Virgil Abloh über die Zukunft der Mode

Der DJ und Modedesigner hinter Off-White kennt das Wort Stillstand nicht, sondern stürzt sich von einer Kollaboration in die nächste. Wir haben das Allround-Talent zum Interview getroffen und gefragt, was uns noch alles erwartet.

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Sep. 8 2017, 7:49am

Screenshot von Instagram

Seine ersten Erfahrungen mit der deutschen Hauptstadt hat der Creative Director vor drei Jahren mit DJ-Kollege Guillaume Berg auf der Bread & Butter gesammelt. Auch dieses Jahr hat er der deutschen Modemesse einen Besuch abgestattet und das dreitägige Event mit folgenden Worten auf den Punkt gebracht: "Es ist eine moderne Version davon, wie neue Kunden der Mode entgegentreten und das mit einer Festival ähnlichen Atmosphäre." Sein DJ-Set am Sonntagabend bildete den Endpunkt des Modespektakels. Doch was zeichnet gute Musik für den Amerikaner aus? "Mein Musikgeschmack beruht darauf, unvoreingenommen zu sein. Die gleiche Ästhetik verfolge ich auch mit meinem Label — aufgeschlossen gegenüber Gegensätzen zu sein."


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Dieser Leitsatz scheint dem DJ Schrägstrich Modedesigner Schrägstrich Creative Director dabei geholfen zu haben, sein Können nicht nur auf ein kreatives Projekt zu beschränken. "Es ist einfach meine Leidenschaft. Das ist meine Art zu existieren. Ich mag die Idee unserer modernen Welt, nicht nur einen Beruf zu haben. Du musst dich nicht mehr darüber definieren, nur eine Sache zu machen."

Erst vor ein paar Wochen hat er Sneaker-Klassiker von Nike neuinterpretiert und ihnen seinen persönlichen, minimalistischen Touch verliehen. "The Ten" vereint seine Vorliebe für reduziertes und auf Typographie basierendes Design. Für den Modedesigner ist es die grundlegende Aufgabe eines jeden Kreativen, Inspirationsquelle zu sein: "Das ist der einzige Grund, warum es Designerprodukte geben sollte, um eine größere Kundschaft zu informieren und aufzuklären."

Und er macht bei Mode nicht halt. Auf seine heißersehnte Zusammenarbeit mit dem schwedischen Möbelhaus IKEA müssen wir uns leider noch bis 2019 gedulden. "Es ist ein langer Prozess, aber wir stecken gerade mittendrin. Es ist spannend, weil mir diese Zusammenarbeit erlaubt, meine Fähigkeiten, die ich in der Mode und in meinem Architekturstudium gelernt habe, miteinfließen zu lassen", so der Designer.

Ist das etwa die Zukunft der Mode? Interdisziplinäre Ansätze zu finden, um kreative Bereiche miteinander verschmelzen zu lassen? "Die Zukunft könnte wie dieses Festival hier aussehen, das Musik und Mode miteinander verbindet. Letztlich dienen Produkte im Grunde einem Zweck, ob es jetzt ein praktischer oder bildlicher ist", erklärt Virgil. Wie das genau aussehen wird, liegt in unseren eigenen Händen und in denen der Kreativen, die sich trauen, Neues auszuprobieren und nicht nur einen einzigen Weg einschlagen.

Es könnte also passieren, dass wir unsere Wohnungen in naher Zukunft nicht nur mit Virgil Abloh Unikaten einrichten werden, sondern bald auch in von ihm entworfenen Häusern schlafen könnten. Uns hat der Amerikaner nämlich verraten, dass er gerne auch Hotels designen würde. "Ja, dafür wäre ich echt offen, ich hab' auch schon Ideen", so Virgil. Der nächste Urlaub kommt bestimmt.

@virgilabloh