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central saint martins: class of 2016

Auf der Graduate Show präsentierten 15 Masterabsolventen zum ersten Mal im Rahmen der London Fashion Week. Sie haben nicht nur ihre Vision für die zukünftige Mode vorgestellt, sondern auch ihre Vision für die Zukunft der Mode.

von i-D Staff
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22 Februar 2016, 11:45am

Photography Piczo

In einer Zeit, in der branchenweite Nabelschau stattfindet, Insider, Kommentatoren und Entscheidungsmacher alles hinterfragen—von der Anzahl der Kollektionen, der Bedeutung von Saisons, die Wertigkeit des Konsumzyklus bis hin zur steigenden Bedeutung von Social Media, beginnen nicht nur die großen Häuser langsam selbst, einige liebgewonnene Gewohnheiten in Frage zu stellen, sondern einige der mutigsten und radikalsten Antworten auf viele der offenen Fragen kommen von der neuen Generation an Designern.

Die Masterabsolventen 2016 haben auf der Graduate Show des Central Saint Martins ihr formelles Debüt auf dem Modeparkett gefeiert. Anscheinend haben sie sich die Worte von Sarah Mower vom British Fashion Council zu Herzen genommen: „Die einzige Art, wie sich [die Industrie] verändern kann, ist durch Leute, durch junge Leute, die von außen dazu stoßen und das Offensichtliche sagen: ‚Das ist Unsinn. Das spricht uns nicht an. Wir wollen etwas Anderes und werden es auch anders machen'."

Von funkelnden Paillettenkleidern bis hin zu nachhaltiger Mode, 15 junge Designer präsentierten ihre Abschlusskollektionen und lieferten Antworten auf die drängendsten Fragen in der Branche. Für diejenigen, die zum Glanz und zur Romantik vergangener Tage zurückkehren möchten, bieten Harry Evans Revival von traditionell englischer Strickmode, Michael Halperns Glam Glitter und Richard Quinns Prints einen sicheren Hafen. Diejenigen, die genug haben vom unaufhörlichen Rauschen in der Modewelt und dem Gewese, das um die Instagram-Leute gemacht wird, sind bei den Abschlusskollektionen von Stüssy-Kollaborateur Kiko Kostadinov sowie bei Amelie Beluze mit ihren unaufdringlichen Strickentwürfen gut aufgehoben. John Alexander Skelton hat mit seinen Entwürfen bewiesen, dass Mode nachhaltig und romantisch sein kann. „Wir produzieren praktische Fashion-ology, Couture-Algebra und intime Geschichten", heißt es in den Bemerkungen zur Show vom Leiter des Studiengangs Fabio Piras. Die Absolventen liefern Mode zum Nachdenken. Zwar wurden Harry Evans und John Alexander Skelton zu den offiziellen Gewinnern des diesjährigen L'Oreal Professionnel Creative Award gekürt, aber jeder aus der Class of 2016 hätte diesen Preis genauso sehr verdient. Diese Namen solltet ihr euch unbedingt merken.

Credits


Text: Steve Salter
Fotos: Piczo