Anzeige

adele spricht offen über ihre postnatalen depressionen

Immer mehr Stars sprechen offen über ihre dunklen Phasen im Leben - warum das wichtig ist und was genau die britische Sängerin beschäftigt hat, hat sie jetzt in einem Interview erzählt.

von i-D Staff
|
01 November 2016, 12:00pm

Statistiken zufolge leiden vier Millionen Menschen in Deutschland an Depressionen. Vier Millionen Menschen, für die Stunden sich wie Tage anfühlen können, für die das Aufstehen am Morgen ein einziger Kampf ist, den sie glauben, bereits verloren zu haben. Die Anzahl der Betroffenen ist in den letzten Jahren rapide gestiegen; Depressionen gelten längst als ernstzunehmende Volkskrankheit, gegen die viele der Betroffenen ihr Leben lang ankämpfen. In den letzten Monaten haben sich auch mehrere Stars und Promis zu ihren dunklen Phasen geäußert—und damit ein wichtiges Zeichen gesetzt. Nach Model und Schauspielerin Cara Delevigne, hat jetzt Sängerin und i-D Coverstar Adele in einem Interview mit Vanity Fair ganz offen und ehrlich über die Depressionen gesprochen, die sie nach der Geburt ihres Sohnes Angelo im Jahr 2012 eingeholt haben.

„Ich wusste zuvor nicht viel über postnatale Depressionen, nur, dass man nicht mit seinem Kind zusammen sein möchte. Ich war ständig besorgt, dass ich meinen Sohn verletzen könnte, und ich habe mir den Kopf darüber zerbrochen, ob ich eine gute Mutter bin und sein kann. Aber gleichzeitig war ich komplett besessen von diesem kleinen Wesen. Ich habe mich in dieser Zeit sehr unzureichend gefühlt; ich hatte das Gefühl, dass ich die schlimmste Entscheidung meines Lebens getroffen hatte ... Diese Depressionen können in verschiedenen Formen auftreten. Irgendwann habe ich beschlossen, mir jeweils einen Nachmittag in der Woche für mich frei zu nehmen, um das zu machen, was ich machen wollte—ohne mein Kind. Eine Freundin hat mich gefragt: 'Du willst das wirklich machen? Fühlst du dich nicht schlecht dabei?' Nein, hab ich gesagt, und dass ich mich schlechter fühlen würde, wenn ich mir diese Zeit nicht nehmen würde. Vier meiner Freundinnen ging es nach der Geburt genauso. Lange Zeit waren wir zu beschämt, um offen darüber miteinander zu sprechen, weil wir dachten, die anderen würden uns als eine schlechte Mutter verurteilen—aber das ist nicht der Fall! Es macht dich zu einer besseren Mutter, wenn du dir Zeit für dich nimmst", erzählt Adele so offen wie noch nie zuvor. 

Mit ehrlichen Aussagen wie diesen beweist Adele einmal mehr, welch starke Frau und Persönlichkeit sie ist: Wohl wissentlich, dass sie sich mit derartig offenen Gefühlsausbrüchen und harten Worten vielleicht angreifbar macht, ist es mehr als wichtig, dass Promis wie sie sich auch in Zukunft zu Themen wie Depressionen äußern. Denn damit setzen sie ein Zeichen, machen Betroffenen Mut und sensibilisieren den Rest der Gesellschaft für die Krankheit, die von vielen leider immer noch nicht als Krankheit angesehen wird. 

Credits


Foto: Alasdair McLellan

Tagged:
Interview
adele
Depressionen
postnatale depressionen