R 'n' B-Diva SassyBlack mischt Sci-Fi-Beats mit Soul

Hör dir exklusiv bei uns ihr "Destiny's Child"-Tribut an.

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Jan. 8 2018, 11:51am

Foto: über die Agentur

Im Juni letzten Jahres hat uns SassyBlack mit ihrem Album New Black Swing in die farbenfrohe MTV-Ära der wattierten Schulterpolster und hochsitzenden Hosen zurückkatapultiert. Jetzt kehrt Catherine Harris-White, so ihr richtiger Name, mit dem zweiten Teil ihrer EP-Serie Pop/R 'n' BTreasury Vol. 2: Destiny’s Child zurück und zollt damit einer der erfolgreichsten Girlbands aller Zeiten Tribut.

Die EP-Reihe ist elektronischer und verzichtet auf die souligen Nuancen ihrer sanften R 'n' B-Stimme, die sonst so bezeichnend für ihre Veröffentlichungen ist. "Indem ich die Songs zerlege und erforsche, verstehe ich sie besser. Danach lege ich meinen eigenen Twist drüber und mache etwas Neues daraus", erzählt die aus Seattle stammende Produzentin und Sängerin.


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Von 2008 bis 2016 war sie selbst Teil des des R 'n' B- und HipHop-Duos THEESatisfaction, während ihr jetziges Alter-Ego SassyBlack das Image einer R 'n' B-Diva verkörpert. "Frauen wie Patti Labelle, Chaka Khan, Aretha Franklin, Maria Carey oder Celine Dion haben keine Angst. Sie machen genau das, was sie wollen", erklärt sie. "Es gibt zum Beispiel diesen einen Song von Beyoncé, 'Diva', indem sie singt 'A diva is female version of a hustler'. Wenn du etwas willst, dann verfolgst du es. Und so fühle ich mich als R 'n' B-Diva. Ich schreibe und produziere alles selbst und sage Dinge auf meine Weise – direkt, ironisch oder zynisch." Zum Diva-Sein gehört für Catherine aber auch die äußere Erscheinung: "Die Leute tragen immer noch Choker, Blumenkleider und Jackets mit Schulterpolstern. Ich finde es stilvoll und bequem zugleich. Es bedeutet, dass du weißt, wo du hingehörst und das Gefühl hast, dass dir niemand Unrecht tun kann. Es geht um das Außergewöhnliche der Persönlichkeit und darum, dass du dich darin fly fühlst".

Auf die Frage, ob sie freiwillig ohne Label Musik veröffentlicht, muss SassyBlack erst mal lachen. "Jein, ich warte nur nicht gerne. Wenn mir etwas einfällt, will ich es sofort umsetzen. So kann ich Musik rausbringen, wann immer ich will. Du musst erst eine Fanbase schaffen. Labels können das nicht wirklich leisten. Sie können dir nur helfen, sie zu erweitern", so Catherine weiter. Freiwillig unfreiwillig nennt sie diesen Zustand.

Für ihre R 'n' B-Vocals, Lo-fi-Ästhetik und ehrlichen Lyrics, die zwischen Rap und Soul mühelos hin- und herwechseln, ist sie längst bekannt. Im HipHop erfolgreich angekommen, gibt sich SassyBlack aber nicht zufrieden. "Ich möchte noch mehr Musikrichtungen ausprobieren und hätte richtig Lust, mal ein Boom-Bap- oder Folk-Album zu produzieren. Ich möchte dafür bekannt werden, kuriose Soundlandschaften zu kreieren, die wie Star Trek oder Star Wars klingen", beschreibt die junge US-Musikerin ihre Zukunftspläne.

über Agentur

Ihr Song "younasty", der sich auf Nasty Girl bezieht, gehört rückblickend zu Destiny's Childs kontroversesten Songs, weil dieser offen Slut-Shaming beinhaltet. "Als der Song rauskam, war ich in der High School und dachte 'Wie können sie Frauen danach beurteilen, wie viel Kleidung sie tragen? Sie haben doch selbst nicht viel an!' Beyoncé war eine der Songwriterinnen und damals noch sehr jung. Heute hat sie sich zu einem feministischen Popstar entwickelt. Viele Leute ändern ihre Perspektive im Laufe der Zeit. Und für mich ist es wichtig, diese Entwicklung anzuerkennen", erklärt Catherine weiter.

So geht es Catherine auch mit ihrer persönlichen Weiterentwicklung als Solokünstlerin: "Ich produziere, komponiere und bastle gerne an Beats. Um meine Skills zu verbessern, versuche ich, so viel wie möglich zu üben. Und sobald ich mich damit gut fühle, veröffentliche ich sie." So ist auch SassyBlacks Pop Treasury-Reihe entstanden, die du hier exklusiv streamen kannst. Enjoy!