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Egon Elliut: music to... finally get rich

Im Zuge von „i-D goes techno" stellen wir dir vier in Berlin lebende Musiker vor, die den musikalischen Underground Berlins prägen. Den Anfang macht heute Egon Elliut, der uns einen Mix gebastelt hat, um endlich reich zu werden (Ja, Mann!).

von Alexandra Bondi de Antoni
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29 September 2015, 10:40am

„i-D goes techno": Wir werfen einen genauen Blick auf die Szene, die die Jugendkultur Deutschlands musikalisch , modisch und kulturell wie kaum eine andere geprägt hat: Die deutsche Techno-Szene.

Egon Elliut ist uns das erste Mal mit seinem Remix von You've got the love aufgefallen, der schnell zum Soundcloud-Hit wurde und den wir immer noch großartig finden. Das war vor mittlerweile vier Jahren. In der Zwischenzeit ist viel beim gebürtigen Österreicher passiert. Er ist nach Berlin gezogen, arbeitet an diversen Projekten - wie zum Beispiel dem Soundtrack für die Runway-Show von Andrea Crews - und hat letztes Jahr sein erstes Album Act Natural veröffentlicht.

Heute stellen wir ihn dir als einen unserer vier Berliner Talente vor, die wir im Zuge von „i-D goes techno" gebeten haben, uns einen Mix zu basteln. Egon hat sich entschlossen, uns zu zeigen, wie es ist, wenn man endlich reich ist. Viel Spaß beim Hören.

Ursprünglich kommst du aus Österreich, hast aber schon in London und Barcelona gelebt und bist jetzt in Berlin. Wie bist du hier gelandet?
Mit 18 ging's wegen einer Ausbildung nach Barcelona - dort lernte ich ein Mädchen kennen. Sie fragte, ob ich mit ihr nach London wolle - da bin ich mit. Adventure times! Als die Beziehung ein paar Monate später endete, bekam ich im richtigen Moment einen Anruf meines Freundes Fabian Wösthoff aus Berlin, der fragte, wo ich bleibe. Wir hatten uns in Barcelona an der Uni kennen gelernt. So ging es von einem Ort zum anderen.

Was braucht man, um in Berlin zu überleben?
Geld.

Wie würdest du die Club-Szenen miteinander vergleichen?
London riecht gut. Barcelona ist euphorisch. Berlin hält lange durch.

Subkultur passiert heute viel im Netz - inwiefern ist das Internet zu deiner Tanzfläche, deinem Club geworden?
Mich interessiert das Internet sehr als Bestandteil dieser Zeit - was man dort alles finden kann und welche Reaktionen es auslöst. Einfacher, endloser, langweiliger Inhalt, der mich zum Denken bewegt und so zu meiner Tanzfläche wird. Außerdem bietet es mir verschiedene Möglichkeiten, wie ich meine Musik, vor allem visuell, darstellen kann.

Das Video deiner Act Natural-Tracklist ist wie eine Parodie unserer Gesellschaft - sie beinhaltet Ausschnitte von Casting-Shows, Werbe-Clips und QVC-Aufnahmen. Ist Ironie in der Kunst in dem Falle eine Art Überlebensinstinkt?
Einige der Ausschnitte sind sehr plastisch. Aber genau darin liegt viel Wahres. So dreht sich die Welt zur Zeit. Das Plastische bringt Echtes mit sich, es gibt vor, was man sehen soll. Es ist für mich deshalb schwer zu sagen, ob die Ironie darin existiert. Wie man es interpretieret, ist am Ende ja offen - das ist Teil des Spielraums.

Deine Musik ist Bass-gedrängt, oft mystisch, sehr Sample- und Synthie-lastig. Mich erinnert sie ein bisschen an Vaporwave - darf man das sagen?
Vaporwave, Microwave.

Gibt es Untergrund-Strömungen in Musik, Mode oder Kunst, die dich besonders inspirieren?
Slutcore - kein Scherz!

Gibt es einen Film, Song oder Snack, ohne den einfach nichts Sinn macht?
www.actnatural.at

Wein oder Vodka?
Vodka.

Tracklist:

1. GB, The Winds Have Passed (FunkinEven's Modification)
2. Pursuit Grooves, Pressure
3. Vince Staples, Lemme Know ft. Jhené Aiko, DJ Dahi
4. Madteo, We Doubt (You Can Make It)
5. 18+ ft Victor Tricard, Ode Crébillon
6. J.Rocc, Star (Latin remix)
7. Memoryman, The Village
8. Egon Elliut, New
9. Kyle Hall, Our Love!
10. Kelela, The High (Prd. Gifted and Blessed)
11. 4Hero, Spirits In Transit
12. Yusef Lateef, The Plum Blossom
13. Egon Elliut, Kidnap Siesta 002

@egonelliut

Hier geht es zu mehr Techno auf i-D.

Credits


Foto: Benjamin Mallek
Styling: Erik Raynal
Haare & Make-up: Tan Vuong
Egon trägt einen Blazer von KOMAKINO. Jacke: Adidas Y-3 by Yohji Yamamoto. Schuhe: Converse.
In Kooperation mit Converse.

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