Foto: James Merry

5 junge Designer zeigen dir, wie cool Stickereien sind

It’s time to stitch, bitch.

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Aug. 3 2018, 11:19am

Foto: James Merry

Du solltest es lieber noch flüstern, aber Stickereien sind zurück. Endlich. Was lange nur als Tätigkeit für Frauen verunglimpft wurde, feiert dank feministischer Protestkunst endlich sein wohlverdientes Comeback in der Mode. Von S.a.r.k bis The Stitch Gawd: Junge Designer verpassen der Stickerei ein neues Image. Wir stellen euch die Nachwuchstalente ein wenig genauer vor, die mit ihren modernen Interpretation gerade das Internet erobern.


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S.a.r.k
Das Label von Stylistin Lauren Grant ist erst ein halbes Jahr alt und eine Hommage an das weiße Hemd, das bei jedem von uns im Schrank hängt. Das Besondere daran? S.a.r.k gibt unserem liebsten Basic dank ausgefallenen Stickereien ein Upgrade. "Ich mag die Förmlichkeit weißer Hemden und die Art, wie sie als weiße Leinwand dienen", erklärt die Designerin. Inspiriert von einer Collage in ihrer eigenen Teenager-Zeit sehen wir bunte Feuerzeuge, Prozac-Pillen und leckere Törtchen. Damit beweist Lauren, dass Stickerei alles andere als Oma ist!

James Merry
Du hast mit Sicherheit schon von James Merry gehört, der bereits unglaubliche Kopfbedeckungen und Masken für Björk designt hat. Auch seine eigenen Arbeiten sind nicht von dieser Welt. Eigentlich kommt James aus Gloucestershire, lebt aber mittlerweile in einer kleinen Hütte, 15 Minuten außerhalb von Reykjavik. Der Künstler hat sich das Handwerk selbst beigebracht und schafft mit seinen Stickereien den Spagat zwischen Hypebeast-Mode und Wellness-Chic. "Du musst Kunst nicht unbedingt einrahmen, sondern kannst sie auch an deinem Körper tragen und in die Waschmaschine schmeißen, wenn sie dreckig wird", erklärt James über seine Arbeit. Von Pusteblumen über Fliegenpilze bis hin zu Kolibris: Deine Vintage-Sportklamotten haben noch nie besser ausgesehen.

Emma McKee (Stitch Gawd)
Besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Stitch Gawd, ist Emma McKee alles andere als eine 0815-Künstlerin. Ihre pixelartigen Arbeiten wurden bereits von Stars wie Kweku Collins, DRAm und King Louie getragen. Emma hat bereits als Kind mit der Stickerei angefangen. Nachdem sie 2014 eine eigene Version von Will Princes Kunstwerk für Chance the Rappers Lied "Hey Ma" anfertigte, kannte das gesamte Internet ihre Arbeiten. Die einzige traurige Nachricht: Emmas Designs gibt es nicht zu kaufen, sondern kreiert ausschließlich Kleidung für Künstler, dessen Arbeiten sie inspirieren.

Amelia Skarpellis
Wenn du an Stickereien denkst, schießt dir nicht unbedingt gleich das Wort "Punk" in den Kopf. Die LCF-Absolventin Amelia Skarpellis möchte das ändern. Ihre Abschlusskollektion ist voll mit Pistolen haltenden Engeln und bunten Darstellungen der Maria – mit schwarzem Eyeliner und Tattoos auf der Stirn. "Wir wollen etwas verändern, indem wir eine neue Generation einer geschlechtsfreien Mode kreieren", erklärt Amelia gegenüber Deezen. Die Kollektion, die in Zusammenarbeit mit LCF-Absolventen Alexander Anderson entstanden ist, steht für eine neue Generation Punk.

Tala Barbotin Khalidy
Für die Parsons-Absolventin sind Stickereien mehr als nur ein Handwerk und reine Dekoration – sie sind eine Form der Therapie. Tala Barbotin Khalidy hat damit angefangen, nachdem ihre Oma vor zwei Jahren an Krebs gestorben ist. Es hatte schon fast etwas Meditatives für die junge Künstlerin. Dieser Heilungsprozess spiegelt sich auch in ihrer Kollektion Sira wider, die autobiografische Züge trägt. Ihre Unisex-Designs sind inspiriert von ihrer libanesischen Herkunft und dem Mittleren Osten. "In dieser Kultur gibt es viel Stickerei", sagt Tala. "Deswegen bin ich schon sehr früh damit in Berührung gekommen. Verschiedene Dörfer haben ihre eigenen Motive, die sich auf ihre Kleidung sticken. So weißt du immer genau, wer woher kommt. Es ist wie ein Namensschild."

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.