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Die neue Nike-Kooperation mit A-COLD-WALL* nimmt dir die Angst vorm Altern

Könnte diese Kollektion ein Schritt dahin sein, den Lebenszyklus von Bekleidung und Schuhen in der schnelllebigen Modeindustrie zu verlängern?

von i-D Staff
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22 November 2018, 3:37pm

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Wenn Architektur und Sozialkritik in dekonstruierten Kleidungsstücken zum Leben erwachen, war mit ziemlicher Sicherheit Samuel Ross am Werk. Der Gründer von A-COLD-WALL* zeigt mit seinen intellektuellen Kollektionen den Zweifelnden den Mittelfinger, die nicht daran geglaubt haben, dass Ross sich aus der Londoner Working Class herauskämpfen könne.

Im Geiste ist seine Vergangenheit stets präsent, doch beruflich hat er sich mittlerweile in die Riege der gefragtesten Designer unserer Zeit katapultiert. Der ehemalige Assistent von Virgil Abloh, der wie sein Mentor nie eine Modeschule besuchte, hat es geschafft, sein Label innerhalb von drei Jahren auf internationalen Runways zu positionieren, seine Kleidung global zu verkaufen und ganz nebenbei auch noch Finalist bei den renommierten Auszeichnungen des LVMH Prize und des ANDAM Award zu werden.

Nun hat er sich auf sein neustes Projekt gestürzt: Eine Capsule Collection mit Streetwear-Gigant Nike. Bereits zum zweiten Mal haben sich die beiden Kreativinstitutionen zusammengeschlossen – entstanden ist eine Linie multifunktionaler Kleidungsstücke sowie eine Neuinterpretation des Nike Zoom Vomero.

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In unserer von der Jugend besessenen Kultur knüpft sich die Nike x A-COLD-WALL* Kooperation das Thema "Ageing" vor – besonders gut zu erkennen bei den innovativen Materialien, die Ross für den Sneaker benutzt. Beim 2010 Nike Zoom Vomero +5 setzt er auf japanisches Nylon, das durch Hitze weicher wird und so den Älterungsprozess vorantreibt. Die Schuhe sollen nicht einfach unbenutzt und eingeschlossen in ihrem Karton auf eine potentielle Wertsteigerung hoffen, sondern getragen, gelebt, erlebt werden, damit sie ihre volle Energie entwickeln können. "Das Ziel ist es, dass der Schuhe erst durchs Tragen richtig erfahren wird", so der Designer. "Ansonsten wirst du nie die komplette Farbpalette des Schuhs entdecken. Es ist ehrlich, prägt die Realität und verändert die Kaufdynamik." Könnte dies ein Schritt dahin sein, den Lebenszyklus von Bekleidung und Schuhen in der schnelllebigen Modeindustrie zu verlängern?


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Doch was müsste so ein Material erfüllen? "Die Bewegung hin zu erneuerbaren, technischen Stoffen, Schuhen und Kleidungsstücken zeichnet einen realistischen Ausblick in die Zukunft. Die Philosophie darf dabei nicht vergessen werden – Leben und Tod, der Produktzyklus", fantasiert der Designer. "Alles muss recyclebar werden. Es muss eine Art Austausch zwischen dem Träger und dem Produkt geschehen, damit es auf das Wetter reagieren kann."

Nicht nur in seinen Vorstellungen ist Ross den meisten seiner Zeitgenossen einen Schritt voraus – auch in der Kampagne von Nike x A-COLD-WALL* hat er die Grenze zwischen Gegenwart und Zukunft, zwischen Realität und Digitalen durchbrochen. Die Sportler Jennifer Ross und Reece Prescod wandern durch eine surreale Umgebung, bis die virtuelle Welt plötzlich zerfällt und ein Laufband vor einem Green Screen enthüllt wird. Samuel Ross erklärt das mit folgenden Worten: "Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Art, wie Informationen heute überlagert und präsentiert werden. Nicht nur durch Social Media und diverse Publikationen, sondern durch ein kreatives Netzwerk. Durch unsere Zeitgenossen und durch Erfahrungen, die wir über die digitalen Medien teilen."

Ab dem 29. November sind alle Styles der Nike-Kooperation mit A-COLD-WALL* online und in ausgewählten Stores erhältlich.