mit der Geschichte des osmanischen Reiches verbunden. Sogar architektonisch haben Wien und Damaskus viele Gemeinsamkeiten.

Also wenn ich Ihnen sage, dass wir Flüchtlinge meine Ausstellung gezeigt haben, dann klingt das ein bisschen nach „Wir haben ein paar Flüchtlinge genommen und ihnen erstmal gezeigt, was Kunst ist". Das war nicht der Fall. Sie haben auf die Ausstellung auf dieselbe Art und Weise reagiert, wie es jede andere Person getan hätte. Sie sind wir. Sie sind auch in den Bildern der osmanischen Kriege. Es ist wichtig, dass wir uns unserer eigenen Vorurteile bewusstwerden, um Dinge in einem anderen Licht zu sehen.

Olafur Eliasson, The Parliament of Reality, 2006-9. Foto: Karl Rabe. CCS Bard and The Luma Foundation © 2006 Olafur Eliasson

Kunst begibt sich damit auf dünnes Eis: Wenn man sich mit der Flüchtlingskrise befasst, setzt man sich dem Vorwurf aus, die Situation auszubeuten oder unangemessen zu sein. Sollte sich die Kunstwelt intensiver damit auseinandersetzen?
Ich denke, dass wir die Beziehungen zwischen dem humanitären Sektor und dem künstlerischen Sektor stärken sollten. Ich habe immer gesagt, dass die UN statt Soldaten auf Friedensmissionen, kulturelle Truppen schicken sollten. Kultur ist eine viel stärkere demokratisierende Macht. Ich glaube, dass der humanitäre Sektor viel von Kultur über Menschlichkeit lernen könnte. Nicht, dass Kultur ihn ersetzen kann, aber innerhalb von Kultur arbeiten wir mit Tools, die dem humanitären Sektor zugutekommen würden. Kultur ist sehr widerstandsfähig. Sie hat etwas zu bieten. Mein Kulturbegriff ist dabei sehr weit gefasst: Kunst, Literatur, sogar i-D zum Beispiel, wir alle müssen unseren Teil dazu leisten.

Das ist ein guter Ausgangspunkt, um über Ihr neues Buch Unspoken Spaces zu reden, die neu erschienene Monografie über Ihre Architekturprojekte. Sie schreiben in der Einleitung, dass diese Räume nicht utopisch sind. Andererseits haben sie manchmal einen ziemlichen utopistischen Ansatz an die Architektur und Kunst. Sie hätten die Kraft, Leute positiv zu beeinflussen. Das ist doch ziemlich optimistisch.
In hohem Maße thematisieren diese Projekte bestimmte emotionale Bedürfnisse oder Wünsche, die wir bisher kaum verbalisiert haben. Es liegt nahe, das utopisch zu nennen, weil es einfach unerreichbar ist und für mich ist Utopia eine Flucht. Es bietet die Ausrede, etwas Unerreichbares zu erschaffen. Aber diese Räume sind nicht unerreichbar, sie sind vorhanden und präsent. Es ist die wirkliche, physische Erfahrung, dabei zu sein.

Das wäre, als ob man sagen würde, dass das symbolische Kunst ist. Es ist eine Repräsentation von etwas, was woanders passiert. Das wäre dasselbe, als wenn ich sagen würde, Kunst ist nicht politisch. Es wäre ein Fehler zu sagen, dass Green Light symbolische Kunst ist, denn das Projekt existiert wirklich. Kunst ist real und die Realität kann utopisch sein. Das ist ein berechtigtes Gefühl.

Olafur Eliasson und Studio Olafur Eliasson in Kollaboration mit Henning Larsen Architects. Fassaden der Harpa Reykjavik Concert Hall und Conference Centre, 2005-11. Foto: Studio Olafur Eliasson. Eignarhaldsfélagi∂ Portus Ltd., Reykjavik, Iceland. © 2005 Olafur Eliasson and Studio Olafur Eliasson in collaboration with Henning Larsen Architects.

