Fotos: Milly Cope

Diese Teens zeigen, was Jung- und Freisein wirklich bedeutet

Jung, frei und grenzenlos? Wir haben vier Fotografinnen des Künstlerkollektivs "The Girlfriends Gallery" von Ashley Armitage gefragt, wie du es schaffst, zu dir selbst und deinem Körper zu stehen und was das Schönste daran ist, jung zu sein.

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Aug. 26 2016, 10:50am

Fotos: Milly Cope

Who run the world? In unserer neuen Printausgabe The Female Gaze Issue zeigen Frauen, wie sie die Welt sehen. In den kommenden Wochen widmen wir uns in einem Themenschwerpunkt der Frage, was es heutzutage bedeutet, eine Frau zu sein.

Hand aufs Herz, wer erinnert sich nicht gerne an die eigene Teenagerzeit zurück? Eigene Abenteuergeschichten schreiben, Grenzen austesten und sich um nichts wirklich Sorgen machen müssen. An die Zeit, in der das Hoch der Gefühle noch darin bestand, das hart ersparte Taschengeld für seine Lieblingssüßigkeiten vom Kiosk um die Ecke zu verprassen, um den ein oder anderen Herzschmerz in einem Zuckerschock zu ertränken. Ja, wir schwelgen gerne in Erinnerungen, gerne auch in fremden, und noch lieber träumen wir uns zwischen Meetings, Sozialen Verpflichtungen und dem leidigen Erwachsenwerden dorthin zurück.


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Eine Plattform, die wir dir für dieses Vorhaben ans Herzen legen, ist The Girlfriends Gallery. Die Onlinegalerie wird von Ashley Armitage kuratiert und zeigt die Arbeiten von jungen Künstlerinnen und wenn wir jung sagen, meinen wir wirklich jung. Die Künstlerinnen sind alle maximal Anfang 20 und beflügeln mit ihren Bildern von unbeschwerten Tennager-Tagen unsere eben erwähnte Melancholie. Madge, Ines, Remi und Milly haben uns erklärt, was es heutzutage bedeutet, ein junges Mädchen zu sein, welche Vorteile Social Media dabei mit sich bringt und wie sehr sie sich mit Bodyshaming herumschlagen müssen. Wir wären so jung gerne auch so reif gewesen.

Madge, 16

Für die Kanadierin ist das Teenager-Dasein nicht nur mit der Suche nach sich selbst und einer Reihe an Freiheiten verbunden, sondern auch mit dem ganz besonderen Gefühl, sich von den neuen Erfahrungen und Verwirrungen mitreißen zu lassen. Ihre dynamischen und persönlichen Fotos dokumentieren das Gefühl, sich manchmal etwas verloren zu fühlen und versuchen, die Stigmata von Weiblichkeit zu durchbrechen. „Ich glaube, dass die meisten Leute eine ganze Bandbreite auf dem Geschlechterspektrum abdecken, deshalb bedeutet mir der Begriff „feminin" auch nicht wirklich besonders viel." Ein Grund mehr also, um unsere Körper endlich so zu akzeptieren und zu lieben, wie sie sind. Mit ihren zarten 16 Jahren weiß Madge bereits, dass das Patriarchat endlich aufhören muss, um sein zu können, wer auch immer man sein möchte.

@madgeyang

Inés, 17

Emotionalität spielt in den intimen und ehrlichen Fotos der Südamerikanerin eine entscheidende Rolle. Ihr kulturelles Erbe als Latina zu akzeptieren, hat Inés dabei geholfen, sich besser zu verstehen und gleichzeitig weiblich und stark zu fühlen. Damit der weibliche Körper aber endlich normalisiert und nicht mehr sexualisiert wird, müssen zuerst Schönheitsideale und -normen durchbrochen werden. Selbstverständlich bringt das Jungsein Freiheiten mit sich, trotzdem drückt uns die Gesellschaft immer noch automatisch ein Label auf. „Das lässt dich natürlich automatisch darüber nachdenken, ob diese ganze Freiheit überhaupt real ist", fragt sich die junge Fotografin. Auch wenn die Gleichstellung der Geschlechter immer noch einen langen Weg vor sich hat, ist die 17-Jährige zuversichtlich, dass sich die harte Arbeit, die dahinter steckt, lohnen wird.

@inescardo

Remi, 17

Obwohl Remi erst 17 Jahre alt ist, hat sie etwas geschafft, um das sie sicher viele beneiden werden: Sie ist zufrieden mit sich selbst und das, obwohl sie sich wegen ihrer ausgeprägten Skoliose bereits in ihren jungen Jahren genug mit Bodyshaming herumschlagen musste. Ja, als Teenager hat man es nicht immer leicht, trotzdem ist es gerade der Gegensatz zwischen Freiheit und Geborgenheit, der diesen Lebensabschnitt für die Amerikanerin so besonders macht, erklärt sie uns. Und weiter: „2016 ein Mädchen zu sein, bedeutet für mich, ganz ich selbst sein zu dürfen, ohne mich dafür entschuldigen zu müssen." Mit ihrem fotografischen Mix aus mädchenhafter Ehrlichkeit und Liebe gelingt Remi das ausgesprochen gut!

@remiriordan

Milly, 18

Die junge Britin steht gerne selbst vor der Kamera und zeigt uns mit ihren spontanen und intimen Fotos, dass Nacktheit nicht Hand in Hand mit Sexualisierung geht, sondern Emotionen wie Wahrheit und Geborgenheit verkörpern kann. Umso trauriger macht es die 18-Jährige, dass Nacktheit mit zunehmendem Alter oft als unangenehm oder anstößig empfunden wird. Dabei ist jung sein auf diese ganz besondere Art und Weise wunderschön: Du bist frei, darfst Fehler machen und hast deine komplette Zukunft noch vor dir. „Du bist ein unfertiges Gemälde, das gerade erst gemalt wird", erklärt sie. Gerade in einer Welt, die es dir besonders schwer macht, dich selbst zu lieben und zu akzeptieren, solltest du dich daher nie davon abhalten lassen, du selbst zu sein!

@millycope

Hier findest du alles aus unserer The Female Gaze Issue.