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sophia kennedy ist das coole girl von nebenan, das sich in dein herz singen wird

Die Sängerin Sophia Kennedy reimt sich mit den Lyrics auf ihrem gleichnamigen Album direkt in unsere Herzen. Wir wollten mehr über die Musik der amerikanischen Wortakrobatin erfahren und haben sie im Kreuzberger Studio von Pampa Records getroffen.

von i-D Staff
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30 März 2017, 1:55pm

Es fällt ziemlich schwer, sich beim ersten Mal Hören nicht in Sophia Kennedys Musik zu verlieben. Zugegeben, das ist eine ziemlich abgedroschene Phrase, anders lässt sich das Gefühl, das wir hatten, aber auch nicht beschreiben. Die in Baltimore geborene Sängerin, die seit fast acht Jahren die Hansestadt Hamburg ihr Zuhause nennt, macht eine ganz eigene Art von Popmusik, die du so vorher noch nie gehört hast (versprochen). Ende April wird ihr gleichnamiges Debütalbum Sophia Kennedy bei Pampa Records erscheinen — ein mehr als geglückter Versuch zwei Soundwelten durch eine musikalische Warmherzigkeit zu verbinden und „etwas Schillerndes zu kreieren, in dem es viel zu entdecken gibt, auch für Leute, die nicht unbedingt so sehr auf Songs stehen", erklärt Sophia. Wir haben mit der gebürtigen Amerikanerin bei einem Kaffee über die Geheimnisse und Grenzen ihrer Musik geplaudert.

Du bringst gerne das Traditionelle an die Grenze, an der es extrem wird. Welche Grenze ist das für dich?
Ich habe versucht, traditionelles Songwriting aufzudröseln, um es auf eine andere Ebene zu bringen. In der modernen Musikwelt stecken so viele Ideen und traditionelle Sachen, die neu verwurstelt nochmal experimentellere Ideen hervorbringen und nicht immer nur das Gleiche.

Hat dein Film-Background etwas damit zutun?
Ich habe es schon immer toll gefunden, dass man beim Film Ton und Bild vereinen konnte. Filmemachen war mir auf Dauer aber zu anstrengend [Lacht]. Ich wollte durch Film mit Sound experimentieren und habe einfach irgendwann das Bild weggelassen. Mir war es schon immer wichtiger, was audiomäßig passiert als visuell.

Wie kam es dazu, dass du angefangen hast, Lieder zu schreiben?
Das ist im Grunde ein natürlicher Prozess. Das passiert einfach, aber ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie man Songs schreibt. Ich fange einfach an und versuche, zum Ende zu kommen und dabei sind mir alle Mittel recht. Auch textlich schlängel ich mich Satz für Satz weiter. Auch wenn ich mir das Songwriting nie so wirklich bewusst vorgenommen habe, ist es trotzdem immer irgendwie das Naheliegendste für mich gewesen.

Deine Musik hat nicht nur etwas eigenwillig Gefühlvolles, sondern auch etwas sehr Melancholisches. Welche Geschichten erzählst du in deinen Songs?
Mir ist es wichtig, dass es offen bleibt. Die Stimmung ist natürlich sehr präsent und die Texte aussagekräftig, aber ich möchte gar nicht wirklich eine klare Botschaft vorgeben. Ich finde es gut, wenn die Sprache einfach gehalten und direkt ist und trotzdem einen Tiefgang hat, den man erst entdecken muss. Manchmal habe ich aber auch eine gewisse Distanz zu meinen Texten, weil ich darin oft mit Dingen spiele, die es schon gibt. Meine Songs sollen sich musikalisch leicht anfühlen und trotzdem die Möglichkeit bieten, viele verschiedene Ebenen entdecken zu können.

Besonders gut gefällt mir „Dizzy Izzy". Woher bekommst du nur deine Inspiration für all diese Reime?
Es gab eine Zeit, in der ich mir überlegt habe, Worte zu benutzen, die phonetisch nach etwas klingen. Bei „Dizzy Izzy" war es der Spaß an diesem Wortklang — dieser Endlosschleife von Reimen, die ähnlich klingen und von einem in den nächsten reinfallen und dabei rhythmisch verbunden sind, ohne dass es jetzt nach Rap klingt.

Weil du gerade von Rap redest: Was sind deine musikalischen Einflüsse?
Früher habe ich immer sehr viel Musik in Richtung Folk und Country gehört. Ich komme ehrlich gesagt gar nicht so aus der elektronischen Welt. Inzwischen reicht es aber von Frank Sinatra über Drake bis zu den Dirty Projectors. Ich finde es sehr wichtig, dass man sich auf etwas bezieht, was gerade passiert und sich Dinge anhört, egal ob sie einem gefallen oder nicht — einfach um zu sehen, was es da draußen alles gibt.

Würdest du deine Musik selbst als Popmusik beschreiben?
Es ist auf jeden Fall Popmusik aber mit einem extremeren Ansatz. Viele haben ein anderes Verständnis von Popmusik, weil sie direkt an Sarah Connor denken müssen. Popmusik ist letztendlich so ein weiter Begriff, daher kann ich auch verstehen, wovor man da Angst haben kann.

Du experimentierst gerne mit deiner eigenen Stimme. Ist das gerade das Geheimnis dahinter, dass sich jedes deiner Lieder so anders und doch so vertraut anhört?
Das ist meine Stärke und Schwäche zugleich. Mit meiner Stimme stelle ich immer einen anderen Charakter dar und performe einen Song so, wie ich ihn interpretiere. Manche meiner Lieder muss man daher mit einer anderen Haltung singen als andere. Das kann eine verwegene Hollywood-Stimme, eine sehr kraftvolle oder eine unterkühlt-emotionale Stimme sein — das hängt immer vom jeweiligen Lieb ab. Prinzipiell versuche ich, mit meiner Stimme bestimmte Figuren zu erschaffen, weil ich weg von diesem total innerlichen, persönlichen Dingen kommen will. Für mich ist diese fiktive Welt wichtig!

@Sophia Kennedy

Am 28. April erscheint Sophia Kennedys gleichnamiges Debütalbum auf Pampa Records.

Credits


Text: Juule Kay
Fotos: über Pampa Records

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