Wie war es, für das Buch Arbeiten aus den vergangenen 20 Jahren wiederzuentdecken?
Es war sehr aufregend. Die Projekte sind oft in Räumen entstanden, zu denen der Zutritt nicht einfach ist, es keine Dokumentation und auch keinen Katalog gab. Es war einfach spannend, diese Projekte zum ersten Mal zusammen zu präsentieren, weil sie überall verstreut auf der Welt sind. Ich habe viel über die Bedeutung von öffentlicher Kunst nachgedacht. Auch was es bedeutet, außerhalb der Institutionen zu arbeiten. Das Buch wurde zu einer Art Container für all die Dinge, die nicht in die Kunstwelt passen, jedenfalls nicht im klassischen Sinne, also in Museen, Kunstmessen, Kunstauktionen und Galerien.

Lassen Sie uns über das Projekt auf dem Cover, The Circle Bridge, sprechen. Wieso haben Sie dieses Projekt ausgewählt? 
Es steht für viele andere Kunstwerke und wie sie funktionieren. Dabei handelt es sich um eine funktionierende Fahrradbrücke im Zentrum von Kopenhagen, also öffentliche Kunst. Es sorgt für einen Reibungspunkt in der Stadt. Wir fahren mit dem Auto oder Fahrrad. Unsere Art und Weise, die wir Städte nutzen, wird immer durchrationalisierter und pragmatischer. Öffentliche Räume sind einfach das, was übrig bleibt, wenn der private Sektor sich alles andere genommen hat. London ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie verletzlich öffentliche Räume sind.

Mich hat sehr interessiert, wie ich dem öffentlichen Raum wieder ein Gewicht geben und daran erinnern kann, dass er uns allen gehört; dass es ein Raum ist, den wir alle besitzen. Da Kopenhagen eine reiche Geschichte an umweltgerechter Stadtplanung hat—die Stadt gehört zu den Vorreitern bei Fahrradwegen—kam aus der Stadt viel Unterstützung, um öffentliche Räume wieder öffentlich zu machen. Es muss als Kunstwerk, aber auch als Brücke funktionieren. Darin sind Ideen eingeflossen, was ein Raum ist und was er sein kann.

Olafur Eliasson, Cirkelbroen, 2015. Christianshavns Kanal, Copenhagen. Foto: Anders Sune Berg. Ein Geschenk der Nordea-fonden an die Stadt Kopenhagen © 2015 Olafur Eliasson

Als ich durch das Buch geblättert habe, fiel mir der englische Begriff folly, ein reiner Zierbau, der keinem konkreten Zweck dient, ein. Die Pavillons haben keine Funktion, sondern wir geben ihnen eine Funktion.
Natürlich sehen sich die Engländer als Urheber von allem, aber folly ist kein englisches Wort, es stammt vom französischen Wort la folie ab und bedeutet Narr. Dabei ging es nicht darum, närrisch aus einem Selbstzweck heraus zu sein, sondern sich nicht den Standards und Normen der gesellschaftlichen Ordnung, der sozialen Kontrolle zu beugen. Der Pavillon repräsentiert den Raum, in dem wir uns erlauben, wenn schon nicht schlecht zu verhalten, dann doch zumindest über die Regeln nachzudenken, die wir sonst ohne einen Gedanken befolgen. Das andere Wort Pavillon stammt vom französischen Wort Papillon ab, auf Deutsch Schmetterling. Der Garten geschichtlich betrachtet, besonders der englische Garten, steht für die zur der jeweiligen Zeit vorherrschende gesellschaftliche Norm, den patriarchalischen Haushalt. Mit dem Garten konnte man etwas Lockeres in sein Heim holen. Durch die romantische Vorstellung von Wildnis wird der Teil im Gehirn aktiviert, der für die die sogenannte ursprüngliche Bindung verantwortlich ist. Die Natur ist sehr demokratisch. Du musst die Namen von Bäumen nicht kennen, um sie schön zu finden.

Es passiert hier noch etwas: die Beziehung zwischen einer traditionelleren Architektur, wie bei The Circle Bridge, und einer abstrakteren Architektur, wie bei den Pavillons. Wie Ihre Kunst so bewegt sich auch Ihre Architektur oberflächlich betrachtet zwischen zwei Gegensätzen. Was bedeutet Ihnen als Künstler die Architektur?
Ich respektiere Architekten sehr, weil sie Dinge mit größerer Präzision machen, als ich es jemals könnte. Ich sehe mich selbst als jemanden, der aus einer humanistischen und psychosozialen Richtung kommt. Jemand, der dieser Ideen dann in eine bauliche Umwelt überführt. Ob das nun Kunst oder Architektur ist, ist nicht wichtig. Es geht mehr darum, einer Idee, die ich habe, eine Sprache zu geben und sie deutlich zu machen. Die Idee verändert immer ihre Form, sie entwickelt sich immer weiter. Es funktioniert nicht so, dass zuerst die Idee existiert, dann verleiht man ihr eine Form und plötzlich hat man ein Haus. Interessant wird es, wenn ich eine Form für eine Idee finden möchte, denn da läuft der ganze kreative Prozess ab.

