kino der kunst

Was will die Kunst vom Kino? Und was gibt das Kino der Kunst? Diesen Fragen geht ab heute das „Kino der Kunst“-Festival in München nach.

von i-D Team
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23 April 2015, 9:15am

Das KINO DER KUNST sorgte im September 2014 für seinen eigenen Shitstorm, in dem es nichts anderes tat, als die Kriterien für den diesjährigen Wettbewerb zu veröffentlichen. Als damals die zweite Ausgabe des in seinen Strukturen weltweit einzigartigen Filmfestivals und Ausstellungskonzeptes vorbereitet wurde, beobachtete man gespannt die Entwicklungen in den Kommentaren und die mediale Berichterstattung. Plötzlich wurde diese Nischenveranstaltung ganz schön groß diskutiert. Das hat dem Festival nun rückblickend nicht geschadet; das Programm ist groß, noch größer als schon vorletztes Jahr, als Cindy Sherman in der Jury saß. (Dieses Jahr konnte Hans Ulrich Obrist gewonnen werden.)

Den Künstlerfilm zu kategorisieren, fanden die Empörten, das ginge ja gar nicht, genauso wenig wie den Künstler selbst. Den Dokumentar- und den Experimentalfilm auszuschließen, fanden die Verärgerten, sei die viel größere Frechheit. Überhaupt, Richtlinien für ein Kunstfilmfestival, das sei doch überholt.

Stattdessen hat das KINO DER KUNST einen Schaukasten gebaut, der die Münchner Kunstinstitutionen einnimmt und zeigen will, wo der heutige Künstlerfilm steht. Das KINO DER KUNST legt seinen Schwerpunkt auf narrative, fiktionale Erzählformen, auf Filme von bildenden Künstlern. Dass sich dabei die Techniken extrem voneinander unterscheiden und die Aufarbeitung für das Publikum nicht nur in den Kinos stattfindet, sondern auch im Museum, macht dieses Konzept zu einem übergreifenden Ereignis.

Während Screeningblöcke vorrangig in der Hochschule für Fernsehen und Film gezeigt werden (ab heute bis Sonntag), stellen sowohl das Haus der Kunst als auch das Lothringer13 begleitend Medienkunst aus. Dabei kam es zu einer Schenkung von 375 Arbeiten der Medienkunst aus der Sammlung Goetz an den Freistaat Bayern, zu sehen unter dem Titel CREATING REALITIES in der Pinakothek der Moderne sowie im Museum Brandhorst. Ein weiteres Highlight ist die letzte Installation von Harun Farocki in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

 Das Festival „Kino der Kunst" findet vom 22. bis 26. April 2014 verstreut über München statt. 

@KinoderKunst

Credits


Text: Jovana Reisinger 
Lede-Image: Yael Bartana, „Inferno", BRA 2013, 22', Courtesy of Petzel Gallery, New York; Annet Gelink Gallery, Amsterdam; Sommer Contemporary Art, Tel Aviv

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