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das sind 5 der besten punk-dokumentationen, die du dir online anschauen kannst

Von den besetzten Häusern im London der 80er über Lokalpolitiker, die sich über die moralische Verrottung durch die Sex Pistols beschweren, bis hin zu den Kinderstars der kalifornischen Surfer-Punkszene: Das sind die ultimativen Punk-Dokumentationen.

von Alice Newell-Hanson
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14 November 2016, 2:30pm

1. Die Surfer-Punkszene in Kalifornien
In der 1981 ausgestrahlten Dokumentation, produziert für den niederländischen Fernsehsender VPRO, wird die Angst und die Langeweile deutlich, die eine ganze Generation von Teenagern aus den Vororten von San Diego und Los Angeles in die Konzerte von Suicidal Tendencies getrieben haben. Abgesehen vom niederländischen Intro ist die Dokumentation, inklusive der Interviews mit Suicidal Tendencies und The Germ, komplett auf Englisch. Highlight der Doku: die Anfangsszene mit Venus DeBraun. Venus ist der achtjährige (!) Leadsänger der Surfer-Punkband Unit 3 und Venus (seine Eltern sind die anderen Bandmitglieder) und schreit „I don't like beeeer" ins Mikrofon—wie ein kleiner Dämon eben.

2. Besetzte Wohnungen im London der 80er.
„Das Gesicht des modernen Punks ist für manche ein hässliches Gesicht, aber welch eloquenten und kreativen junge Leute doch dahinter stecken!", heißt es am Anfang dieser brillanten, australischen Fernsehdokumentation über die Londoner Punks aus Islington. Das Fernsehteam begleitet die Punks mit Irokesen und Lederjacke dabei, wie sie in der King's Road in London Touristen ansprechen und Fotos mit ihnen machen—gegen ein gewisses Entgelt. Wieder zurück in ihrem besetzten Haus, diskutieren sie über Themen wie Eltern, Liebe, Sex und Haustiere und tragen dabei verrücktes Augen-Make-up.

3. Die ultimative Geschichte von Punk, erzählt von Don Lett
2005 ist mit Punk: Attitude von Don Lett eine Dokumentation erschienen, die auf beeindruckende Art und Weise die Ursprünge von Punk und dessen Entwicklung von Mitte der 70er bis zur Gegenwart erzählt. Angereichert um seltene Konzertaufnahmen von den Stooges, den Ramones und The Clash, zeichnet der Film sehr schön die Entwicklung von Garage in den 60ern über Psychedelia bis zu Glam Rock und seinen Einfluss auf die zeitgenössische Musik nach. Diese Dokumentation sticht besonders durch ihre einmaligen Interviews mit Siouxsie Sioux, Henry Rollins, Jello Biafra, Jim Jarmusch und Thurston Moore heraus.

4. Die Punk-Homevideos aus den späten 70ern von Captain Zip
Zu den bekanntesten Aufnahmen von Londons Punkszene in den späten 70ern gehören die Super-8-Filme von Captain Zip, die die lebendige Atmosphäre damals eingefangen haben. Tagsüber hat er als Phil Munnoch in einer Werbeagentur gearbeitet, nachts wurde aus dem Werbemann Captain Zip—ein Chronist der Punkszene. Zu sehen sind all die Kids, mit denen er in Chelsea abgehangen hat, mit all ihrem PVC, ihren Hundeleinen und Buttons. Das Material von Captain Zip ist einzigartig, was Authentizität, Detailgenauigkeit und Energie angeht.

5. Punks und Politiker treffen in der BBC aufeinander
1977 hat die BBC eine Stunde Sendezeit eingeräumt, um am runden Tisch die gesellschaftlichen Gefahren von Punkrock zu diskutieren. Laut der Einführung durch Moderator Brian Trueman sei es schon fast zu seiner Art Schlachtruf in britischen Städten geworden. „Für viele stellt es eine größere Bedrohung als der russische Kommunismus oder die Hyperinflation dar", spricht er nüchtern in die Kamera. In dem Video geht es nicht nur um den gesellschaftlichen und politischen Einfluss von Punk auf die britische Gesellschaft in den 70ern—und die moralische Entrüstung über die „Freaks", die „Störenfriede" und „gesellschaftlicher Verfall ", sondern wir bekommen ebenso fantastische Interviews von Konzertbesuchern zu sehen, wie zum Beispiel vor dem Electric Circus in Manchester. „Die Leute sagen mir, dass ich böse und obszön aussehe. Sehe ich böse und obszön aus?", fragt ein Jugendlicher sichtlich beleidigt. Zu den Highlights der Doku gehört die Szene, in der ein Panel aus Punks sich gegenüber Politikern erklärt. Und ein Geistlicher beschreibt, wie er durch Gospel versucht, die jungen Punks zu bekehren.

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Credits


Text: Alice Newell-Hanson
Foto: Screenshot von YouTube aus dem Video „Brass Tacks PUNK documentary Manchester 1977" von Deb Z

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