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popkultur passt zu luxuslabels, das ist das neue zeitalter

Balmains Olivier Rousteing plaudert mit uns über Rihanna, Kimye, sein Nacktcover und Selfies.

von Stuart Brumfitt
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19 März 2015, 8:30am

Du liebst Rihanna und Kim. Gibt es männliche Equivalente?
Keiner kann es mit Kim oder Rihanna aufnehmen. Sie sind stärker als jeder Mann auf der Welt.

Hast du eine neue Muse?
Kim und Rihanna setzen schon sehr hohe Maßstäbe, ich bin aber unterwegs und treffe verschiedenste Frauen. Momentan denke ich, dass Gigi ein wirklich starkes Mädchen wird. Ist sie ja schon. Leuten denken, dass ich ein Salonlöwe bin, was aber nicht stimmt. Ich habe nur gerne Spaß im Leben und teile schöne Momente. Auf meiner Party in Dubai zum Beispiel hatte ich viel Spaß mit Gigi.

Die Herrenkollektion wirkt sehr hart. Du hast dich von Bikern inspirieren lassen. 
Diese ist eher sportlich und die nächste wird eleganter werden. Kanye inspiriert mich immer, genauso wie andere Männer: Fußballspieler, Jay-Z, Harry und Peter Brant.

Foto: Olivier Rousteing

Wie findest du London?
Die Vielfalt, die man in London findet, macht die Stadt so interessant. Meine Kunden in London sind so unterschiedlich. Versailles ist inspirierend, aber es ist inspirierender, wenn Kim und Kanye dort heiraten. Paris brauch etwas Neues, um es schön zu machen. Ein Journalist sagte einmal: „Paris ist eine einzige Party und Olivier hat den Schlüssel." Ich mag diese Vorstellung. Ich habe die Paris Fashion Week auf „PaRih Fashion Week" umbenannt. Rihanna macht Sinn in Paris, Kim macht Sinn in Paris und das macht Paris schöner.

Es stimmt, dass, wenn jeder zur Fashion Week in die Stadt kommt, Paris aufregender wird.
In den 70ern brachten die Designer Exotik und neue Kulturen nach Paris. Plötzlich sah man Iman und Bowie in der Front Row sitzen. Ich habe immer daran gearbeitet, Mode poppiger zu machen. Die 90er waren sehr interessant. Erinnert ihr euch noch an die Gianni Versace Shows, als Elton John, Prince und David Bowie da waren? Da habe ich mich in Mode verliebt. Das versuche ich mit meinem Instagram-Account. Die Modewelt darf sich nicht nur um die Front Row drehen und ich freue mich, Kontakt mit meiner Million Instagram-Followern zu haben.

Lass uns über dein Nacktcover für Tetu sprechen. Ich kann mir keinen anderen Designer vorstellen, der so etwas machen würde.
Weil sie alle alt sind! Sowas werde ich mit 50 oder 60 nicht mehr machen, aber heute kann ich mir das erlauben. Leute haben nur das sexy Cover gesehen, aber ich war auch für die redaktionelle Richtung der Ausgabe verantwortlich. Ich wollte zeigen, dass Olivier Rousteing Balmain ist, aber das Olivier Rousteing auch Olivier Rousteing ist. Für mich ist es wichtig, emotional die Hüllen fallen zu lassen. Über meine Kindheit zu sprechen, über meine Ängste, darüber was mich traurig und glücklich macht. Ich bin wirklich schüchtern, also war das Blankziehen ein großer Schritt für mich. Man kann Luxusartikel machen und trotzdem nackt vom Titelbild lachen. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich das so durchgezogen habe. 

Erzähle uns über deine Balmain Army.
Ich liebe starke Frauen. Das heutige Balmain zeigt ihre Stärke und Kraft. Sie sind selbstsicher und das liebe ich. Mode muss anfangen, mehr über die Mädchen auf dem Laufsteg als über die Mode auf dem Laufsteg nachzudenken. Deshalb caste ich nicht nur die Cool-Girls der Saison und baue meine Balmain Army weiter auf.

Foto: Olivier Rousteing

Was fasziniert dich an Social Media?
Social Media ist natürlich und spontan. Ich habe eine Million Follower und ich denke nicht, dass irgendein Magazin eine Auflage von einer Million in Frankreich hat. Das ist ein anderer Zugang zu meiner Mode. Social Media ist eine neue und starke Werbung, die sich den Regeln der Modemafia nicht unterwirft. Ich habe mir keine Follower gekauft, sie sind natürlich und echt.

Kannst du uns ein paar Selfie-Tipps geben?
Ich mache einen Schmollmund, habe einen sehr guten Filter und mache mindestens 20 Bilder, von denen dann eines ausgewählt wird. 

Wie sehr hast du dich als Designer seit deinem Start bei Balmain verändert?
Was ich vor vier Jahren gemacht habe, würde ich heute nicht mehr tun. Ich habe am Anfang versucht, zu vielen Menschen zu gefallen und habe mich dabei selbst verloren. Heute versuche ich meine Kunden, die Einkäufer und die Medien glücklich zu machen, aber gleichzeitig mir selbst treu zu bleiben. Mich interessiert die Popkultur, mein Zeitalter. Ich versuche nicht, jemand anderes zu sein. Ich bin sehr stolz darauf, mit Rihanna zusammengearbeitet zu haben. Es war der richtige Moment. Ich weiß, dass einige denken, dass Popkultur nicht zu einem Luxuslabel passt, aber das ist das neue Zeitalter.

balmain.com