Olafur Eliasson, Serpentine Gallery Pavilion, 2007. Kensington Gardens, London. Foto: Anna Sofie Hartmann/ Studio Olafur Eliasson © 2007 Olafur Eliasson

Es ist jetzt 20 Jahre her, dass Sie in Berlin Ihr Studio gegründet haben. Das Buch erscheint im Namen von Studio Olafur Eliasson. 20 Jahre sind eine lange Zeit. Ist das ein Blick in die Vergangenheit als auch ein Blick nach vorne? Am Ende werden unfertige oder nicht realisierte Projekte vorgestellt.
Das Studio wurde jetzt zu einem echten Ort der Arbeit. Es ist sehr langsam gewachsen, aber mittlerweile arbeiten über 100 Leute dort: Architekten, Handwerker, Leute für Recherche und Akademiker. Aus dem Studio wurde ein Forum, bei dem einige Sachen anders ablaufen als bin klassischen Architekturbüros. Uns besuchen viele Wissenschaftler, Umweltaktivisten, Politiker, ja sogar Leute aus dem humanitären Sektor schauen vorbei. Das interessiert mich und ich freue mich, dass ich heutzutage Künstler sein darf. Natürlich ist das Schaffen von Kunst schön und spannend, aber das Forum ist an sich interessant. Es wurde selbst zu einem aktiven Teil der Zivilgesellschaft. 100 Leute kommen zur Arbeit, sie werden bezahlt und haben Kinder in der Schule. Das Studio wurde zu einem Teil der kulturellen Landschaft Berlins.

Sie werden die Veränderungen Berlins im Laufe der Zeit mitbekommen haben?
In einigen Bereichen hat sich viel verändert, die Stadt hat den normalen Gentrifizierungsprozess durchgemacht—wie die meisten Städte. Andererseits ist es immer noch ein überraschend bezahlbarer Ort für junge Künstler geblieben. Die Stadt ist immer noch sehr lebenswert. Probleme gibt es dann, einen vernünftigen Weg zu finden, sich als Künstler in der Kunstwelt zu etablieren. Die Stadt teilt sich auf in Künstler, die noch total neu sind, und Künstler, die sehr erfolgreich sind und sehr im Rampenlicht stehen. Man muss es sagen: Künstler wie ich.

Haben Sie bei der Recherche Dinge über Ihre Werke wiederentdeckt, die Sie eigentlich vergessen hatten?
Absolut! Man macht oft den Fehler, dass man bei der Arbeit mit Archivmaterial der Vorstellung hat, dass man in die Vergangenheit blickt oder dass man in der Zeit zurückgeht. Das Buch ist aber sehr inspirierend. Die Vergangenheit wurde sichtbar und ich habe verstanden, in welche Richtung ich mich bewege. Das Buch wurde zu einem proaktiven Tool, statt zu einem Museum, in dem man Zeug sammelt, mit dem man nicht weiß, was man machen soll. Ich nutze es als Handbuch, weil darin viele Modelle und Sketches sind. Außerdem gibt es Bilder von unfertigen Arbeiten, die meine Vorstellung anregen. Und just in diesem Moment fahre ich an der Brücke vorbei, über die wir gesprochen haben. Lustig, oder?

thamesandhudson.com

Unspoken Spaces

von Studio Olafur Eliasson erscheint bei Thames & Hudson.

Das könnte dich auch interessieren:

  • Wie junge Künstler auf den Aufstieg von Pegida & Co. reagieren, stellen wir dir hier vor.
  • Architektur in Diensten der Mode: Wir stellen dir hier ein paar der beeindruckensten Gebäude der Modewelt vor.
  • Die in Berlin lebende Fotografin Stefanie Zofia Schulz hat die Realität in einem deutschen Asylbewerberheim dokumentiert. Hier geht's zu ihren Bildern.

Credits


Text: Felix Petty
Alle Fotos: Courtesy of Studio Olafur Eliasson