Foto: Collage via i-D UK

Diese surreale Instagram-Künstlerin hebt Beauty-Trends auf ein neues Level

Erinnerst du dich noch an den Wavy-Augenbrauen-Trend? MLMA hat ihn erfunden.

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Mai 18 2018, 9:41am

Foto: Collage via i-D UK

Es ist keine große Neuigkeit, dass das Internet ein ziemlich merkwürdiger Ort ist. Du musst nicht lange suchen, bis du abgefahrene Menschen findest, die abgefahrene Dinge tun. Besonders der Beauty-Bereich hält so einige Schätze bereit: Da gibt es zum Beispiel diesen Typen, der Nacktschnecken als Augenbrauen trägt (der vermutlich unpraktischste Trend seit langem), dieses Girl, aus dessen Augen braune Farbe läuft und natürlich diese beiden, die wie von einem anderen Planeten aussehen. Unsere neueste Entdeckung ist MLMA, was so viel bedeutet wie "Me Love Me Alot". Die in Seoul geborene Rapperin und Künstlerin benutzt ihren Körper als Leinwand, um unsere Wahrnehmung von Schönheit zu hinterfragen. Letztes Jahr ging das Bild ihrer wavy Augenbrauen viral, das schnell zu einem neuen Beauty-Trend wurde.


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"Ich war ziemlich stoned zu der Zeit", sagt MLMA. "Und war gerade zu Besuch bei meinen Freunden und meiner Familie in Kanada. Ich erinnere mich noch, wie ich am Pool saß und das Selfie mit den wavy Augenbrauen gemacht habe. So hat alles seinen Lauf genommen. Erst wurde ein Meme daraus, dann folgten viele Hasskommentare. Und einen Monat später haben auch andere Beauty-Influencer den Trend mitgemacht. Es ging sogar so weit, dass Snapchat einen extra Filter dafür rausgebracht hat."

"Ich war überrascht, dass niemand zuvor auf die Idee gekommen ist. Wir haben 2018, du denkst, dass es schon alles gibt." Ein kurzer Blick auf ihren Instagram-Account verrät, dass sie vermutlich Recht behält: Hier benutzt sie Photoshop, um eine Mini-Version ihres Gesichts auf ihr echtes zu bearbeiten und hier rollt sie mit ihren Augen, während sie einen Wasserfall einatmet – nicht zu vergessen ihr Zwillingskopf, serviert auf einem Teller.

MLMA ist in einem Arbeiterviertel in Seoul aufgewachsen und hat ihre Jugend damit verbracht, der harten Realität zu entfliehen, indem sie sich eigene Fantasiewelten erschaffen hat. "Ich habe Barbies aus Klopapier gemacht, weil ich weder viele Möglichkeiten noch Unterstützung bekam. Meine Eltern waren sehr strikt, Kunst war ein Traum. Mein erstes und letztes Weihnachtsgeschenk waren ein Stift und ein Radiergummi." Ihr Interesse für Make-up kam auf, als sie Besuch von ihrer Lieblingstante bekam. "Sie war der einzige Mensch, den ich kannte, der grünen Lidschatten hatte. Ich erinnere mich noch daran, dass ich mit ihrem Make-up gespielt habe und sie mich gefragt hat, ob ich ihr Make-up für den Abend machen könnte. Meine erste eigene Erfahrung mit Make-up war an Halloween. Das gibt es in Korea nicht wirklich, aber ich habe mich einfach quergestellt und mich trotzdem geschminkt." Es war eine Art Trotzreaktion, die sie oft mit ihren Lehrern aneinandergeraten ließ.

Trotz allem war MLMA ein selbstbewusstes Kind: "Ich habe mich immer schön gefühlt, besonders als Teenager. Ich kann mich am besten mit den Menschen identifizieren, die ehrlich und echt sind. Das Wichtigste ist, dass du dich selbst liebt. Und ich selbst liebe mich so sehr, dass es mir erlaubt, die beste Version meiner Selbst zu sein."

Seit letztem Jahr nutzt MLMA ihren Körper, um mit gängigen Schönheitsidealen zu brechen. "Mein Instagram-Account ist eine Plattform für meine Kunst. In jeder Generation ist es schwierig, ein Künstler zu sein. Doch soziale Medien haben eine Tür geöffnet, mehr Menschen zu erreichen. Klar, du machst vielleicht nicht gleich Geld damit, aber das ist doch mit allem am Anfang so. Ich will, dass sich die Leute inspiriert fühlen und verstehen, wie klein die Welt ist. Ich weiß nicht viel über Beauty und Beauty-Produkte, aber ich mag es, komische Dinge damit zu machen. Es wird zwar immer schwieriger, einzigartige Looks zu kreieren, aber dafür bin ich bekannt. Es gibt keine Regeln, ich vertraue auf meinen Instinkt."

Gerade nimmt sich MLMA eine kleine Instagram-Auszeit, um sich auf die Capsule-Kollektion mit dem koreanischen Streetwear-Label SKOOT zu konzentrieren. Währenddessen arbeitet sie an einigen Collagen, die diesen Sommer ausgestellt werden – und natürlich an ihrer Musik. "Ich genieße mein Leben, aber trotzdem habe eine Frage: Wirst du dich an mich erinnern?" – und wirst du?

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.