erste eindrücke der „manus x machina“-ausstellung

Prominente im Museum? Ein größeres öffentliches Interesse an einer Ausstellungseröffnung dürfte es wohl kaum geben, wie gestern Abend wieder auf dem roten Teppich zu sehen war. Wir haben schon mal einen Blick in die neue Ausstellung des Costume...

von Hannah Ongley
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03 Mai 2016, 9:35am

@jrosa

Pünktlich vor der diesjährigen Met Gala feierte im April auf dem Tribeca Filmfestival die Dokumentation The First Monday in May über die Met Gala vom letzten Jahr Premiere. Dort ging es um die Ausstellung China: Through the Looking Glass des Anna Wintour Costume Institute. In der neuen Ausstellung Manus x Machina: Fashion in an Age of Technology, die auch wieder unter Federführung von Andrew Bolton entstanden ist, geht es im Metropolitan Museum of Art um die wechselvolle Geschichte zwischen Technologie und Mode. 

Wearables mag für den Mainstream erst seit Apple Watch & Co. ein Begriff sein, in der Mode ist tragbare Technologie jedoch schon seit 100 Jahren ein Thema. Es geht darum, welchen Einfluss beispielsweise Nähmaschinen oder der 3D-Druck auf die Haute Couture haben. „Erwähnenswert ist, dass das Aufkommen von Haute Couture mit dem Aufkommen der Nähmaschine zusammenfiel", sagte Bolton WWD bei einem Rundgang. „Man fragt sich doch, ob die Haute Couture nicht als Reaktion auf die Ängste um die Demokratisierung der Mode durch die Nähmaschine entstanden ist."

Wir haben uns mit dem Regisseur von The First Monday in May über das exklusivste Event des Modekalenders unterhalten.

Die Ausstellung ist für die Öffentlichkeit ab dem 5. Mai geöffnet und wird in zwei Räumen präsentiert. Im Anna Wintour Costume Institute werden die Ateliers, die Schneiderei und die Näherei zu sehen sein, während es im Robert-Lehman-Flügel um spezielle Bereiche der Haute Couture wie Federn, Stickereien und Arbeiten mit künstlichen Blumen geht. Ein Spannungsbogen wird geschaffen, in dem Haute Couture der Prêt-à-porter gegenübergestellt wird. Handarbeit versus maschinelle Produktion, ein künstlerischer Prozess versus computergesteuertes Verkleben und durch Ultraschall gestütztes Zusammenschweißen. Zu den sehenswerten Ausstellungsstücken gehört ein Hochzeitskleid von Karl Lagerfeld für Chanel, das „Flying Saucer"-Kleid von Issey Miyake aus dem Jahr 1994 und ein Abendkleid von Yves Saint Laurent mit per Hand angeklebten Feder aus dem Jahr 1969. Außerdem wird auch Iris van Herpen mit ihrer revolutionären Lasertechnologie und 3D-Drucke ausreichend gewürdigt.

„Was all diese Beispiele verdeutlichen: Handarbeit und maschinelle Produktion arbeiten synergisch bei der Kreation von Haute Couture und Prêt-à-porter. Indem wir das widersprüchliche Verhältnis zwischen Handarbeit und maschineller Produktion zeigen und die beiden Polen miteinander versöhnen wollen, versuchen wir mit der Ausstellung, der Mode eine neue Richtung zu geben. Eine Richtung, die zu unserem Technologie-Zeitalter passt", erklärt Bolton die Prämisse der Ausstellung.

@fginyc

@noeliacollado_smoda

@voguejapan

Manus x Machina: Fashion in an Age of Technology kannst du dir vom 05. Mai bis 14. August im New Yorker Metropolitan Museum of Art anschauen. Mehr Informationen findest du hier.

Credits


Text: Hannah Ongley
Fotos via Instagram

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