LVHM produziert Händedesinfektionsmittel für französische Krankenhäuser

Während die Pandemie Europa erreicht, leistet die Modewelt ihren Beitrag, um die Verbreitung von COVID-19 aufzuhalten.

von Roisin Lanigan
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19 März 2020, 3:13pm

Bloomberg/Getty

Seit das Coronavirus im Januar explodierte, kämpft die Modewelt damit, die nötigen Anpassungen vorzunehmen, um die wachsende Pandemie einzudämmen. Zuletzt wurden überall in Asien—von Shanghai und Beijing bis zu Seoul und Tokio—Fashion Weeks abgesagt; Modehäuser, allen voran Gucci und Prada, haben ihre Shows abgeblasen.

Jetzt da die Situation sich in Europa und in den USA weiter verschlimmert, geht die Modeindustrie einen Schritt weiter, um die Verbreitung des tödlichen Virus aufzuhalten. LVHM hat vergangenes Wochenende angekündigt, dass sie die gewaltige Maßnahme ergreifen werden, die Produktion ihrer Parfüms und Kosmetikprodukte einzustellen, um diese Ressourcen stattdessen in die Herstellung von Händedesinfektionsmitteln zu stecken.

Die französische Luxusmarkengruppe, der Louis Vuitton und Dior angehören, wird das desinfizierende Gel gratis produzieren und an französische Krankenhäuser spenden—auf absehbare Zeit insbesondere in Paris. Die Erwartung ist, dass LVHM allein in dieser Woche 12 Tonnen produzieren wird.

“Diese Waschgels werden kostenlos an die örtlichen Gesundheitsbehörden geliefert”, sagt die Gruppe in einer Stellungnahme dieses Wochenende. “LVHM wird diesem Auftrag so lange wie nötig nachkommen, in Zusammenarbeit mit den französischen Gesundheitsbehörden.” Frankreich hat zur Zeit über 5000 Coronavirus-Fälle, von denen 127 tragischerweise tödlich verlaufen sind.

Und LVHM sind nicht die einzigen, die sich der Herausforderung stellen. Der Geschäftsführer und der Vorstandsvorsitzende von Prada haben heute je zwei komplette Intensivstationen und Beatmungsgeräte an die Mailänder Krankenhäuser Vittore Buzzi, Sacco und San Raffaele gespendet.

Ebenfalls diese Woche haben Donatella und Allegra Versace eine gemeinsame Spende von über €200.000 an ein Mailänder Krankenhaus bekannt gegeben. Das Geld geht direkt an die Intensivstation von San Raffaele, die den riesigen Zulauf von Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind, nur mit Mühe bewältigt. “In Zeiten wie diesen ist es wichtig geeint aufzutreten und diejenigen zu unterstützen, die tagein tagaus an vorderster Front kämpfen, um Menschenleben zu retten”, sagte Donatella in einer Stellungnahme am vergangenen Freitag. Übers Wochenende bekämpfte Italien, inzwischen unter landesweiter Quarantäne, an die 25.000 Fälle der Erkrankung. Über 1000 Menschen sind bisher verstorben.

“Unsere Gedanken sind bei all jenen, die von dieser Krankheit betroffen sind, und bei allen Ärzten und medizinischem Personal, die in den vergangenen Wochen so heldenhaft und ohne Unterlass gearbeitet haben, um für unsere Angehörigen zu sorgen”, fügte die Designerin hinzu. “Wir müssen jetzt als Gesellschaft zusammenstehen und füreinander Sorge tragen.”

Hoffen wir, dass andere in der Modeindustrie diesem Trend folgen werden und ihren Beitrag leisten.

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