Beau photographed by Ysa Perez

7 inspirierende Musikerinnen berichten über ihre ersten Konzerterlebnisse

Julia Cumming, Kay Kasparhauser und weitere i-D Favs haben mit uns über ihre ersten Konzerte gesprochen.

von Courtney Iseman
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15 Januar 2016, 12:10pm

Beau photographed by Ysa Perez

Das erste Konzert kann bleibende Spuren hinterlassen; eine Erfahrung, die dich nicht mehr loslässt; eine, die für eine ganze Reihe von Anfängen stehen kann. Es könnte sein, dass du zum ersten Mal eine Verbindung zur Musik spürst, oder dass du zum ersten Mal, dass du laut mitsingst oder mit Fremden tanzt. Die Musik kann zum Soundtrack deines ersten Kusses werden oder dich an dein erstes Mal Betrunken-Sein erinnern. Das Konzert könnte für immer deinen Weg bestimmen, es könnte dich in die Person verwandeln, die einmal die Woche ein Punkkonzert gibt oder die eine Karriere im HipHop machen möchte. Wir haben einige der inspirierendsten Musikerinnen gefragt, welches Konzert für sie persönlich am wichtigsten war.


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Heather Goöden und Emma Rose Jenney von Beau
Heather: "Eines der ersten Konzerte, zu dem Emma und ich gegangen sind, war in der Highschool. Das war in der originalen Knitting Factory in Tribeca. An diesem Abend haben alle Bands der Cool-Kids gespielt, angefangen bei der funkigen Indie-Band Anything Orange bis zur Psych-Rockband Fiasco und sogar die Drum-Band Gameboy Starstream. Das Lineup war einfach der Wahnsinn. Die Performances waren so inspirierend wie die Musiker selbst. Dieser Abend hat unsere Sichtweise auf Musiker nachhaltig verändert."


Hinds (Foto: Francesca Allen)

Ade Martin von Hinds
"Mein erstes Konzert war von Jonathan Richman. Meine Eltern waren große Fans. Ich war acht Jahre alt und es fand im Circulo de Bellas Artes statt. Das ist ein wunderschönes Gebäude in Madrid, das für Ausstellungen und kleinere Konzert genutzt wird. Er war wie immer mit seinem Schlagzeuger dort. Ich erinnere mich noch daran, dass ich anfangs nicht viel verstanden habe, aber es am Ende sehr mochte, weil er nicht nur Musiker war, sondern auch Entertainer. Für ein Kind war es perfekt. Ich fand das Konzert so gut, dass ich ihn mir fünf Jahre später noch einmal angeschaut habe."


The Prettiots (Foto: Sue Kwon)

Kay Kasparhauser von The Prettiots
"Ich bin wegen meiner Eltern mit guten Konzerten aufgewachsen. Ich war noch ein Baby und schon bei Nirvana oder KISS. Aber das erste Konzert, das einen nachhaltigen Einfluss auf mich hatte, war ein großes Benefizkonzert, zu dem mich meine Mutter mit acht geschleppt hat. Ich war so gelangweilt, dass ich rumgelaufen bin und im Backstagebereich landete. Ich sah einen Typen, wie er allein auf Weingläsern spielte und das war das Schönste, was ich jemals gehört hatte. Wir hingen für eine Weile gemeinsam ab und für mich war klar, dass ich auch mit Weingläser spielen werde, wenn ich größer bin. Es stellte sich heraus, dass das Beck war, was cool ist."


Julia Cumming (Foto: Kathy Lo)

Julia Cumming von Sunflower Bean
"Nach Rücksprache mit meinem Vater kamen wir zu dem Schluss, dass mein erstes Konzert Aaron Carter, dessen aktuelle Single damals "Basketball" hieß, und Baha Men („Who Let the Dogs Out") 2001 in New Jersey gewesen sein muss. Ich war vier Jahre alt. Ich habe „Who Let the Dogs Out" geliebt und ich nehme an, dass ich auch Aaron Carter geliebt habe. Das war ein aufregender Tag für mich. Ich fand damals viele Songs toll. Einige beeinflussen mich immer noch. Es gibt aber nicht das eine Konzert, das alles geändert hat. Ich habe viel Elliot Smith und T-Rex gehört. Das hatte einen größeren Einfluss auf mich. Mein Dad hat mich auch zu vielen Konzerten in New York mitgenommen, als ich älter war. Ich hatte echt Glück, dass er sich so für Musik interessiert hat."

Lorely Rodriguez aka Empress Of
"Mein erstes Konzert war NSYNC mit ihrer "No Strings Attached"-Tour im Rose Bowl in Pasadena. Ich glaube, ich war 10 und ich wollte unbedingt dahin. Ich habe meine Mutter monatelang angefleht, mir ein Ticket zu besorgen. Ich habe fast jeden Tag bei Ticketmaster angerufen, um sicherzustellen, dass es immer noch welche gibt. Die waren ziemlich teuer und meine Mutter hat gespart, damit wir hingehen konnten. Als Kind etwas abgöttisch zu lieben und es nicht erklären zu können, ist schon schräg. Ich werde nie wieder etwas so blind und mit ganzem Herzen lieben. Das Konzert war einfach fantastisch. Es war zwar nicht das beste Konzert, was ich jemals gesehen habe, aber ich war glücklich an dem Tag."


Mourn (Foto: Berta Pfirsich)

Jazz Rodriguez Bueno von Mourn
"Mein erstes Konzert war das von einer Band von meinem Vater, Madee. Ich wusste, dass mein Vater Musiker ist und zu Hause habe ich seine Songs gehört. Aber als ich ihn und seine Band dann live sah, dachte ich mir 'Das ist toll'. Als Kind bin ich mit meiner Mutter und Schwester zu Auftritten in Barcelona oder in der Umgebung gegangen und war jedes Mal wieder beeindruckt. Es war eine Mischung aus Bewunderung und Rock! Ich habe sogar bei einem Song geweint, weil er so schön ist. Das zeigte mir auch, dass es das ist, was ich tun muss. Etwas hat mich bewegt und mich Dinge fühlen lassen. Mein Vater hat mich an viele Bands herangeführt, die ich immer noch liebe, und er begleitete mich zu vielen Konzerten und tut das auch immer noch. Jetzt kommt er zu meinen Auftritten und ich bin dankbar, dass es so ist. Das erste Konzert hat mich zu der gemacht, die ich sein wollte, und das tue, was ich liebe."

Carla Pérez Vas von Mourn
"Eines meiner ersten Konzerte war das von den Red Hot Chili Peppers im Palau Sant Jordi in Barcelona. Ich war damals 15 Jahre alt und es war so beeindruckend. Einfach die Art und Weise, wie sich die Leute bewegt haben, gesprungen und getanzt haben - es war gleichzeitig friedlich und brutal. Ich erinnere mich noch gut daran, als sie "Sir Psycho Sexy" gespielt haben, ist das Publikum im Stadium ausgerastet. Nach dem Konzert lagen meine Freunde und ich im Gras, hörten uns "Porcelain" an und schauten die Sterne an. Mein Herz hatte immer noch gepocht."