Fotos: Filip Custic

Wenn surreale Nacktbilder auf Alltags-Gegenstände treffen

Filip Custic will mit seiner "visuellen Propaganda" eine neue Form der Ästhetik schaffen.

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Aug. 2 2018, 12:25pm

Fotos: Filip Custic

Der spanisch-kroatische Künstler Filip Custic kreiert "virtuelle Gemälde", in denen der Mensch auf Alltagsgegenstände trifft. Für seine digitalen Meisterwerke vermischt er Bildbearbeitung mit Installations- und Videokunst. Mit seinen 25 Jahren hat er bereits mit Vogue, Opening Ceremony und Sony zusammengearbeitet. Filip spricht Spanisch und Kroatisch – am liebsten kommuniziert er aber mit Hilfe von Objekten. Deswegen hat er die von ihm gegründete Bewegung auch "objetismo" getauft, mit der er eine neue Bildsprache etablieren möchte.


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Aufgewachsen ist Filip zwischen Teneriffa und Kroatien. Nach dem Abitur ist er nach Madrid für sein Kommunikationsstudium gezogen, wo er heute immer noch lebt und arbeitet. In seinem zweiten Studienjahr hatte er plötzlich das Bedürfnis, etwas Kreativeres zu machen – und hat Modefotografie für sich entdeckt.

"Die Mode hat mir dabei geholfen, eine persönliche Sprache zu finden", sagt er. "Sie hat mich verstehen lassen, dass der Körper eine Leinwand ist, die man mit Gegenständen dekorieren kann." Inspiriert wird Filip vom Universum, der Gegenwart und Einstein. Seine Projekte erfordern ein hohes Maß an Planung. Deswegen zählt Photoshop zu seinem Hauptwerkzeug – und nicht seine Kamera. Oft beginnt der kreativer Prozess des 25-Jährigen mit extrem detaillierten Zeichnungen, zu denen er die passenden Objekte sucht. Daraus baut sich der junge Künstler später sein "visuelles Gemälde".

"Ich bin eine sehr systematische Person, deswegen plane ich gerne alles perfekt durch", sagt Filip weiter. "Das Team wird größer und meine Ideen immer komplexer." Besonders wichtig ist es für den jungen Künstler, die richtigen Models zu finden, schließlich steht der menschliche Körper im Mittelpunkt seiner Arbeiten. "Ich möchte, dass meine Models das Gefühl haben, dass sie eine ganz neue und einzigartige Erfahrung machen werden", sagt er. Den verwendeten Alltagsgegenständen soll durch die Menschen eine persönliche Bedeutung verliehen werden. Ein Gedanke, zu dem ihn die Arbeiten von Marcel Duchamp und Dada-Künstler im Allgemeinen inspiriert haben.

Filip setzt dem Betrachter Bilder aus, die er so noch nicht kennt. Sehen wir Menschen in Zukunft so aus? "Wenn meine Propaganda funktioniert, ja", sagt Filip Custic lachend.

@filipcustic1

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.