das sind david bowies 25 lieblingsplatten

„Eigentlich ist es unmöglich, eine Liste meiner Lieblingsalben zusammenzustellen", sagte er einst. Doch nun ist genau diese Liste des verstorbenen Musikers aufgetaucht.

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18 Oktober 2016, 10:00am

Während wir ungeduldig darauf warten, dass David Bowies Kollegen und Produzenten seine bislang unveröffentlichten, zweifellos hervorragend guten neuen Aufnahmen ausgraben, die der Musiker veröffentlichen wollte, bevor er im Januar diesen Jahres verstarb, ist nun eine Art posthume Playlist mit 25 Lieblingsplatten des Starmans aufgetaucht. Eigentlich handelt es sich dabei um eine Liste aus einem Interview, welches die Vanity Fair 2003 mit Bowie geführt hatte. Darin hat er seine Sammlung aus nur 2.500 Schallplatten durchwühlt und 25 seiner Lieblingsalben ausgewählt. „Eigentlich ist es unmöglich, eine Liste meiner Lieblingsalben zusammenzustellen", hatte der extrem wandelbare Künstler gewarnt, bevor er sich seiner Sammlung zuwandte. „Ich habe nur etwa 2.500 Schallplatten." Bowie hat sich selbst für seine Auswahl aber ein paar Richtlinien auferlegt. „Ich gehe alle Platten durch und werde die aussuchen, die ich als CD gekauft habe oder vorhabe, sie mir auch auf CD zu kaufen. Ich habe wenig Zeit, und es sind zu viele, um alle durchzugehen. Ich werde also wahllos Platten rausziehen, und wenn es zu bekannte Platten sind (Sgt. Pepper, Nirvana), werde ich sie zurückstellen und nach etwas interessanterem suchen."

Zu jeder Platte, die er herauszog, hatte er eine treffende Anmerkung, die meistens hilfreicher war, als der Covertext. The Last Poets' Debütalbum—„einer der wesentlichen Grundsteine des Rap"—schlägt er vor und zieht Gil Scott-Herons The Revolution Will Not Be Televised von 1974 heraus. Robert Wyatts herzzerreißendes Album Shipbuilding „lässt auch die härtesten Männer zu heulenden Mädchen werden." Zu manchen Alben hat Bowie eine nostalgische Hintergrundgeschichte parat, zum Beispiel zum Debütalbum von The Velvet Underground & Nico. Bowie hat das Stück „I'm waiting for the Man" nicht nur vor allen anderen gecovert, er hat es gecovert, noch bevor das Album von Velvet veröffentlicht wurde. „Ich verspreche euch Abende voller Musikgenuss, und vielleicht werdet ihr dadurch einen neuen Freundeskreis aufbauen. Obwohl eure alten Freunde bei ein, zwei Stücken auch sicher glauben werden, ihr seid völlig bekloppt", sagte er, bevor er mit seiner endgültigen Auswahl herausrückte. „Hier sind also ohne jegliche chronologische Ordnung, ohne bestimmte Genres oder einem bestimmten Grund und in einer völlig wahllosen Reihenfolge 25 Alben, die euren Ruf verändern könnten."  

The Last Poets — The Last Poets
Shipbuilding — Robert Wyatt
The Fabulous Little Richard — Little Richard
Music for 18 Musicians — Steve Reich
The Velvet Underground & Nico — The Velvet Underground
Tupelo Blues — John Lee Hooker
Blues, Rags and Hollers — Koerner, Ray and Glover
The Apollo Theatre Presents: In Person! The James Brown Show — James Brown
Forces of Victory — Linton Kwesi Johnson
The Red Flower of Tachai Blossoms Everywhere: Music Played on National Instruments — Various Artists
Banana Moon — Daevid Allen
Jacques Brel is Alive and Well and Living in Paris — Cast Album
The Electrosoniks: Electronic Music — Tom Dissevelt
The 5000 Spirits of the Layers of the Onion — The Incredible String Band
Ten Songs by Tucker Zimmerman — Tucker Zimmerman
Four Last Songs (Strauss) — Gundula Janowitz
The Ascension — Glenn Branca
The Madcap Laughs — Syd Barrett
Black Angels — George Crumb
Funky Kingston — Toots & The Maytals
Delusion of the Fury — Harry Partch
Oh Yeah — Charles Mingus
Le Sacre du Printemps — Igor Stravinsky
The Fugs — The Fugs
The Glory (????) of the Human Voice — Florence Foster Jenkins

Credits


Text: Hannah Ongley
Fotos: Jimmy King