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nach dem tlc-comeback: warum alle girlgroups der 90er wieder zusammenkommen sollten

Diese Woche haben TLC eine Reunion bekanntgegeben – und wir haben uns überlegt, warum das noch viel mehr Girlgroups aus den 90ern tun sollten.

von Lisa Leinen
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28 Oktober 2016, 3:40pm

Eigentlich möchte man Leuten, die viel zu oft ein wehmütiges „Früher-war-alles-besser"-Gejammere in die Runde seufzen, ununterbrochen an den Haaren ziehen. Doch seit dieser Woche sind wir uns da nicht mehr so sicher. Vielleicht ist da doch was dran? Denn: TLC haben ihr Comeback bekanntgegeben—nach 14 langen Jahren. Seitdem sind „Waterfall" und „No Scrubs" wieder nach ganz oben auf unserer All-Time-Favourite-Playlist gerutscht, und wären es hier in Berlin nicht schon Wintertemperaturen, würden wir sofort unser T-Shirt überm Bauchnabel zusammenknoten und die Hose noch ein bisschen mehr Richtung Hüftknochen ziehen. 

TLC gilt als drittgrößte Girlgroup aller Zeiten—nach den Spice Girls auf Platz eins und den Girls von Destiny's Child auf Platz zwei. 1991 im US-Bundesstaat Georgia gegründet, folgten millionenfache Plattenverkäufe, ausverkaufte Touren und die Platzierung an jeglichen Chartspitzen. Alle wollten mit ihnen nach „Waterfalls" jagen gehen und dabei laut „No Scrubs" singen. 2002, während den Aufnahmen zum zweiten Studioalbum, kam dann Lisa „Left Eye" Lopes tragischerweise bei einem Autounfall ums Leben. Und obwohl die anderen beiden Bandmitglieder noch für einige Zeit versucht haben, die Erfolgsgeschichte des Trios weiter zu schreiben, mussten sie sich nur wenige Jahre später eingestehen, dass TLC—trotz einigen medienwirksamen Auseinandersetzungen—ohne Rapperin Lisa nicht das gleiche ist. Bis jetzt.

Denn: Diese Woche haben die beiden Sängerinnen ihr Comeback bekanntgegeben. Wann genau das neue Album von Tionne „T-Boz Watkins" und Rozonda „Chilli" Thomas erscheinen wird, ist noch unklar. Die Wartezeit verkürzen können wir uns aber immerhin schon mit diesen beiden neuen Tracks: 

Völlig benebelt von Nostalgie, schweben wir also nun in guten Erinnerungen von ersten Zungenküssen im Jugendclub und alleinigen Karaoke-Partys im Bad und stellen uns also seit heute Morgen vor, wie fantastisch es wäre, wenn auch andere Girlgroups der 90er sich in den nächsten Monaten wieder für ein fulminantes Comeback zusammenfinden würden. Denn mal ganz abgesehen von der musikalischen Bereicherung in unserem Alltag, finden wir, dass es keinen besseren Zeitpunkt gibt, um eine neue Ära von Girlgroups einzuläuten:

Für mehr Girlpower, für mehr Zusammenhalt (wir lassen die kleinen großen Zickeren mal außen vor—die gehören schließlich irgendwie dazu), für mehr Songs, in denen es um weibliche Stärke, Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit geht. Wir leben im Jahr 2016, ein Jahr, in dem sich in Deutschland viel zum Thema Feminismus und Emanzipation getan hat. Es wird endlich geredet und diskutiert, Online-Magazine und Blogs wurden gelauncht, immer mehr wichtige Stimmen wurden lauter—auch in den Medien. Aber wir wollen noch mehr. Noch mehr Drama, noch mehr Diskurs, noch mehr Aufklärung, noch mehr Girlpower. 

Wir wünschen uns einen richtigen „Overload", um es mal mit den Worten der Sugababes zu formulieren, eine singende Girlgang, die ganz selbstbewusst von sich behauptet, dass sie gekommen sind, „to Spice Up Your Life!". Eine mit der Power von TLC, dem Erfolg und der Reichweite der Spice Girls und den starken Lyrics von Destiny's Child. Und wenn wir schon in der Vergangenheit kramen, können wir auch gleich noch weitere Jahrzehnte zurückgehen. Denn die ganzen 90er-Jahre-Pop-Girlbands hätte es nicht ohne ihre prominenten Vorbilder aus den 60er, 70er und 80er Jahren gegeben: The Bangels, The Supremes und The Emotionen sind nur eine kleine Auswahl der Powerfrauen von damals. 

Bei einigen der Girlgroups ist der unaufhaltsame Faktor Zeit dazwischen gekommen. Für alle anderen gilt: Es ist nie zu spät für ein Comeback. Hey „Wannabe",kommt schon, „Walk Like an Egyptian", oder besser noch „Let Love Lead The Way", und siehe da, schon wirkt ihr „Bootylicious". Und noch was: Die „Emotion" zu eurer Musik ist „Eternal Flame" und wir warten sehnsüchtig.

Credits


Text: Lisa Leinen
Foto: via Imago