i-Diary: george nebieridze zeigt uns das andere georgien

Der Fotograf hält für uns versteckte Details des Landes auf Bild fest, die in den westlichen Medien weder bekannt, noch präsent sind.

von i-D Staff
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01 Februar 2017, 12:40pm

„Es sollte eigentlich keine Rolle spielen, dass wir aus dem postsowjetischen Georgien kommen, aber auf eine gewisse Art und Weise war und ist es für mich und meine Landsleute hilfreich. Der Westen hat gerade erst damit begonnen, die Kultur und die Ästhetik dieses Landes für sich zu entdecken. Deshalb finden so viele Künstler, Designer und Autoren gerade weltweit Anerkennung.

Wenn ich mit Leuten spreche und sage, woher ich komme, entstand immer ein interessantes Gespräch. Sie wissen oft nicht viel über das Land und stellen viele Fragen über die Gegend, die Kultur und die Geschichte. Diejenigen, die schon ein bisschen darüber wissen, stellen noch mehr Fragen. Das liegt vielleicht daran, dass Georgien ein so spannendes Land ist und sie mehr darüber erfahren möchten. In letzter Zeit hat sich die Zahl der Menschen reduziert, die noch nie von Georgien gehört haben. Es gibt nicht eine trendy Publikation, die keinen Artikel über Georgien veröffentlicht hat.

Der Hauptfokus liegt dabei auf der Mode- und Technoszene des Landes. In diesen Bereichen tauchen georgische Namen überall auf. Es stimmt ja auch, trotz der Macht der religiösen Fanatiker und der konservativen Gesellschaft in Georgien, ist die Elektromusikszene in Tiflis groß und Georgier führen einige der größten Modemarken. Wenn man über Georgien spricht, muss man auch über das Essen reden. Fast jeden Tag gibt es einen neuen Guide.

Ich bin vor drei Jahren aus Tiflis nach Berlin gezogen, bevor Georgien so in den Fokus gerückt ist. Ich habe das Geschehen vor Ort nur aus der Ferne mitverfolgt, weil mein Leben in Berlin bereits heftig genug war. Ich konnte im Oktober letzten Jahres endlich für ein paar Wochen zurückkehren, um mein Buch vorzustellen und zwei Ausstellungen zu eröffnen.In dem Fototagebuch gibt es viele Stillaufnahmen und Close-ups, dahinter verbergen sich starke Geschichten. Es sind irrationale und absurde Aufnahmen."

nebieridze.de

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Credits


Fotos und Text: George Nebieridze

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