Wer sagt, dass Liebe kompliziert sein muss? A Girl’s Guide to Love

Sich verlieben? Oder entlieben? Du weißt nicht, wen knutschen, heiraten oder doch lieber links liegen lassen? Bertie Brandes präsentiert proudly: ihre Anleitung für ein besseres Lieben.

von Bertie Brandes
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10 November 2014, 9:30am

Christian MacDonald

Im Girls Guide to Growing Up konnte ich das Thema Liebe nur kurz ansprechen, weil ich damit beschäftigt war darüber zu schreiben, dass es mit 25 in Ordnung ist, noch nicht zu wissen, was man aus seinem Leben machen soll. Ja wirklich, Papa.

Völlig überraschenderweise kann man die ganzen Fallstricke, die mit dem Verliebtsein einhergehen nicht in einen kurzen Absatz quetschen. Ziemlich nervig. Weshalb ich denke, es ist eine gute Idee, diese ganzen Herzenangelegenheiten einmal von Anfang bis Ende abzufrühstücken.

Wenn das Leben eine Achterbahnfahrt ist (episch weise Worte, Herr Keaning), dann ist Liebe der Sturz ins Bodenlose. Es gibt nur einen Weg: den nach unten. Was dich mit 15 aus dem Häuschen gebracht hat, lässt dich als Erwachsener nur mit Fragen wie „Wieso habe ich die eine Hälfte der Zeit Schmetterlinge im Bauch und die andere Zeit die Hand vorm Mund?" zurück. Aber hey, du wirst es machen, ich werde es machen und vielleicht machen wir es alle zusammen. Bis dahin ist das hier mein L-O-V-E-Guide. Und jeder Song von Al Green passt als Soundtrack.


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Sich verlieben
Als Cher fragte „How can I tell if he loves me so?" hat das bei mir und Whitney Houston einen Nerv getroffen, weil sich verlieben verwirrend ist und mehr ist als jemanden nur geil finden, aber frag mich nicht warum und wie. Ältere, und offen gesagt, bevormundende Leute sagen dann gerne Sätze wie „Du spürst es einfach, wenn es Liebe ist" *selbstgefälliges Grinsen*, weil für sie die ganze Angelegenheit anscheinend so einfach ist wie das Lösen der Handbremse oder sich mit 17-jährigen Mädchen über Orgasmen zu unterhalten. Also sorry, Erwachsene und komische Freunde, die schon mit dem- oder derselben zusammen sind seit sie 13 waren, aber von meinen Ausflügen in die Welt von wahrer Liebe, gefaketer Liebe und Liebe mit jemanden, der zur gleichen Zeit mehrere zu gleichen Teilen geliebt hat (klar - my ass), habe ich Sachen gelernt, die ihr nicht wissen könnt. Außerdem ist die positive Seite des Sichverliebens so magisch, dass man für einen ganzen Monat nicht essen kann, weil man krank ist vor Liebe und außerdem Angst vor Geschlechtskrankheiten und offen gesagt auch davor hat, selbst welche zu übertragen. Das ist, was ich die Flitterwochen-Phase nenne.

Verliebt sein
Es ist eigentlich großartig und sogar ich, die alte Pessimistin, muss das zugeben. Wirklich verliebt zu sein fühlt sich an wie ein knuddeliger Labradorwelpe, mit dem du aber rummachen darfst/willst/kannst. Es gibt plötzlich diese Person, die dich besser als ihre eigenen Eltern findet, die dich überall ablecken will und die es total O.K. findet, dass du Spaghetti Carbonara ins Kino schmuggelst. Wenn du dieses Gefühl so lange wie möglich behalten willst, bevor ihr euch zu hassen anfangt, lade nicht dein ganzes Leben auf den Schultern deines Partners ab und versuche auch nicht, das Leben deines Partners zu schultern. Klecker nicht im Bett rum, einige Leute finden das eklig. Oh, und by the way: Vermeide Basics wie nicht (mit) anderen schreiben, die du geil findest. Wenn du gefragt wirst, (mit) wem du denn da geschrieben hast, vermeide auch dieses Grinsen, weil du dich schämen und dir doof verkommen wirst, wenn du später darauf zurückblickst.

Sich entlieben
Jede Person, mit der du über längere Zeit (sagen wir mal: über ein Jahr) zusammen warst oder Sex hattest, wirst du irgendwann nicht mehr ausstehen können. Wenn du Glück hast, beruht es auf Gegenseitigkeit. In jedem Fall wird es beschissen. Im Unterschied zum jugendlichen Herzschmerz, der insgeheim irgendwie toll war, weil du am Telefon schluchzen konntest, sind Trennungen zwischen Erwachsenen mehr wie „Nimm die Le-Creuset-Pfannen, ist mir egal" und „Frag nicht mich, frag den Anwalt". Es gibt nur wenige Dinge, die du tun kannst, wenn du schlimmen Liebeskummer als Erwachsener hast. Die wären, in keiner bestimmten Rangfolge: Nimm ein Bad und wasch deine Haare (Mach das als Erstes, weil du es für eine Weile nicht getan haben wirst); hör auf zu essen oder iss was, je nachdem was du die zwei Tage davor gemacht hast; finde acht Leute, die du so semi-geil findest und schreib denen unaufhörlich, obwohl nur 10 Prozent irgendwie zum Knutschen sind; Knutsche mit 10 Prozent von denen rum (egal mit wem); verlasse das Land. Oh, und nimm die teuren Bratpfannen mit.

Sich nicht verlieben
Nachdem du schon mal Liebeskummer durchgemacht hast, wäre es vielleicht eine Idee, sich nie wieder in jemanden zu verlieben. Ist OK. Mach das ruhig. Aber weißt du was? Die Sache ist leider, dass Sich-nicht-Verlieben auf lange Sicht keine Option ist, denn das gehört nun mal zum Menschsein dazu. Du bist mit aller Wahrscheinlichkeit ziemlich niedlich, etwas irgendwie dann doch ganz Besonderes; - wenn du den Raum betrittst, fängt er an zu strahlen - und genau so sind andere Leute irgendwie auch. Einige von ihnen haben wahrscheinlich Interesse an dir und wollen sich nur so ein bisschen und platonisch eine Flasche Hendrick's mit dir reinpfeifen und dann, huch, findest du dich festgezurrt in der Achterbahn auf dem Weg nach oben wieder und du hörst die Ketten den Wagen hochziehen und die Fahrt geht wieder von vorne los. Vielleicht solltest du aufhören, dir diesen Hot Dog reinzustopfen, aber ansonsten ist wirklich alles total schick und na ja, es sieht so aus, als hätte ich es wenigstens versucht.

Credits


Text: Bertie Brandes
Foto: Christian MacDonald
Styling: Jacob K
Haare: Tina Outen für Streeters
Make-up: Petros Petrohilos für Streeters
Fotoassistenz: Simon Bremner, Christian Bragg
Digitaltechnik: Jon Stokes
Stylingassistenz: Clemence Lobert, Fan Hong
Haarassistenz: Laurence Walker
Make-up-Assistenz: Vassilis Theotokis
Produktion: Kathryn Scahill
Casting: Angus Munro für AM Casting (Streeters NY)
Model: Kati Nescher at VIVA London

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