Fotos: Rafael Martínez

So mutig ist die queere Community in Mexiko

Fotograf Rafael Martinez dokumentiert die kreative Szene von Tijuana.

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15 Januar 2019, 9:47am

Fotos: Rafael Martínez

Rafael Martínez schult sein Auge seit Jahren. Indem er seine Freunde in Tijuana fotografiert, versucht er gleichzeitig auch die Schönheit seiner Heimatstadt zu dokumentieren. Trotzdem hat er nun den radikalen Entschluss gefasst, nach New York zu ziehen. Doch bevor er diese einschneidende Veränderung antreten konnte, wollte er seiner queeren Community einen letzten visuellen Liebesbrief hinterlassen.

"Ich kannte bereits die Hälfte der Leute, da ich mit ihnen befreundet bin. Die anderen habe ich auf Facebook entdeckt", so der Fotograf über sein Projekt. "Sie sind für meine Fotos unverzichtbar, da sie ihnen erst einen Kontext verleihen – wie sie porträtiert werden möchten und auch, was Queerness eigentlich für sie bedeutet."

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Alexis Martínez, 23, @leche_de_castor

Die größte Überraschung für Rafael war dabei, mit welchem Vertrauen ihm seine Models entgegentraten. Sie wollten ihm zeigen, wer sie wirklich sind. Ein Akt, der in der konservativen mexikanischen Kultur so nur selten vorkommt.


Isaías, 25, @isaias_existe

"Es hat mir großen Spaß gemacht, an dem Projekt zu arbeiten, da jede Geschichte so unterschiedlich war. Mein Freund René hat durch YouTube-Tutorials gelernt, Make-up aufzutragen. Eine andere Freundin hat mir erzählt, dass sie mit 14 angefangen hat, ihre Haare abzurasieren – ein großer Schock für ihren Vater. Er war der Meinung, sie würde nicht mehr feminin aussehen."

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Cristina Toriello aka Paco Jerte, 17, @ loveyou.b1tch

"Zaid habe ich auf Facebook kontaktiert, nachdem ich ihn auf einer Party tanzen sah. Er hat langes, blondes Haar und sieht sehr feminin aus. Er meinte, dass es ihm egal wäre, wenn ihn Leute auf der Straße wegen seines Aussehen beschimpfen – wenn er nach draußen geht, möchte er einfach Spaß haben."

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Javier Navarro, 25, @habenaba

"Isaí ist ein Balletttänzer. Er hat mir erzählt, dass sich viele Leute über ihn lustig machen – einschließlich seiner Freunde. Für die Art, wie er sich benimmt, weil er recht feminin wirkt und Ballett studiert. Davon lässt er sich aber nicht unterkriegen und macht trotzdem, was er will."

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Zaid Díaz, 21, @zaidrdiaz


Isai García, 25, @isaigarr

"Ich glaube, dass Social Media eine große Hilfe ist, zu sehen, dass nichts falsch daran ist, man selbst zu sein. Bilder zu sehen, die uns repräsentieren, hilft ungemein. Dann denkt man leichter 'Wenn sich diese Person nicht um blöde Kommentare kümmert, warum sollte mich dann stören, was die Leute sagen.'"

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Edgar Estrada, 26, @evgueni_toroide

"Es gefällt mir, dass ich mit einer jüngeren Generation kommunizieren kann und offen über Dinge sprechen kann. Heute ist alles anders als noch vor ein paar Jahren in Tijuana – das liegt besonders an den Freundeskreisen dort. Du realisierst, dass es nichts bringt, etwas in eine Freundschaft zu investieren, wenn dich derjenige nicht unterstützt. Auch wenn das vielleicht ein bisschen abgedroschen klingt, aber ich denke mir heute: 'So bin ich nunmal. Es ist mir egal, was die Leute sagen, auch wenn sie mich fünf Mal täglich auf der Straße beschimpfen.'"

Adrián Fernández, 20, @aukaluis

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Mauricio Muñoz, 23, @mauricioyael

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Miguel Parro, 22, @goodboymimi

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Héctor René, 20, @cheeseburgerken

Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der mexikanischen Redaktion.