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ai weiweis kunstaktion am berliner konzerthaus

Am Wochenende ließ der Künstler und Aktivist 14.000 Schwimmwesten an den Säulen des Berliner Konzerthauses am Gendarmenmarkt anbringen.

von i-D Staff
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15 Februar 2016, 4:10pm

Anfang dieses Monats hat Ai Weiwei für eine Kontroverse gesorgt, als er als Akan Kurdi—das Bild des toten Körpers des syrischen Flüchtlingsjungens am türkischen Strand ging um die Welt—posierte. Nun hat sich Ai Weiwei erneut mit der Flüchtlingskrise auseinandergesetzt.

Am Wochenende ließ der Künstler und Aktivist 14.000 Schwimmwesten an den Säulen des Berliner Konzerthauses am Gendarmenmarkt anbringen. Die Westen stammen von der griechischen Insel Lesbos, die im Zentrum der Flüchtlingsströme nach Europa steht und auf der Ai Weiwei ein Atelier hat. Dort will er ein Mahnmal für die ertrunkenen Flüchtlinge errichten, die auf dem Weg von Afrika und aus dem arabischen Raum nach Europa ums Leben kamen.

Der Künstler gilt als lautstarker Kritiker der europäischen Flüchtlingspolitik. In Dänemark ließ er als Antwort auf die Politik der dortigen Regierung eine Ausstellung schließen, nachdem diese eine Verschärfung der Asylpolitik angekündigt hatte. Doch Ai Weiwei wird selbst immer mehr zum Ziel von Kritikern. Viele werfen ihm eine geschmacklose Schocktaktik in Zusammenhang mit der Alan-Kurdi-Aktion vor. Kunstkritiker werfen ihm vor, dass er mit seinen Aktionen weit über das Ziel der Solidarität hinausschieße und diese nur noch derb und unsensibel seien.