Mein Jahr in Fotos ... mit Mafia Mashi

Es ist Zeit 2018 ruhen zu lassen. Aber bevor es soweit ist, haben wir unsere liebsten Kreativen nach ihrem ganz persönlichen Jahresrückblick gefragt. Have a fun one!

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24 Dezember 2018, 8:21am

Maša Stanić ist besser bekannt unter ihrem sehr einprägsamen Künstlernamen Mafia Mashi. Die in Wien lebende Fotografin hat vermutlich einen der lustigsten Instagram-Accounts, die du seit langem gesehen hast. Und auch ihre Website liest sich besser als jedes Dating-Profil, schließlich erfahren wir, dass ihr Notfallkontakt "Deine Mutter" ist. Ja, Mafia Mashi nimmt sich nicht allzu ernst und genau das ist es auch, was den Charme ihrer Bilder ausmacht.

Die gebürtige Jugoslawin glaubt weder ans Faxen noch an die Inszenierung ihrer Bilder – alles wird ungeschönt gezeigt. Mal ein bisschen eklig, mal lustiger als die meisten Bilder deiner längst vergessenen Emo-Blütezeit. Was das Leben dieses Jahr für sie bereitgehalten hat, erzählt dir die selbst ernannte Outfluencerin am besten selbst:

Mafia Mashi Fotografie

Januar
Mein Jahr hat direkt mit einem "Job" in Skoplje begonnen. Ich war dort mit Aleks aka Jugo Ürdens, um für sein Album zu fotografieren. Im Endeffekt wurde ich dafür bezahlt, mit einem guten Freund Zeit zu verbringen und nebenbei ein paar Fotos zu machen. Ich liebe es, wenn sich Aufträge nicht anfühlen wie Arbeit. Balsam für die Seele. Auf dem Bild ist ein massives Kreuz mitten in der Stadt zu sehen. Bei uns Jugos muss alles immer gold und protzig sein.

Mafia Mashi Fotografie

Februar
Das hier ist meine dritte Heimat: Buzios in Brasilien. Da mein Papa seit immer Brasilienfetischist und Kältefeind ist, hauen meine Eltern über den Winter ab – und wenn es sich zeitlich bei mir ausgeht, dann gönne ich mir auch bisschen Sommer im Winter.

Mafia Mashi Fotografie

März
Ein Behind the Scenes von einem Experiment eines Experiments. Entstanden ist das Bild in einem wissenschaftlichen Kontext für ein Buch. Eine Kooperation meiner Uni (Universität der angewandten Kunst Wien) und dem Institut für molekulare Biotechnologie in Wien. Mein Thema war: Warum Kinder älterer Frauen ein höheres Risiko für eine Trisomie haben. In dem Fall, bestenfalls nicht versuchen, den Zusammenhang zwischen Bild und Thema zu verstehen.

Mafia Mashi Fotos

April
Berlin ist dieses Jahr wie mein zweites Zuhause geworden. Insgesamt vier oder sogar fünf Mal dort gewesen, davon einen ganzen Monat lang im Sommer. Die Stadt ist mir sehr ans Herz gewachsen, weil es ein guter Ausgleich zu Wien ist, wo alles so kontrolliert und geregelt ist. Einfach mal nach Berlin abzischen und bisschen die Kontrolle verlieren. Hier zu sehen: Simon zu meiner Rechten, wie er ein Foto von mir macht, während ich ein Foto von Elias und seiner einzigartigen Piss-Pirouette schieße.

Mafia Mashi Fotos

Mai
Das hier ist mein "Bruder" Toxi. In Anführungszeichen, weil wir nicht blutsverwandt sind. Wir sind beide Einzelkinder und haben uns seit unserer späten Kindheit/ frühen Jugend gegenseitig die Geschwister gegeben, die wir nie hatten. Es ist ein Bild aus einer Serie, in der wir die einzelnen Positionen dokumentieren, wie man auf einer Couch am effizientesten Flatulenzen entweichen lassen kann.

Mafia Mashi Fotos

Juni
Das sind die Schuhe von Simon. Er ist Medizinstudent, der es nicht nötig hätte, Medizin zu studieren, weil er so gut malen kann. Aber gute Ärzte im Freundeskreis kann man eigentlich auch brauchen.

mafia mashi fotos

Juli
Belgrad, meine Heimatstadt. Zu Beginn des Sommers habe ich mich ein bisschen in die Tiefen Belgrads gebuddelt und einen wichtigen Teil meiner Stadt kennengelernt. Die (in meinen Augen) einzigartigste Bevölkerungsgruppe: die Roma. Hier zu sehen die Brüder Šone und Leon mit einem Freund, an dessen Namen ich mich leider nicht mehr erinnern kann.

Mafia Mashi Fototagebuch

August
Vier Wochen in Berlin. Fünf Mal Schlafplatz gewechselt, weil ich zu pleite war, um mir selber eine Bude zu checken. Eigentlich war ich da, um etwas Produktives zu reißen, doch fast jeder Tag endete nur auf irgendwelchen Dächern von irgendwelchen Hotels mit irgendwelchen Leuten, die man an dem Abend erst kennengelernt hatte. Zu sehen: Der entzückende Jeremie mit einem entzückenden Sonnenaufgang.

Mafia Mashi Fotos

September
Dieses zufällige Imitat von Great Gatsby ist im Restaurant und Hotel Taubenkobel entstanden. Beauftragt, um Fotos zu machen, mit dem Ziel, dass das Endprodukt ein Buch wird. Die einzige Anweisung, die ich bekommen habe war: "Seid schonungslos und ungeniert." Also packte ich zehn Freunde ein und wir lebten dort drei Tage lang schonungslos und ungeniert. Definitiv mein Highlight des Jahres. Cheers to Taubenkobel!

Mafia Mashi

Oktober
Bei Oktober habe ich ein bisschen gemogelt. Da ich in diesem Monat nur Sachen gemacht habe, die entweder woanders schon veröffentlicht wurden oder einfach langweilig sind, habe ich mir erlaubt, ein Bild zu nehmen, das ich sonst in der Auswahl vermisst hätte. Hier zu sehen: Der Taubenzüchter Hr. Pepić aka mein persönlicher Mike Tyson. (Um das kurz zu erklären: Ich musste für die Uni ein Dubel von Mike Tyson fotografieren, der leidenschaftlicher Taubenzüchter war. Da kommt Hr. Pepić ins Spiel).

Mafia Mashi Fotos

November
Das hier bin ich als Geburtstagskind.

Mafia Mashi

Dezember
Und zu guter Letzt, ein Bild von einem meiner besten Freunde/ Assistenten/ Therapeuten: Esra. Hier zu sehen als Obdachloser, der eigentlich eine Obdach hat, aber lieber auf meinem Boden schläft als Zuhause. Und schon vier Tage die gleiche Unterhose trägt, weil er keine zum Wechseln mithatte.

Fazit meines Jahresüberblicks für mich: Ich liebe meine Freunde einfach.